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Der Wald im Gimmlitztal




Ende des 19. Jahrhunderts veranlasste der steigende Wasserverbrauch der Stadt Freiberg den Rat der Stadt, Untersuchungen für das Erschließen neuer Wasserressourcen anzustellen. Eine dieser Untersuchungen kam zu dem Ziel, das Wasser der Gimmlitz bis nach Freiberg zu leiten und als Trinkwasser zu nutzen. Man ging dabei von einer zukünftigen Einwohnerzahl von 45.000 in der Stadt Freiberg aus. Eine Studie des Ingenieurs Albert Henochsberg, die als "Denkschrift über die Wasserversorgung der Stadt Freiberg" 1902 erschien, zeigte mehrere Möglichkeiten der Wasserversorgung auf. Henochsberg war Wassertechniker und wurde am 1. Oktober 1900 in der Stadtverwaltung Freiberg eingestellt. Mit dem Tiefbauunternehmen Löffler sollte Henochsberg die Frage der Freiberger Wasserversorgung klären. Der Ingenieur erhielt die Weisung , "unter Benutzung der zahlreichen Vorarbeiten und Gutachten, aber ohne an die bisher eingeschlagenen Wege sich irgendwie zu binden, nach allen für Freibergs Wasserversorgung in Betracht kommenden Möglichkeiten zu suchen". Zur Erreichung dieses Zieles wurde ihm völlig frei Hand gelassen. Er favorisierte ganz eindeutig die Gimmlitzvariante. Dazu sollten laut Denkschrift Wassernutzungsrechte für die Summe von 75.000 Mark im Talbereich der Gimmlitz erworben werden. Man dachte dabei an Bereiche oberhalb von Lichtenberg auf den Gemarkungen Burkersdorf, Frauenstein und Nassau.

Warum dann nicht die Wasserrechte, sondern gleich die Grundstücke gekauft wurden, geht aus den vorliegenden Unterlagen nicht hervor. Bis zum Oktober 1903 wurden für den oben genannten Zweck 58 Flurstücke mit ca. 50 ha erworben. Weitere Flurstücke wurden später noch gekauft. Der größte Teil der Flächen wurde sofort an die Verkäufer verpachtet. Die ganze Aktion, die nur etwas mehr als zwei Jahre dauerte, wurde zum größten Teil von Albert Henochsberg bearbeitet.

Später erfolgte an einigen Stellen zur Abrundung Landtausch mit Nachbarflurstücken, so dass eine bessere Wasserfassung möglich wurde. Bei den gekauften Flächen handelte es sich um Wasserläufe, Bachauen, Felder und Wälder. Doch auch Hutungen, Wohn- und Gewerbegebäude, wie die Kummermühle, waren dabei. Später wurden viele der Flächen aufgeforstet, so dass die Stadt Freiberg heute fast ausschließlich Waldflächen im Gimmlitztal besitzt.