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Wanderung 4 - Auf den Spuren des Bergbaus im Gebiet von Zug

Die Gemeinde Zug, heute als Stadtteil zu Freiberg gehörend, zwischen Brand-Erbisdorf und Freiberg gelegen, wurde 1839 gegründet. Aber schon im 16. Jh. war das Gebiet in bergbaulicher Nutzung (2. Hauptperiode des Freiberger Bergbaus) und hatte im 18./19. Jh. ihren Höhepunkt. Vier mächtige Haldenzüge durchqueren die alte Bergbaulandschaft. Sie sind Zeugen reger bergmännischer Tätigkeit auf dem Rosenkranz-, Turmhofer-, Hohbirker- und Krönertzug. Besonders wurde Silber- und Bleierz abgebaut.



Beginn der Wanderung ist an der Haltestelle "Stollnhaus" der Stadtbuslinie B.
Dort befindet sich unser erster Anhaltspunkt (1.)

Nr. / Bezeichnung Beschreibung
            1.
Das Huthaus und die Bergschmiede
Des Tiefen Fürstenstollns in Emanuel, auch Rotes oder Altes Stollnhaus genannt; um 1700 erbaut; steht am Hohbirker Zug (Haupterzgang), wovon der Name des Ortes abgeleitet ist. Nun folgen wir dem rot gekennzeichneten Weg in Richtung B 101 (Straße am Daniel).
            2.
Die Prophet Daniel Fundgrube
Huthaus etwa 1700 erbaut; Grube seit 1514 bekannt; dazugehörige Fundgrube nördlich des Weges (3)
            3.
Die Grube Halbe Kaue
In der Halde mehrere Schächte vorhanden, die bis zum Moritzstolln reichen (1791 gebaut; etwa 325m über NN tief)
            4.
Die Drei Kreuze
An einem ehemaligen Häuersteig gelegen; Herkunft nicht völlig klar; um 1500 entstanden; später bergmännische Andachtsstelle
            5.
Den Kurfürst Johann Georgen Stolln
Huthaus um 1710/1720 erbaut; typisches Gebäude dieser Zeit; Stolln schon seit 1612 bekannt
            6.
Die Segen Gottes Herzog August Fundgrube
Huthaus um 1800 erbaut; bis nach 1900 strohgedeckt; Grube seit 1612 bekannt; besonders bedeutend im 19. Jh.; bis 1898 in Betrieb. Wie auf der Karte zu sehen ist, führt von hier ein schmaler Weg zur Gaststätte Letzter Dreier an der B 101. Benutzt man den ursprünglichen Weg, so trifft man auf weitere bergbauliche Sehenswürdigkeiten.
            7.
Drei-Brüder-Schacht
Hauptschacht der Grube Herzog August; an der Haldenauffahrt ist die Erzrolle der Erzverladeanlage zu erkennen, die vor einigen Jahren vom Förderverein Drei-Brüder-Schacht restauriert wurde- Zeuge des maschinellen Förderbetriebes im 18./19. Jahrhundert; auf der Halde Schachtgebäude von 1813/1814; Scheidebankgebäude gegenüber von 1820; ab 1914 lieferte das erste Kavernenkraftwerk in 272 m Tiefe Elektroenergie (2,4 MW); Wasser fällt von Niveau des Moritzstollns in einem Gesenk weitere 135 m tiefer bis auf die Turbinen
            8.
Beschert Glück Fundgrube
Huthaus des Röschenschachtes 1786 erbaut; Dachreiter mit Bergglöckchen von 1815; Grube von 1697 bis 1899 in Betrieb; im 19. Jh. eine der größten Gruben; Freiberger Mustergrube; älteste Scheidebank im Freiberger Revier von 1795; im Westteil des Gebäudes Kunstschacht und Stangenschacht; Am Giebel des ehemaligen Heizhauses ist die Untertagesituation der Grube in einem Schaubild erläutert; zwei Erzrollenmundlöcher zum Abtransport der Erze mit Fuhrwerken; am Fuß der Treppe sehr sorgfältig ausgeführtes Trockenmauerwerk. Der Weg führt nun um die Halde herum und anschließend weiter über den Radweg an der Silberstraße parallel zum ehemaligen Graben der Aufschlagrösche.
            9.
Konstantinschacht
1844 Beginn der Teufung; 1873 Dampfförderanlage zur Wasserhebung errichtet; 1912 Gebäude ausgebrannt, später neu aufgebaut; 1924 bis 1968 lieferte er als Kavernenkraftwerk in 124 m Tiefe Elektroenergie. Um zum Ausgangspunkt der Wanderung zurückzugelangen, müsste man den Weg am Hohe-Birke-Kunstgraben nutzen. Es besteht aber auch die Möglichkeit die Gaststätte Zugspitze mit dem erhaltenen Denkmalkomplex der Mordgrube aufzusuchen (hin und zurück bis zum Konstantin 1 km).
            10.
Alte Mordgrube - späterer Mendenschacht
Seit 1516 bekannt; um 1831 bedeutendste Bleierzgrube des Freiberger Reviers; 1820 bis 1824 Bau einer Wassersäulenmaschine in einer Tiefe von 140 m durch J. F. Brendel; 1829 entstand eine neue Wäsche und damit die erste Eisenschienenbahn Sachsens, mit der das Erz zur Wäsche geschoben wurde; Damm noch erhalten; Bergschmiede von 1820: Huthaus von 1822; Material- und Bethaus mit Dachreiter, Uhr und Glocke von 1853; Förderhaus von 1906, bis vor ein paar Jahren Gaststätte zur Zugspitze. Der Kunstgraben, der uns am Weg zurück begleitet, wurde von 1589 bis 1590 erbaut. Er liegt in einer Höhe von etwa 475 m über NN und hat eine Länge von 4,8 km. Er lieferte vor allem den Gruben auf dem Hohbirker Zug Aufschlagwasser. Der Wanderweg hat eine Länge von etwa 5,5 km.