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Laudatio für den Bürgerpreisträger 2006 - Günther Ketschau

„Vergeude keine Energie - verwerte sie“ - ... zum Filmporträt



Sehr geehrter Herr Ketschau, lieber Günther,
sehr geehrte Frau Ketschau,
sehr geehrte Oberbürgermeisterin Frau Dr. Rensch,
sehr geehrte Damen und Herren,


wie Sie aus dem filmischen Beitrag entnahmen, steht die ehrenamtliche Tätigkeit Günther Ketschaus in enger Verbindung zu Energie in den verschiedensten Formen. Seine Motivation zur effektiven Energieanwendung, zum Schutz der Umwelt und zur Begrenzung der Klimaveränderung kann mit der These des bedeutenden sächsischen Physikochemikers Wilhelm Ostwald charakterisiert werden: „Vergeude keine Energie - verwerte sie”. Günther Ketschau nutzte deshalb die durch den Eintritt in den Vorruhestand im Sommer 1990 gewonnene Freizeit und engagierte sich zum einen im Arbeitskreis Energietechnik der Bezirksgruppe des VDI, aus dem sich ab dem 10. Juli 1991 der Freiberger Energiestammtisch entwickelte. Bereits am 18. Mai 1993 referierte Günther Ketschau über den Selbstbau von thermischen Solaranlagen. Die Leitung des Energiestammtisches übernahm er Mitte 1994.

In vertrauensvoller Zusammenarbeit mit den Stadtwerken Freiberg, besonders mit Herrn Josef Sykora, und anderen Mitwirkenden schuf er ein anspruchsvolles Logo, plante die monatlichen Stammtische und gewann, dank seiner weitreichenden Kontakte aussagefähige Lektoren aus wissenschaftlichen Institutionen und Betrieben für zeitgemäße Themen, wie Energiesparen im Haushalt, richtige Brennstoffe, Energiepreise, Brennstoffzellen, Fördermittel, Gesetze und Vorschriften und richtige Heizanlage. Er scheute sich auch nicht, Themen anzusprechen, bei denen die Meinungen weit auseinander gingen, z.B. der Anwendung der Windkraft. Auch diese konträren Themen wurden in fachlicher Auseinandersetzung sachlich behandelt. Etwa 100 öffentliche Veranstaltungen, Vorträge und Exkursionen, wurden so von ihm maßgeblich organisiert und moderiert. Der Energiestammtisch wurde so zu einer festen Institution in Freiberg mit steigender Teilnehmerzahl, so dass aus dem Cottaclub in den Versammlungsraum der Stadtwerke Freiberg in der Poststraße, schließlich in den Brauhof und kürzlich in den Versammlungsraum der Stadtwerke auf den Wasserberg umgezogen werden musste.

So konnte dank seines Engagements eine große Anzahl Freiberger Bürger Wissen zur rationellen Energiegewinnung und -anwendung erhalten und zum eigenen Nutzen, aber auch zum Schutz unserer Umwelt anwenden. Der Energiestammtisch wurde so über Freiberg hinaus bekannt und diente als Vorbild für analoge Veranstaltungen in anderen Städten. Er fand auch die Anerkennung des sächsischen Ministeriums für Umwelt und Landwirtschaft, dessen Vertreter den Festvortrag anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Energiestammtisches hielt. Im Jahre 2005 gab er die Leitung an „jüngere“ Mitwirkende ab, die seine Arbeit weiterführen. Trotz gewisser gesundheitlicher Einschränkungen versäumt er kaum einen Stammtisch und steht mit „Rat und Tat“ weiter zur Verfügung. Auch im Jahr 2007 erwarten uns interessante Veranstaltungen, deren Themen von der Holzheizung, zur Vergabe von Fördermitteln, zur Energieversorgung des rekonstruierten Schlosses Freudenstein bis zu Informationen zur Energieabrechnung reichen. Ein weiteres Tätigkeitsgebiet von Günther Ketschau ist das Kavernenkraftwerk im Drei-Brüder- Schacht, das selbst eine technische Meisterleistung darstellt und mit dem übertägigen Wassersystem der Revierwasserlaufanstalt und dem Rothschönberger Stollen zwei weitere technische Meisterleistungen verbindet. Diese Kraftwerkskaskade war von 1914 bis 1972 in Betrieb. Danach verfiel diese bemerkenswerte Anlage zusehens und in der DDR war sogar ein Abriss im Gespräch.

Günther Ketschau trat 1991 dem neu gegründeten Förderverein bei und wurde bald in den Vereinsvorstand gewählt. Er half bei der Sicherung der unter Denkmalsschutz stehenden Anlagen, indem er Führungen für Besucher durchführte, Vorträge auf wissenschaftlichen Veranstaltungen hielt und wissenschaftliche Beiträge veröffentlichte. Er stellte Kontakte zu großen deutschen Konzernen, z. B. Siemens, her, denn die im Kraftwerk installierten Anlagen stammen von der Firma Siemens & Schuckert. Auch seine Zusammenarbeit mit der TU Bergakademie Freiberg, dem Institut für Energieverfahrenstechnik und folgend zum Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft, wirken sich seit vielen Jahren segensreich für den Erhalt der Anlagen aus. So besuchte auch der damalige Minister, Herr Steffen Flath, den Drei-Brüder-Schacht. In der Folge konnten perspektivische Planungen aufgenommen werden. Die langjährigen Bemühungen Günther Ketschaus um Unterstützung führten erst kürzlich zu einer Anerkennung durch die Bundesstiftung Umwelt. Dank der bereitgestellten Fördermittel dieser Bundesstiftung, der Hilfe des Umweltministeriums, der Landestalsperrenverwaltung und mit Eigenmitteln des Vereins werden umfangreiche Baumaßnahmen zur Sicherung der übertägigen Gebäude im Jahre 2007 durchgeführt.

Ziel ist erst einmal ein Zentrum für regenerative Energien mit Schwerpunkt Wasserkraft zu entwickeln. Ziel des Fördervereins und Günther Ketschaus bleibt weiterhin, den Kraftwerksbetrieb in dieser einmaligen Anlage mit moderner Technik wieder aufzunehmen. Mit einer Inbetriebnahme würde sich auch ein Lebenstraum von Günther Ketschau verwirklichen. Lieber Günther Ketschau, die Stadt Freiberg dankt Ihnen für Ihr jahrelanges unermüdliches, ehrenamtliches Bemühen zum Vorteil der Stadt und ihrer Bürger mit ihrer höchsten Auszeichnung, mit der Verleihung des Bürgerpreise 2006. Ihnen sei dazu gratuliert. Mit dem herzlichen Dank für Ihre Leistungen sei der Wunsch verbunden, dass Sie Ihr Engagement weiterführen. Ihnen und Ihrer Gattin wünschen wir alles Gute, besonders Gesundheit. Glück auf!

Reiner Hoffmann
Mitglied des Fördervereins „Drei-Brüder-Schacht“
hielt die Laudatio für den Bürgerpreisträger 2006 - Günther Ketschau

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