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13.06.2016

„Weiße Diamanten“ - 110 Jahre Porzellan in Freiberg

Sonderausstellung vom 2. Juli bis 30. Oktober 2016 im Freiberger Stadt- und Bergbaumuseum

Das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg bereitet derzeit die Sonderausstellung „Weiße Diamanten“ – 110 Jahre Porzellan in Freiberg vor und betritt damit fachliches Neuland bei der Erforschung der Freiberger Wirtschaftsgeschichte. Erstmals wird das Thema Porzellanherstellung in Freiberg umfassend beleuchtet, dokumentiert und bewertet.

Unterstützt von Experten sowie von über 60 Schenkern und Leihgebern von Freiberger Porzellan entsteht auf über 100 m² eine einzigartige Schau Freiberger Innovationen. Einem Aufruf der hiesigen Medien folgten in den vergangenen fünf Monaten über 100 Bürger und boten Ausstellungskuratorin Ilka Stern ihr Wissen und Porzellan an. Unter anderem erhielt das Freiberger Museum eine Kollektion bisher völlig unbekannten Porzellans aus der ersten Produktion nach 1945 aus Siegen geschenkt.
In 23 Vitrinen können die wichtigsten Produkte und Formen aus 110 Jahren Freiberger Porzellanproduktion gezeigt werden. Speziell für die Ausstellung wurde erstmals auch eine Übersicht über die Markenzeichen und in Freiberg hergestellten Formen erarbeitet. In einem historischen Film, der um 1920 u.a. im Freiberger Porzellanwerk an der Frauensteiner Straße gedreht wurde, wird die Herstellung von Isolatoren gezeigt.

Ergänzend zur Ausstellung ist ein Rahmenprogramm mit Vorträgen, museumspädagogischen Kinderveranstaltungen, Sonder- und Schauvorführungen geplant. Außerdem produziert die Freiberger Porzellan GmbH eine Replik der historischen Freiberger Mokkatasse „Toskana“ in limitierter Auflage zur Würdigung des Jubiläums. Diese im Design zeitlose Tasse ist Silhouette für einen Mal- und Gestaltungswettbewerb, der während der Ausstellungszeit läuft.
Für die Fachvorträge hat das Museum profunde Kenner der Freiberger Porzellanszene gewinnen können: Dr. Bernd Ullrich (vorm. TU Bergakademie Freiberg), Friedmar Kerbe vom Verein für Regional- und Technikgeschichte e.V. Hermsdorf/Thüringen und Prof. Hubert Kittel, Professor für Produktdesign an der Burg Giebichenstein.
Auch ein „Porzellinertreffen“, ein Treffen der ehemaligen Mitarbeiter des Freiberger Porzellanwerks, ist am 22. Juli geplant.

Ein weiterer Höhepunkt zur Ausstellung ist das Projekt „100 Blüten“ des in Freital ansässigen Vereins Dresdner Porzellankunst, das im September im Freiberger Museum zu sehen sein wird. Beteiligt haben sich an diesem Kunstprojekt, für das Porzellanplastiker Olaf Stoy eine lilienartige Blütenform entwickelt hat, 14 Gestalterinnen und Gestalter zwischen 25 bis 79 Jahren. So entstanden ganz individuelle Porzellanblüten, für deren Herstellung neben Selb (Imerys) und der durchscheinenden Masse Mont Blancder Firma Witgert vor allem auch Porzellanmassen aus Freiberg verwendet wurden.

Zur Geschichte des Freiberger Porzellans:
1906 erfolgte der erste Brand von Porzellan in Freiberg. Damals noch Zweigstelle der Porzellanfabrik Kahla, entwickelte sich der Standort schnell zum modernsten Produzenten von elektrotechnischem Porzellan in Europa. Umfangreiche Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Porzellanherstellung erfolgte in den Freiberger Laboren. Hier entstanden das erste 1-Mio.-Volt-Versuchsfeld Europas, der erste runde Tunnelofen eigener Entwicklung und neue keramische Massen.
Auch im Bereich der Porzellanindustrie der DDR erlangte das Porzellanwerk Freiberg eine herausragende Stellung – Freiberger Porzellan stand für Qualität und Modernität in besonderer Weise.

Hubert Kittel, Professor für Produktdesign an der Burg Giebichenstein, findet es „höchst bemerkenswert“, wie es nach dem 2. Weltkrieg am neuen Standort gelang, einen zwar relativ kleinen aber umso mehr erfolgreichen Produzenten mit einem nachhaltigen Markenimage zu etablieren (Qualitätsporzellan aus Freiberg). „Ein kluges Management, ein innovationsfreudiges Team von Fachleuten sowie eine engagierte Belegschaft sicherten dem Betrieb eine bemerkenswerte Leistungsfähigkeit und Eigenständigkeit.“

Kittel bescheinigt den Freibergern auch ein hohes Designniveau und einen beständigen Forschungs- und Entwicklungsvorlauf, der aus einer sehr engen Kooperation mit dem Wissenschaftlich-Technischen Betrieb Keramik (WTK) Meißen, der Bergakademie Freiberg und der intensiven Zusammenarbeit mit der Hochschule für industrielle Formgestaltung Halle, BURG GIEBICHENSTEIN, resultierte. So habe sich das Freiberger Unternehmen zu einem permanenten „Testlabor“ für neue Porzellanideen sowie technologische Innovationen entwickelt.


Das Museum hat von Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr geöffnet.
www.museum-freiberg.de

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