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Bergbaugeschichtlicher Erkundungsweg

Wandertour "Freiberger Silberpfad"

Text: Dieter Schräber, Erzgebirgszweigverein Freiberg, 2005

Mit der vorliegenden Wanderbeschreibung soll der heimat- und bergbaugeschichtlich interessierte Wanderfreund mit den zahlreichen direkt bzw. indirekt dem Montanwesen verbundenen Sachzeugen im Gebiet der Freiberger Altstadt bekannt gemacht werden. Bitte achten Sie auf die Straßenschilder.

Beschreibung der Wanderroute



Ausgangspunkt der Wanderung auf der Spur des Silbers durch die Altstadt von Freiberg ist das Stadt- und Bergbaumuseum (1) am Untermarkt (ein Besuch wird sehr empfohlen). Dieses Haus war nach dem Brand von 1484 als Thümerei (Domherrenhaus) wieder aufgebaut worden und diente nach der Reformation als Lateinschule bzw. Gymnasium. Als erstes wird der

  • Untermarkt (2) (früher Aschmarkt) mit dem historischen Gebäudeensemble und dem Dom St. Marien (19) überquert. An der Nordseite steht linksseitig als Erinnerung an die jahrhundertealten Traditionen der Lederherstellung der Gerberbrunnen; rechts auf dem Platze ist eine freigelegte Anzucht (von "Wasser anziehen" = dränieren) des mittelalterlichen, aber noch heute funktionierenden städtischen Kellerentwässerungssystems zu sehen.

    (Von hier startet auch der Weg "Himmelfahrt Fundgrube")

    Über die im Nordosten vom Untermarkt abgehende
  • Meißner Gasse wird der Untermarkt verlassen, die Route führt nach wenigen Metern nach rechts in das

  • Bäckergäßchen. Im Bereich des Eckhauses zur Rechten ist sehr alter Silberbergbau aus der Frühzeit Freibergs nachgewiesen. An der Querstraße Am Mühlgraben lohnt ein Blick nach links zu den noch erhaltenen alten Gerberhäusern (3) aus dem 18. Jahrhundert. Nach dem Erreichen der

  • Talstraße biegt die Wanderstrecke nach rechts ab. Auf dem gegenüberliegenden Hang erstreckte sich vermutlich die Ortslage des alten Christiansdorf, aus dem der später Stadtteil "Sächstadt“ und die Stadt Freiberg hervorgingen. Links davon lagen das Mitte des 13. Jh. gegründete Maria-Magdalenen-Kloster und die alte Kirche St. Jacobi (erbaut um 1180, abgerissen nach 1890). Nach etwa 250 Metern Wegstrecke auf der Talstraße wird in einem Straßenknick die nach links abzweigende

  • Berggasse erreicht. Am Haus Berggasse 1 (4) (Sanierungspreisträger der Stadt Freiberg) befindet sich eine Tafel, die auf den ersten Silbererzfund hinweist, der hier gemäß einer von Agricola überlieferten Sage im Jahre 1168 in einem Hohlweg auf dem Haupterzgang des Freiberger Reviers, dem Hauptstollngang Stehenden, erfolgt sein soll. Am oberen Ende der Berggasse trifft die Route auf die

  • Pfarrgasse (möglicherweise alte Dorfstraße von Christiansdorf), an der zahlreiche Häuser aus dem 16. Jh. stehen, so gegenüber der Berggasse das Haus Pfarrgasse Nr. 20, wie Haus Nr. 22 Sanierungspreisträger der Stadt Freiberg. Oberbergmeister Martin Planer (1510-1582) besaß zeitweise Nr. 18. Die Route folgt nun der Pfarrgasse bergabwärts nach links und erreicht nach etwa 100 Metern die Kreuzung mit der Jacobigasse (links) und der

