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Brauchtum

Kaum eine Berufsgruppe hat so viele Traditionen, so viel Eigenständigkeit und Besonderheiten in den vielen Jahrhunderten ihres Bestehens hervorgebracht wie die Bergleute des Erzgebirges.

Sie waren mit die Ersten, die in ihrer sauberen Arbeitstracht an Feiertagen durch Freiberg marschierten. Später wurde diese Tracht durch schmucke, farbenprächtige Uniformen abgelöst. Paraden und Aufzüge von 3000 und mehr Arbeitern des Montanwesens in Freiberg und der Landeshauptstadt Dresden sollten die Gäste vom Glanz Sachsens und dem technischen Geschick seiner Bewohner überzeugen. Heute wird diese Tradition des Aufmarschierens von der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft e.V. weitergeführt. An jedem letzten Sonntag im Juni und dem Sonnabend vor dem 2. Advent können Sie und Ihre Freunde auch andere Vereine des Erzgebirge in Freiberg sehen.

Durch die Arbeit unter Tage entwickelte sich eine eigene Sprache, so spricht der Bergmann von fahren, wenn er läuft, die Leiter, die immer fest steht, und auf der er in den Abbau steigt nennt er Fahrt, eine Maschine zur Wasserhebung heißt bei ihm Kunst, seine Arbeitsraum ist das Gebirge, das Haus in dem er sich auf die Arbeit vorbereitet ist das Huthaus, seine Tasche, die er vor dem Bauch trägt heißt Tzscherpertasche und wenn er eine Grube schließt, dann wird sie geschliffen. Diese Worte sind noch heute im Freiberger Land in Gebrauch und noch oft hörte man statt Guten Tag oder Grüß Gott das vertraute Glück auf, den Gruß, mit dem sich die Bergleute des Erzgebirges über Jahrhunderte begrüßten.

Die Lust der Bergleute zum Singen ist sprichwörtlich und Geselligkeit wird bei ihnen groß geschrieben. Es gibt wahrscheinlich keinen anderen Berufsstand, der eine solche Fülle von eigenen Liedern hervorgebracht hat. Das Lied „Glück auf, der Steiger kommt“ ist durch die Berg- und Hüttenleute in den letzten Jahren fast zur Hymne des Erzgebirges geworden. Doch auch Bergreihen waren bei den Häuern sehr beliebt, vorn standen die Vorsänger und die Mannschaft unterstützte beim Singen des Refrain. Da diese Lieder oft sehr deftig waren, sind diese leider kaum überliefert. Heute werden die Berg- und Hüttenleute mit „Blasmusik“ bei ihren Märschen durch die sächsischen Bergstädte begleidet. Fast jede Bergstadt hat ihren eigenen Bergmarsch. Das Bergmusikkorps Saxonia Freiberg e. V. kann sogar auf zwei, den Alten und den Neuen Freiberger Bergmarsch zurückgreifen.

Geselligkeit und Spaß nach der harten Arbeit spielte von jeher eine Rolle im Leben der Berg- und Hüttenleute. An Feiertagen und zu wichtigen Anlässen lud die Bergbehörde ihre Mitarbeiter zum Bergbier ein. So wurde der Maria-Magdalenen-Tag, den die sächsischen Bergleute am 22. Juli feierten, nach dem Kirchgang im Huthaus mit dem Bergbier, Musik, Gesang und Tanz abgeschlossen. Dabei war die ganze Familie auf den Beinen. Auch heute feiern Bergbaufreunde dieser Streittag, wie der Feiertag seit 1843 genannt wird, noch. In Freiberg wird an diesem Tag seit 1983 wieder am Hungerborn im Freiberger Stadtwald von den Fachgruppen Bergbaugeschichte Freiberg und Brand-Erbisdorf an die Altvorderen und ihre schwere Arbeit gedacht.





  Kontakt

Geschäftsstelle der HFBHK e.V.
SAXONIA-FREIBERG-STIFTUNG
c/o Knut Neumann, 1. Vorsitzender
Chemnitzer Str. 8
09599 Freiberg/Sachsen
Telefon: 03731 160 455 (Mittwoch zwischen 10.30 Uhr bis 17.00 Uhr)
E-Mail: verein@hfbhk.de