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03.05.2016

Verkehrsentwicklungsplan Freiberg 2030

Häufig gestellte Fragen umfassend beantwortet - und Visionen für 2030

Zum Interview als pdf im Amtblatt vom 29. April 2016, Seite 12:
Amtsblatt Nr. 5 vom 29.04.2016

Die Verkehrssituation in Freiberg soll verbessert werden – für alle Verkehrsteilnehmer. Dafür ist in den vergangenen Monaten der „Verkehrsentwicklungsplan Freiberg 2013“ erarbeitete worden. Erstmals öffentlich vorgestellt wurde er zur Stadtratssitzung im Februar. Es folgten eine Bürger-Info-Veranstaltung und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange. Vom 11. März bis 8. April lag das umfassende Konzept zudem im Stadthaus II aus, sodass sich die Bürger hier nochmals umfassend informieren und ihre Meinung dazu abgeben konnten. Alle Anregungen, Hinweise und Bedenken werden nun geprüft und entsprechend eingearbeitet, damit der Stadtrat das Konzept im Juni beschließen kann. Häufig gestellte Fragen beantworten Bürgermeister Holger Reuter und Daniela Schäfer, Sachgebietsleiterin Stadtentwicklung.

Warum war so ein Konzept notwendig, was betrachtet es konkret?

Holger Reuter:
Der Verkehr in einer Stadt unterliegt ebenfalls Veränderungen, die sich durch die Verkehrsentwicklung aller Verkehrsarten ergeben. Die Nachfrage ist dabei unterschiedlich ausgeprägt, so dass wir es für notwendig erachtet haben, unsere Verkehrsstrategie mit dem Zielhorizont 2030 auf den Prüfstand zu stellen.
Der sich daraus ergebende Verkehrsentwicklungsplan 2030 soll diese Zielstellung beinhalten. Bei gleichrangiger Betrachtung aller Verkehrsarten - motorisierter Individualverkehr, öffentlicher Nahverkehr, Rad- und Fußverkehr - wurden Ursachen und Wirkungszusammenhänge im Gesamtverkehrssystem herausgearbeitet.
In der Stadt Freiberg liegen mehrere einzelne Konzepte zur Verbesserung der Verkehrssituation vor - z.B. Radwegekonzept und Verkehrskonzept Altstadt. Im Verkehrsentwicklungsplan erfolgt eine ganzheitliche Betrachtung des Verkehrs in der Stadt Freiberg.

Durch den Bau der Ortsumgehung Freiberg sind gravierende Verbesserungen im Verkehrsgeschehen der Stadt Freiberg zu erwarten. Gleichermaßen verbleibt ohne den Bau der Ortsumgehung die hohe Verkehrsbelastung in der Stadt, worauf dann auch eine verkehrsplanerische Antwort zu geben wäre. Deshalb wurden zwei Szenarien (mit Realisierung der Ortsumgehung Freiberg und ohne Realisierung der Ortsumgehung Freiberg) betrachtet.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen sollen nach Beschluss des Stadtrates entsprechend der Haushaltssituation der Stadt Freiberg umgesetzt werden

Wir sind die Verkehrsarten betrachtet worden?

Daniela Schäfer:
Es erfolgten umfangreiche Recherchen zu den einzelnen Verkehrsarten. So z.B. wurde eine Haushaltsbefragung von 2.000 zufällig ausgewählten Haushalten zur Verkehrsmittelwahl für die einzelnen Wege durchgeführt. Komplettiert wurde diese Analyse durch Gespräche mit größeren Unternehmen und verschiedenen Einrichtungen, wie beispielsweise Krankenhaus, Bergakademie und Kinder- und Jugendparlament, zu deren Einschätzung der Verkehrssituation in Freiberg.

Um gleichrangige Betrachtung aller Verkehrsarten schon bei der Erarbeitung des Verkehrsentwicklungsplanes zu gewährleisten, wurde ein Arbeitskreis, bestehend aus Vertretern der Verwaltung, der Verkehrswacht, der AG Rad und der Regiobus-Mittelsachsen GmbH gebildet.

