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Stadt Freiberg

Das historische Rathaus


Das spätgotische Rathaus gehört zu den wertvollsten Profanbauten der historischen Freiberger Altstadt und stellt die östliche Dominante des Obermarktes dar. Das erste Freiberger Rathaus wurde an gleicher Stelle bereits im 13. Jahrhundert errichtet. Es wird im Stadtrechtsbuch (1296 – 1305) als Dinghaus bezeichnet. Der Begriff Rathaus taucht erstmals im Jahre 1407 auf. Im Mittelalter befanden sich in den Erdgeschossgewölben die Ratswaage und die Brotbänke. Im 17. Jahrhundert kamen die Salz- und Tuchbänke sowie andere Verkaufsstellen hinzu. Von 1410 bis 1416 fanden am Rathaus in Folge starker, durch die Stadtbrände von 1375 und 1386 hervorgerufener Schäden, größere Baumaßnahmen statt.

Rathausturm an der Westseite entsteht zwischen 1429 und 1442
In der Regierungszeit des Bürgermeisters Weller von Molsdorf wurde zwischen 1429 und 1442 an der Westseite des Rathauses der heute noch vorhandene Turm errichtet. In den Jahren 1470 bis 1474 erfolgte der für die heutige Gestalt entscheidende Neubau in Form eines langgestreckten, rechteckigen und zweigeschossigen Gebäudes. Aber auch die nachfolgenden Jahrhunderte hinterließen ihre Spuren am Gebäude. Zeugnisse dieser Veränderungen sind u. a. die vielen unterschiedlich ausgeprägten Fenstergewände. Im Jahre 1618 erhöhte man den Turm an der Westseite des Hauses. Das gotische Steildach wurde 1857 gegen den Widerstand zahlreicher Freiberger (darunter Prof. E. Heuchler) durch das heute noch vorhandene niedrige Satteldach ersetzt. Aus dieser Zeit stammen auch die historistischen Renaissancegiebel. Die Zwerchhäuser und die Dachausbauten fügte man im Jahre 1920 hinzu.

Erker betont Marktfront
Die Marktfront des Rathauses wird durch den vorgesetzten quadratischen Turm und den 1578 vom Ratssteinmetzen Andreas Lorentz geschaffene Erker betont. Den Erker schmücken das sächsische Haus- und Kurwappen, das meißnische Wappen, das hessisch-thüringische Wappen, das Freiberger Wappen und das dänische Wappen. Aus dem Giebel des Erkers schaut der Kopf eines Geharnischten, der als Kunz von Kauffungen gedeutet wird. Neben diesem großen Erker befand sich ein um 1602 errichteter kleinerer, der 1831 abgetragen wurde. Das Hauptportal mit seinen einfach gehaltenen Formen stammt aus dem Jahre 1775. Der an der Rückseite des Rathauses stehende turmartige Risalit wurde 1672 an Stelle eines dort ursprünglich vorhandenen runden Turmes gebaut.

Inneres des Rathauses weitgehend verändert
Das Innere des Rathauses ist weitgehend verändert worden. In der Diele des Obergeschosses sind noch drei spitzbogige Arkaden auf gefasten Pfeilern vorhanden, die nur noch einen geringen Teil des ehemaligen, ursprünglich doppelt so langen (6 Arkaden) und sich über die gesamte Breite des Gebäudes erstreckenden, Ratssaales widerspiegeln. Im Obergeschoss liegen auch die frühere Ratsstube (heute Ratssaal) mit einer 1876 aufgearbeiteten gotischen Balkendecke, das Historische Ratsarchiv und die ehemalige Kommissionsstube (heute Ratssitzungzimmer). Ursprünglich diente der quadratische, kreuzgewölbte Raum des Ratsarchives (Eingang im Ratssaal) als Rats- bzw. Silberkammer.

Ratsarchiv in einstiger Silberkammer
Durch die Gefahren des 30-jährigen Krieges sah sich der Rat 1632 veranlasst, in diesem feuer- und diebstahlsicheren Gemach das Ratsarchiv unterzubringen. Zur Aufbewahrung der Archivalien wurden 1635 die bis heute genutzten so genannten Kammerkästchen angefertigt. In der südwestlichen Ecke des Obergeschosses richtete man die Kommissionsstube mit einem flachmuldigen Stichkappengewölbe ein. Diesen Raum schmücken außerdem eine Schrankeinrichtung und ein Portal mit originaler Tür aus dem Jahre 1691.

Die Lorenzkapelle
Ein architektonisches Kleinod bildet die Lorenzkapelle im Turm. Hier befand sich der Zugang zum Ratssaal, in den man durch das Portal gelangte. Um 1510 wurde der ursprünglich an seiner West- und Südseite offene Raum geschlossen, ausgemalt und zu einer Kapelle umgewandelt, die man 1513/14 dem Heiligen Laurentius (Lorenz) weihte. Die Lorenzkapelle schmückt ein vielgliedriges Innenportal, das von einem Rankenwerk mit Lilien umgeben wird. Bekrönt wird dieser Raum durch ein zierliches, bemaltes Sterngewölbe. In den Jahren 1983 bis 1993 wurden Wandmalereien aus der Entstehungszeit der Kapelle freigelegt und restauriert. Sie zeigen das Martyrium des Heiligen Lorenz, Christus als Weltenrichter und den Kampf des Heiligen Georg mit dem Drachen.

Historischer Rathauskeller
Aus dem Mittelalter stammen die tonnengewölbten Keller des Rathauses, die teilweise als Kerkerzellen genutzt wurden. In einer dieser Zellen saßen der Prinzenräuber Kunz von Kauffungen vor seiner Hinrichtung auf dem Obermarkt am 14. Juli 1455 sowie Räuberhauptmann Lips Tulian.

Die Bedeutung der an der südwestlichen Ecke des Rathauses befindlichen drei Kreuze, von denen zwei mit Erz ausgelegt sind, ist nicht genau bekannt. Angebracht wurden sie sicherlich aus religiöser Motivation heraus. Seit alters her werden sie als die eigentlichen Wahrzeichen der Stadt gedeutet.

Ursprünglich nicht zum Rathaus gehörig war das an der Nordostecke befindliche Gebäude der Stadtfronfeste, das so genannte Stockhaus (Stadtgefängnis). Im Jahre 1912 wurde es abgerissen und durch ein neues, nun zum Rathaus gehörendes Haus ersetzt.

Das Freiberger Rathaus wurde in seiner jahrhundertealten Geschichte mehrmals umgebaut, verändert und instand gesetzt. Die letzte große Sanierung fand 1997 – 2000 statt. Dabei wurden moderne Einrichtungen wie ein Aufzug für Behinderte in das denkmalgeschützte Gebäude integriert sowie Teile der wertvollen historischen Ausstattung restauriert.

1986 erhielt der Rathausturm ein Glockenspiel aus Meißner Porzellan. Täglich 11.15 und 16.15 Uhr erklingt hier das traditionsreiche „Glück auf!“

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