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Der Hospitalwald




Die erste Waldfläche, die den Namen Hospitalwald trug, lag direkt hinter dem zum Stift St. Johannis gehörenden Hospital (Fernesiechen, heute Johannishof). Später breitete sich der Name auf den größten Teil des Waldes aus, der sich über den Wasserberg zieht.

Das Stift, dessen Hospital dem Wald den Namen gab, wurde 1224 erstmals urkundlich genannt, als es der Papst unter seinen Schutz stellte. Drei Jahre später schenkte Heinrich, der Vogt von Freiberg, dem Stift u.a. einen Wald in Kleinschirma. Aus alten Karten lässt sich erkennen, dass es sich nur um einen Teil des östlich der heutigen Kleinschirmaer Straße liegenden Waldstückes handeln konnte. 1406 kaufte der Rat der Stadt Freiberg von Andreas Emmrich und dessen Frau ein Stück Wald, das ebenfalls zum Hospital kam. Es liegt in der Nähe des 1371 erstmals erwähnten Fernesiechen. Einhundert Jahre später (1474) gehörten lt. den Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins, Heft 2 "etliche geringe eckere und eynen kleynen wald" zum Stift St. Johannis.

Waldflächen zwischen dem Wohngebiet Wasserberg und dem Freiberger Ratswald wurden auf einer Karte von 1678 als Schönberg`scher Wald bezeichnet. Der Hospitalwald liegt auf dieser Karte nur östlich des Ölmühlenweges. Der Teil westlich des Ölmühlenweges, der noch 1912 nach dem Geschlecht der Freiberger, die den Wald lange Zeit im Besitz hatten, Freibergischer Wald genannt wurde, ist 1878 in das Eigentum des Stiftes St. Johannis übergegangen. Nun gehörte er zum Hospitalbesitz, wurde als Hospitalwald bezeichnet und heißt auch heute noch so. Für die Pflege und Unterhaltung des Waldes setzte das St. Johannisstift einen Förster und einen Waldaufseher ein.

Der Hospitalwald hatte in der Vergangenheit große Bedeutung für die Trinkwassernutzung der Stadt Freiberg. So zapfte die Kannegießerleitung (die Braunsche Leitung, die Neue Leitung und die Schwarzbornleitung) Wasser im Hospitalwald. Auch die Kreuzbornleitung und die Fischbornleitung nutzten das Wasser, das im Hospitalwald gespeichert wurde.