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16.06.17

„Drei-Brüder-Schacht“ erwacht aus Dornröschenschlaf

Sanierung des Schachts leistet wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz in Freiberg

Christian Tittel vom Förderverein Drei-Brüder-Schacht e.V., Oberbürgermeister Sven Krüger und Oberberghauptmann Prof. Dr. Bernhard Cramer (v.l.n.r.) unterzeichneten am 29. Mai auf dem Gelände des Drei-Brüder-Schachtes im Ortsteil Zug einen Vertrag zum Betrieb der Befahrungsanlage. Foto: C. Möls

Der „Drei-Brüder-Schacht“ ist wieder offen und befahrbar. Nach 2,5-jähriger Bauzeit ist die etwa 280 Meter tiefe Schachtröhre saniert und der direkte Zugang zum
Rothschönberger Stolln möglich. Die Sanierungsmaßnahme war notwendig geworden, nachdem Hochwasser im August 2002 und Juni 2013 den Stolln massiv beschädigt hatte. Für die abgeschlossenen Arbeiten, die das Sächsische Oberbergamt beauftragte, wurden Mittel des Freistaates in Höhe von rund 5,6 Millionen Euro aufgewendet. Der „Drei-Brüder-Schacht“ verfügt nun über eine Befahrungsanlage, mit der bei Bedarf Personen und Material transportiert werden können. Damit ist es möglich, den Stolln im Abschnitt zwischen Drei-Brüder-Schacht und Schacht „Reiche Zeche“ zu kontrollieren und instand zu setzen.

„Der Stolln ist für den Hochwasserschutz in Freiberg von großer Bedeutung“, stellt Oberbürgermeister Sven Krüger fest. Über den Entwässerungsstolln können große Wassermengen unterhalb der Stadt abfließen. Dies ist im Jahr 2002 passiert, als das Hochwasser durch einen Tagebruch in Freiberg in den Stolln abfloss. Dadurch blieb die Stadt weitgehend von den Hochwasserschäden verschont. Bereits 1791 wurde begonnen, den Drei-Brüder-Schacht im Freiberger Revier zu teufen. Nachdem der Silberbergbau aufgrund des rapiden Silberpreis-Verfalls 1912 in Freiberg eingestellt worden war, entstand 1914 in über 270 Metern Tiefe das erste Kavernenkraftwerk der Welt. Das unterirdische Wasserkraftwerk nutzte das abfließende Grubenwasser, um Strom zu erzeugen. Bis 1972 war es in Betrieb. Lange konnten die Maschinen im Turbinenraum erhalten werden, doch das Hochwasser von 2002 beschädigten sie schwer. Ein schwerer Schlag für den Förderverein Drei-Brüder-Schacht e. V. Er setzt sich seit den 1990er Jahren dafür ein, dieses einmalige Technikdenkmal zu reaktivieren. Die nun abgeschlossenen Sanierungsarbeiten des Sächsischen Oberbergamts im Drei-Brüder-Schacht lassen die Hoffnungen beim gleichnamigen Förderverein wieder keimen, dass irgendwann doch wieder Strom aus der Tiefe fließt. Denn der 2011 ausgezeichnete Verein kümmert sich seit langer Zeit um den Erhalt der bergbauhistorisch wertvollen Anlage, zu der das älteste Kavernenkraftwerk gehört. Mit der neuen Befahrungsanlage können die Turbinenräume endlich wieder erreicht werden. Dadurch könnten auch Reparaturarbeiten am Kraftwerk wieder ermöglicht werden. Die Sanierung des Schachtes war Teil eines Konzeptes des Oberbergamtes, die Entwässerung des Grubengebäudes unter Freiberg über den Rothschönberger Stolln langfristig zu gewährleisten.

Mit Ertüchtigung des Schachtes werden nun die Arbeiten im Zuge des Sanierungsprogramms zum Augusthochwasser 2002 abgeschlossen. Als zuständige Behörde für die Abwehr von Gefahren für die öffentliche Sicherheit und Ordnung, die aus dem Grubengebäude entstehen, verfügt das Oberbergamt mit dem sanierten Drei-Brüder-Schacht wieder über einen südlichen Zugang zum Stolln. „Damit können wir die Sicherheit in der Stadt vor Tagesbrüchen gerade bei starken Regen- oder Flutungsereignissen deutlich erhöhen“, erklärt Oberberghauptmann Prof. Dr. Bernhard Cramer. Um den Betrieb der neu eingerichteten Befahrungsanlage zu regeln, unterzeichnete am 29. Mai Christian Tittel vom Förderverein Drei-Brüder-Schacht e.V., Oberbürgermeister Sven Krüger und Oberberghauptmann Prof. Dr. Bernhard Cramer einen Nutzungsvertrag.

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