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Der Freiberger Ratswald




Der ursprüngliche Ratswald umfasste nur eine kleine Fläche des Waldes zwischen dem Wasserberg und dem Goldbachtal in Richtung St. Michaelis. Der größte Teil der stadtnahen Waldfläche gehörte zum Hospitalwald. Ein Weg bildete in früherer Zeit die sichtbare Grenze. Dieser wurde durch den Bau des Schießplatzes unterbrochen. Der Schießplatz, die Verlängerung der Ziegeleistraße, bildet heute noch die Grenzlinie zwischen beiden Wäldern.

1444 kaufte die Stadt Freiberg von Apel von Vitzthum unter anderem das Rote Vorwerk und damit auch einen Teil des Wasserberges, "... den Wasserberg mit allen Gerichten". So kam ein Teil des heutigen Stadtwaldes in den Besitz der Stadt. Noch 1678 wurde dieser Teil "Rothes-Vorwerks-Holtz" genannt. Der damals schon bestehende Stadtwald, auch Rathswald genannt, lag westlich davon. Dieser Teil des Waldes trug diesen Namen seit 1582, als er von der Stadt für 3600 Gulden von Heinrich Freiberger abgekauft wurde. In dem Gebiet des Stadtwaldes liegen auch das Streitholz, die Hölle und der Schwarze Brunn. Heute gehören zu diesem Waldgebiet ebenfalls Flächen auf den Gemarkungen Oberschöna und Linda.

Der letzte Rittergutsbesitzer von Oberschöna, von Lentz, Schwiegersohn der Familie von Carlowitz, kam in der Zeit nach 1925 in immer größere Finanzschwierigkeiten. Deshalb bot er um 1929 der Stadt Freiberg Wald zwischen dem Freiberger Stadtwald und der Striegis zum Kauf an. Diese Fläche wird noch heute als "Wüste Hufe" bzw. "Stadtberg" bezeichnet, und auch in den alten Akten findet man diese Namen. So auch in Johannes Langer: Erzgebirgsfluren, in den Mitteilungen des Freiberger Altertumsvereins (MFA), Heft 58. Er stellt fest, dass die "Wüste Hufe" und das daneben liegende "Wüste Gut" bei einem Kroateneinfall 1632 während des 30-jährigen Krieges wüst wurden. Es handelte sich um 2 Hufen von insgesamt 70 Scheffel Größe. Eigentümer war vor dem Überfall Jacob Haubold. Eine Parzelle, das "Wüste Gut", wurde noch im gleichen Jahr weiter verkauft, den Rest behielt die Herrschaft trotz des Einspruchs der Gemeinde. Für die 1929 zur "Wüsten Hufe" gehörende Fläche von ca. 70 ha wollte von Lentz 120.000 RM von der Stadt Freiberg haben. Die Stadt lehnte ab. Die Stadträte waren der Meinung, dass von Lentz in großen Schwierigkeiten ist und bald für weniger Geld verkaufen muss und so kam es auch. 1932 erfolgte eine Zwangsversteigerung des Lentz`schen Vermögens. Für nur noch 45.000 RM konnte die Stadt Freiberg den angebotenen Lentz´schen Besitz an Wald ersteigern. Weitere Bieter waren nicht vorhanden.

In den Jahren 1928 und 1940 erfolgten weitere Käufe in diesem Gebiet. Diese Grundstücke wurden von Bauern angeboten, so auch Wiesenflächen, die vorausschauend zur Aufforstung angekauft wurden. 1939 verkaufte Herr Lentz eine weitere Fläche an die Stadt Freiberg. Damit wurde die Fläche zwischen dem Freiberger Stadtwald und der Striegis abgerundet.