  • Terrassengasse. Das links gelegene, heute viergeschossige Haus Pfarrgasse 37 (5) neben der Klosterschänke (16.Jh.) ist Freibergs ältester erhaltener Profanbau (erbaut zwischen 1240 und 1250). Gegenüber der Klosterschänke befand sich die Grube Silberner Bergmann. Links der Terrassengasse stand die schon erwähnte alte romanische Kirche St. Jacobi (heute: Standort des Hauses Dürer des Gymnasiums Freiberg). Gegenüber zeigt die auf einer aus alten Schachthalden bestehende Terrasse zurückgesetzt stehende Bebauung den Verlauf des Hauptstollngang Stehenden an. Am linken Ende der Gasse befindet sich das Forschungsinstitut für Leder- und Kunstledertechnologie (6).
    Nun biegt die Wanderstrecke nach rechts in den parallel zum
  • Donatsring verlaufenden Fußweg an der Stadtmauer ein. Nördlich der Straße steht ein neuer Wetterschacht, dem gleichmäßig temperierte und nahezu keimfreie Grubenluft zur Klimatisierung des Krankenhauses entnommen wird.
    In diesem Abschnitt des Donatsringes ist auch als einzige Stelle noch der doppelte Mauerring der Freiberger Stadtbefestigung aus dem 12./13. Jahrhundert mit dem Wallgraben erhalten. Auf dem höchsten Punkt der Route wird das

  • Donatstor mit dem Donatsturm (7) ( 15. Jh.) erreicht, dem einzigen Rundturm der Freiberger Stadtbefestigung. Gegenüber steht die 1892 erbaute neue Jacobikirche (8) neben dem 1521 als Pestfriedhof angelegten Donatsfriedhof (Historischer Friedhof mit Grabstätten zahlreicher berühmter Freiberger), südlich der B 173 die mit einem großflächigen Sgrafitto verzierte ehemalige Bergschmiede der Grube Methusalem (9) ( 16./17. Jh.). Am Donatstor vorbei geht es zur

  • Kleinen Hornstraße, welche die Wanderer durch den parkartig gestalteten Außenring vorbei an Bebauung aus der Mitte des 19. Jh. bis in das Münzbachtal zur Wasserturmstraße führt. Hier besteht Anschluss zu den Bergbaugeschichtlichen Erkundungswegen Zug und Muldenhütten/Alte Dynamit (Wegweiser). Nach Überquerung der nach dem Wasserturm der ehemaligen Stadtbefestigung benannten Wasserturmstraße wird der

  • Helmertplatz erreicht, an dessen rechter Seite das Gebäude des Reicher Trost Schachtes (10) steht, der auf dem hier in ca. 60 Metern Tiefe verlaufenden Hauptstollngang Stehenden betrieben wurde. Gegenüber stand am Ausgang der Stollngasse das ehemalige Huthaus des Alten Tiefen Fürstenstollns. Die Wanderung führt jetzt nach rechts in die

  • Gerbergasse, die ihren Namen von den zahlreichen Werkstätten der Gerber am Mühlgraben des heute verrohrten Münzbaches erhalten hat. Vor der Einmündung der Kesselgasse baute noch um 1749 rechts der Gerbergasse unmittelbar im Taltiefsten die Neubeschert Glück Fundgrube. Die Halde wurde zwischenzeitlich abgetragen. Nach Erreichen der

  • Kesselgasse, die ihren Namen den hier im Mittelalter ansässigen Kesselschmieden verdankt, biegt die Route nach links ab und führt vorbei an einem der schönen alten, bis zum 16. Jahrhundert für Freiberg typischen Fachwerkgebäude (Gaststätte "Zum Nicolai") bergwärts zum

  • Obermarkt, ein gotischer Marktplatz, der an der Wende vom 12. zum 13. Jh. planmäßig angelegt wurde. Das heutige Rathaus (11) ist in wesentlichen Teilen noch auf 1410 zu datieren. An der Südwestecke befinden sich erzbesetzte Kreuze (altes Wahrzeichen Freibergs bei Wandergesellen). Vom Erker schaut ein Gaffkopf herab, der als Bildnis des Kunz von Kaufungen gedeutet wird, welcher hier 1455 hingerichtet worden ist (schwarzer Stein auf dem Obermarkt). Der Turm beherbergt ein Glockenspiel aus Meißner Porzellan, das täglich um 11.15 und 16.15 mit einer Bergmannsweise erklingt . An der Südseite des Marktes sollte das Portal des Hauses Obermarkt 1 (17. Jh:) und an der Nordseite das Portal des Hauses Nr. 17 (Anf. 16. Jh. - Bergbau zu Zeiten Agricolas) besichtigt werden. Auf dem Markt steht das Denkmal des Markgrafen Otto der Reiche (12), des Gründers der Silberstadt Freiberg.
    Neben dem Ratskeller führt der Weg in die