Mit der Untersuchung sind Vorschläge erarbeitet worden, um in Freiberg die Verkehrssituation zu verbessern. Wie viele Vorschläge sind denn gemacht worden?
Daniela Schäfer: Der Verkehrsentwicklungsplan enthält 68 Maßnahmenvorschläge zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses aller Verkehrsteilnehmer in der Stadt Freiberg.

Werden diese alle umgesetzt?
Holger Reuter
: Das Maßnahmenpaket unterscheidet kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen. Eine Umsetzung der Maßnahmen kann nur entsprechend der Haushaltssituation der Stadt Freiberg erfolgen. Dabei sollen schnellwirksame Maßnahmen mit geringen Kosten kurzfristig umgesetzt werden. Dies betrifft z.B. die Verbesserung der Übersichtlichkeit von Knotenpunkten und die Einrichtung von Querungshilfen für Fußgänger. Über den konkreten Maßnahmeplan entscheidet der Stadtrat.

Welches sind die wesentlichsten Vorschläge?
Holger Reuter:
Hier eine Wertung zu treffen, ist sicher schwierig, denn jeder Betrachter hat sicher unterschiedliche Präferenzen.
Eine entscheidende Maßnahme ist die Neuanbindung des Gewerbegebietes Davidschacht über das Gelände des ehemaligen Ostbahnhofes an die B173. Diese ist sicher nur mittelfristig leistbar, aber doch von großer Bedeutung für die weitere Entwicklung des Gewerbestandortes. Eine andere Herausforderung sind Neugestaltungen des Straßenraumes wie z.B. in der Schönlebe- und Dammstraße. Voraussetzung dafür ist der Bau der Ortsumgehung, da nur damit die notwendige Verkehrsentlastung für die Umsetzung dieser Maßnahmen erreichbar ist. Mit der Fertigstellung der Ortsumgehung ist natürlich auch auf den derzeit viel befahrenen Bundesstraßen die Einrichtung eines geschlossenen Radwegenetzes umsetzbar.

Wird es eine Prioritätenliste geben?
Daniela Schäfer
: Ja, der Verkehrsentwicklungsplan enthält Maßnahmenvorschläge für eine kurz-, mittel- und langfristige Umsetzung. Darauf aufbauend werden wir dem Stadtrat eine Prioritätenliste vorschlagen die die Maßnahmen in Umsetzungskategorien I – III unterteilt.

Ab wann wird mit der Umsetzung begonnen?
Daniela Schäfer: Mit Beschluss durch den Stadtrat, dem es im Sommer vorgelegt werden soll, wird mit der Umsetzung der Maßnahmen begonnen. Dabei können Maßnahmen mit geringen finanziellen Auswirkungen und geringem Planungsbedarf zeitnah umgesetzt werden. Baumaßnahmen (Bau- und Sanierung von Straßen, Anlegung von Radwegen) benötigen dagegen einen entsprechenden Planungsvorlauf und die Sicherung der Finanzierung. wird auf Bei der Einordnung der Baumaßnahmen in die mittelfristige Finanzplanung wird auf den Verkehrsentwicklungsplan Bezug genommen.

Wird das Konzept fortgeschrieben?
Daniela Schäfer: Das Konzept wird bei Bedarf fortgeschrieben, z.B. bei geänderten rechtlichen Vorgaben und geänderter Schwerpunktsetzung hinsichtlich der städtebaulichen und verkehrlichen Entwicklung.

Ist für das Verkehrskonzept auch die Ortsumgehung mit betrachtet worden?
Holger Reuter: Ja, das Verkehrskonzept enthält eine Variantenuntersuchung. Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind in Szenarien mit und ohne Ortsumgehung betrachtet und deren Wirkung dahingehend geprüft worden. Allerdings setzen wir für eine positive Verkehrsgestaltung in unserer Stadt nach wie vor auf den Bau der Ortsumgehung

Was bedeutet es für den Verkehr in Freiberg, wenn die Ortsumgehung nicht kommt?
Holger Reuter: Ohne den Bau der Ortsumgehung sind für die Verkehrsgestaltung innerhalb der Stadt Freiberg nur geringe Spielräume zur Verbesserung der Verkehrssituation gegeben. Im Bereich der Bundes- und Haupterschließungsstraßen können zur Verbesserung der Verkehrssicherheit und des Verkehrsflusses nur Einzelmaßnahmen wie z.B. die Einrichtung von Querungshilfen durchgeführt werden. Auch ein geschlossenes Radwegesystem bliebe Stückwerk.

