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Die Jagd

Am 03. Oktober 1990, dem Tag der Vereinigung der DDR mit der Bundesrepublik Deutschland, traten im Beitrittsgebiet u.a. das Grundgesetz und das Bundesjagdgesetz in Kraft. Das nunmehr wieder begründete Privateigentum an Grund und Boden bedingte, dass dem Grundstückseigentümer auch das Jagdrecht auf seinem Eigentum nach Maßgabe des Gesetzes zustand. In Absprache mit den Forstämtern Freiberg und Brand-Erbisdorf wurden bis zum Zeitpunkt der Zuordnung der Waldflächen in das Eigentum der Stadt Freiberg die Aufgaben der Jagd über vorläufige Verträge mit interessierten Jägern erfüllt.

Zu Beginn des Jagdjahres 1994/ 1995 konnten dann für zwei Eigenjagdbezirke Jagdpachtverträge mit einer Laufzeit von neun Jahren abgeschlossen werden. Durch die Jäger selbst wurde die 3-Jahres-Abschussplanung für Rehwild vorgenommen. Seitens des Eigentümers wurde diesen Planungen mangels fehlender Kenntnisse zur Jagd in den Jahren 1995 und 1998 zugestimmt; die untere Jagdbehörde setzte z.T. niedrigere Abschusszahlen fest, ohne dass Widerspruch eingelegt wurde. Die für einen Widerspruch bedeutsamen Verbissgutachten wurden dem Eigentümer nicht oder viel zu spät zur Verfügung gestellt.

Ein grundsätzliches Umdenken, wie die Jagd auszuüben ist, begann im Jahr 1999. Grundlage hierfür bildete das ökologische Waldentwicklungskonzept. In zahlreichen, mitunter heftig geführten Diskussionen, reifte die Erkenntnis, dass der Waldumbau nur erfolgreich umgesetzt werden kann, wenn entsprechender Einfluss auf den Wildbestand genommen wird. Im Jahr 2000 gewonnene Zahlen belegen, dass in kurzer Zeit der Stadt Freiberg ein Schaden entstanden war, den der Jagdpächter auf Dauer nicht tragen kann.

Nach ausgiebigen, oft kontrovers geführten Gesprächen auch vor Ort, ist es gelungen, gemeinsam mit der Mehrheit der Jäger auf der Grundlage des aktuellen Verbissgutachtens eine erhöhte und veränderte Abschussplanung zur Genehmigung einzureichen. Diese beinhaltet auch eine Abweichung von der Geschlechter- und Altersklassenverteilung, um verstärkt die Zuwachsträger zu bejagen.

Eine auf den Waldumbau ausgerichtete Bejagung wird nur dann umgesetzt werden können, wenn auch die Praxis der Jagdausübung eine Veränderung erfährt. Der Erfolg wird jedoch maßgeblich davon abhängen, ob die Jagdpächter und die die Planung genehmigende Behörde bereit sind anzuerkennen, dass auf lange Sicht das ökologisch komplexe und sensible Ökosystem "Wald" mit seinen vielfältigen Nutzungsansprüchen zu einem stabilen, naturnahen System durch den Eigentümer des Waldes, auch auf der Grundlage des Sächsischen Waldgesetzes, umzubauen ist.

Bisher wurden die Jäger bei der Erfüllung der Abschusspläne durch Gesellschaftsjagden unterstützt. Nur so war es möglich die Pläne einzuhalten. Dadurch kamen aber wiederum höhere Kosten auf den städtischen Haushalt zu. Die Gesellschaftsjagden haben aber auch gezeigt, dass noch ausreichend Wild im Freiberger Stadtwald vorhanden ist.



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Frau Kaffka
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E-Mail: Liegenschaften@Freiberg.de