  • Kaufhausgasse, die ihren Namen vom ehemaligen städtischen Kaufhaus im Gelände des heutigen Ratskellers erhalten hat (Umbau 18. Jh.), und an deren Ende nach links in die

  • Akademiestraße, benannt nach dem Gründungsgebäude der Bergakademie Freiberg (13); Gebäudekomplex auf der gegenüberliegenden Straßenseite mit dem ehem. Wohnhaus des Oberberghauptmanns v. Oppel (1720-1769), eingebogen wird. Sofort danach biegt der Weg rechts in die
    - Nonnengasse ab und verfolgt diese bis zum

  • Schlossplatz, benannt nach dem als Nachfolger der ab 1170 errichteten Burg Mitte des 16. Jh. erbauten Renaissanceschlosses Freudenstein (14). Nach 1780 zum Getreidespeicher mit Bergmagazin umgebaut, wurde es nach Rekonstruktion 2006-2008 zum Domizil von Mineraliensammlung und Bergarchiv. Im Vorgängerbau wurden als Söhne Herzog Heinrichs des Frommen (1473-1541) die späteren Kurfürsten Moritz (1521-1553) und August I. (1526-1586) geboren. Gegenüber vom Schloss steht rechts das Silbermann-Haus (15) (früher "Reiterwache"), in dem Gottfried Silbermann (1683 - 1753) zwischen 1711 und 1753 insgesamt 44 Orgeln gebaut hat, von denen in Freiberg noch vier (zwei im Dom, je eine in St. Jacobi und St. Petri - letztere Parallelprojekt zur alten Dresdner Frauenkirchenorgel) erhalten sind.
    Vom Schlossplatz führt die Wanderroute vor dem Schloß nach rechts in die

  • Brennhausgasse, benannt nach der Silber-Feinbrennhütte, in der das noch spröde und unreine Rohsilber (80-90% Ag) durch Aufblasen von Frischluft auf die Schmelze und damit Abtreiben der störenden Bestandteile zu münzfähigem Metall raffiniert wurde. Links befindet sich das eingeschossige historische Laborgebäude (16) der TU Bergakademie, in dem Clemens Winkler 1885 das chemische Element Germanium entdeckt hat (Gedenktafel). Vorbei am Schönbergschen Hof (17) rechts, einem Freihof des Adels, und am Mineralogischen Institut (18) rechts (Schaukästen an der Außenfassade beachten!), führt der Weg nach rechts nun vorbei am ehemaligen Unterhof (links) und dem dahinter gelegenen ehemaligen Franziskanerkloster ( Parkplatz in der Mönchsstraße) über altes Silberbergbaugebiet (Grubenfeld des Familienschachtes) auf den

  • Untermarkt zurück. Rechts erhebt sich der Dom St. Marien (19), der in seiner jetzigen Form nach dem großen Stadtbrand von 1484 entstanden ist. Im verglasten Jugendstilanbau an der Südseite ist die romanische Goldene Pforte aus dem 13. Jahrhundert zu erkennen. Der Dom St. Marien (Besichtigung zu empfehlen) steht auf dem Gelände der alten romanischen Marienkirche, ab 1175 als Kirche des Burglehens errichtet. Zur Besichtigung des Domes geht es am Stadt- und Bergbaumuseum (1) vorbei rechts in die Straße Am Dom zum Kartenverkauf und zum Eingangsportal.

    Hier endet der "Freiberger Silberpfad"


    Informationen zur Strecke:


  • Wegstrecke: 3,5 km, Gehzeit: 2 Std. (ohne eventuelle Besichtigungen).

    Es ist mit regem Straßenverkehr zu rechnen, sodass sich die Wanderzeit etwas verlängern kann. Auf der Grundlage der Beschreibung richten Sie sich bitte nach den Straßenschildern und den an den sehenswerten Objekten angebrachten Erklärungstafeln.