… und welche Spielräume würde dahingegen eine Ortsumgehung unserer Stadt bringen?
Holger Reuter
: Mit dem Bau der Ortsumgehung und der damit verbundenen Reduzierung des Verkehrsaufkommens um bis zu 37.000 Kraftfahrzeugen am Tag im innerstädtischen Bereich sind vielfältige Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssituation auf den am meisten belasteten Straßen möglich. Dies betrifft z.B. eine deutliche Entlastung der Wohnbebauungen vom Durchgangsverkehr im Bereich der Spange Karl-Kegel-Straße, Käthe-Kollwitz-Straße – Berthelsdorfer Straße – Schönelebestraße – Peter-Schmohl-Straße, Bereich Humboldtstraße – Dammstraße.
Die Aufhebung der Trennwirkung zwischen Altstadt und Albertpark durch die Wallstraße. Die Wallstraße (B 101) kann nach dem Bau der Ortsumgehung verkehrsberuhigt werden. Ein in sich geschlossenes Radwegesystem wäre auf den derzeitigen Bundesstraßen möglich.

Zur Bürger-Info-Veranstaltung im März waren weniger als 100 Freibergerinnen und Freiberger gekommen. Ist das ein gutes Zeichen?
Daniela Schäfer: Über die Bürger-Info-Veranstaltung hinaus wurde der Verkehrsentwicklungsplan in der lokalen Presse vielfältig vorgestellt. Einzelne Bürger haben die Möglichkeit der Einsichtnahme in den Verkehrsentwicklungsplan während der Auslegungszeit genutzt. Derzeit liegen zwei Anregungen bzw. Einwände zum Verkehrsentwicklungsplan vor.

Der Verkehrsentwicklungsplan wurde auch den betroffenen Trägern öffentlicher Belange übergeben. Deren Hinweise und Anregungen werden in den Verkehrsentwicklungsplan eingearbeitet. Es wurde keine ablehnenden Stellungnahmen übergeben. Die Resonanz der Träger öffentlicher Belange war positiv.
In der Informationsveranstaltung im März im Ratssaal wurde der Verkehrsentwicklungsplan in seinen Auswirkungen vorgestellt. Von den anwesenden Bürgern wurde begrüßt, dass die Stadt Freiberg sich dem Verkehrsproblem der Stadt vollumfänglich widmet. Es gab rege Diskussionen zu einzelnen Maßnahmen, wie Fahrradschutzstreifen, Tempo-30-Zonen, zu kurze Ampelzeiten an Fußgängerüberwegen, Verkehrsberuhigungen in einzelnen Straßen, Pendlerparkplätze, und Ortsumgehung.
Da verhältnismäßig wenige Bürger Stellungnahmen zum Verkehrsentwicklungsplan abgegeben haben, kann dieses auch als gutes Zeichen gewertet werden. Man kann aber auch schlussfolgern, dass die derzeitige Verkehrssituation der Stadt Freiberg von der Mehrzahl der Bürger als akzeptabel betrachtet wird.

Wie wird Freiberg verkehrstechnisch 2030 aufgestellt sein?

Holger Reuter:
Das kann wohl keiner so genau vorhersagen, aber einen Wunsch hätten wir schon.
Es wäre wirklich ein großer Gewinn, wenn im Jahr 2030 durch den Bau der Ortsumgehung Freiberg die Stadt Freiberg vom Durchgangsverkehr entlastet wird. Die Wohnqualität durch weniger Lärm und weniger Umweltbelastungen durch Feinstaub wäre in den stark belasteten Wohngebieten Wasserberg, Seilerberg, Teilen der Bahnhofsvorstadt und entlang des Altstadtrings deutlich verbessert. Ein geschlossenes Radwegesystem würde das Verkehrsangebot bereichern. Die Straßenraumgestaltung hätte durch mehr Grün und großzügige Fußgängerangebote gewonnen. Die Wallstraße könnte z.B. verkehrsberuhigt werden, um somit eine bessere Anbindung der Altstadt an den Albertpark zu gewährleisten. Es wäre einfach mehr Lebensqualität für unsere Bürger gegeben.

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