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Laudatio für den Bürgerpreisträger 2002 - Eberhard Männchen

"Seit Wochen steht Freibergs City im Mittelpunkt presseöffentlicher Diskussionen.
Selbst Forderungen, die die City geradezu zerstören würden, waren zu lesen. Sicher, es besteht Handlungsbedarf, aber nicht auf Kosten der architektonischen Attraktivität und touristischen Wirksamkeit. Das Schlimmste wäre, ihren Mittelpunkt in einen Parkplatz umzuwandeln. Wer ein solches Kleinod zur Blechlawinenlandschaft verkommen lassen will, hat weder etwas für Tourismus oder seine Mitbürger noch für kommende Generationen übrig." Das war nicht etwa ein Bericht über eine Stadtratssitzung der jüngeren Vergangenheit. Nein, es war ein Zitat aus einem Artikel in der Freiberger Zeitung vom Juni 1995. Dort hatte sich in einem Leserbrief der Freiberger Eberhard Männchen zu Wort gemeldet. Und wir fragten uns damals im Baudezernat, wer ist Eberhard Männchen? Kennt den jemand? Lieber Herr Männchen, wir haben Sie dann bald persönlich kennengelernt, und jetzt nach vielen Jahren gemeinsamen Bemühens um unsere Stadt kennen wir uns natürlich ganz gut. Ich darf Ihnen allerdings sagen, sympathisch waren Sie uns mit Ihrem Leserbrief, aus dem ich zitiert habe, von Anfang an.

Wer ist nun dieser Eberhard Männchen, dem heute der Bürgerpreis verliehen werden soll? Geboren am 2. September 1930 in Freiberg, besuchte er hier die Dürerschule und die Handelsschule und war danach bei der Knappschaft tätig sowie ab 1946 bei der Stadtverwaltung. Mit dem Übergang der Ortspolizeibehörde an das Kreispolizeiamt wirkte er dort und gelangte, wie das damals durchaus nicht unüblich war, zur Kasernierten Volkspolizei und mit ihr nach Mecklenburg. Dort nahm seine Entwicklung eine jähe Wendung dadurch, dass er 1953 wegen des Verdachtes auf Spionage für westliche Mächte verhaftet wurde und mehrere Monate im Gefängnis in Einzelhaft saß.
Trotzdem er nach seiner Entlassung ein Fernstudium aufnehmen konnte, wurde er erst 1996 rehabilitiert. Er studierte Kulturwissenschaft und war bis 1989 im kulturellen Bereich tätig. 1990 wandte er sich wegen einer Arbeit in Lüneburg nicht nur nach Westen, sondern auch bereits der Stadtgestaltung zu. 1995 ging er in Rente, kehrte nach Freiberg zurück und dann begann das, was bisher alles andere als ein Ruhestand war. Der einleitend genannte Leserbrief war der Auftakt für das Sich-Einmischen, für bürgerschaftliches, ehrenamtliches Engagement im besten Sinne.

Im Jahre 1996 erfolgte der Beitritt zum Stadtfestverein Freiberg. Bald war er dort nicht nur zahlendes Mitglied, sondern wurde stellvertretender Vorsitzender und war in dieser Funktion Auge und Ohr, Herz und Hand dieses Vereins. Eberhard Männchen sieht sich in einer solchen Funktion als Partner von Geschäftsleuten, Händlern und Gewerbetreibenden, aber auch als Partner der Stadtverwaltung. So sahen und sehen ihn durchaus nicht alle Beteiligten oder Betroffenen, denn er bleibt immer auch streitbar, wenn er sich Gedanken um "anderer Leute Angelegenheiten" macht, sei es um die leidige Frage einheitlicher Öffnungszeiten im Handel, sei es um dessen Kundenfreundlichkeit oder das nur in Teilbereichen attraktive Angebot des Freiberger Wochenmarktes, das für ihn auf Dauer kritikwürdig geblieben ist.
Genauso meldet er sich auch zu Wort, wenn es um umständliche und zeitraubende Genehmigungsverfahren der Stadtverwaltung geht. Sein besonderes Augenmerk galt und gilt den Fußgängerzonen, ihrer Gestaltung und der Aufenthaltsqualität, die durch zeitliche Reglementierung des Lieferverkehrs verbessert werden sollte. Eine Lieblingsidee von ihm ist, dass auch in Freiberg, wie in vergleichbaren Städten schon praktiziert, ein System der Citylogistik entsteht.

Am meisten Eindruck gemacht und Außenwirkung entfaltet hat er jedoch mit "seinem STAFF e.V." bei der Organisation von Bergstadtfesten, Christmärkten und anderen Festen in unserer Stadt. Der Stadtfestverein hat unter seiner Leitung auch Veranstaltungen zum ersten Spatenstich oder Richtfeste organisiert und ausgestaltet. Die erfolgreiche Arbeit des Stadtfestvereins wäre nicht möglich gewesen ohne die Beteiligung der Händler und Gewerbetreibenden, die durchaus nicht immer ohne Stress ablief, und zwar auf beiden Seiten. Trotzdem lässt sich Eberhard Männchen nicht entmutigen. So hat der Stadtfestverein zeitweise den Betrieb des Tivoli gesichert und für ordnungsgemäße Abrechnung und Übergabe beileibe nicht nur Dank geerntet.
Ein weiterer Höhepunkt des ehrenamtlichen Engagements war erreicht, als Eberhard Männchen zum Vorsitzenden des Stadtmarketingvereins gewählt wurde. Bereits wenige Wochen nach Gründung des Vereins waren erste Ergebnisse zu sehen: Die Fußgängerzone Burgstraße und der verkehrsberuhigte Bereich in der Erbischen Straße wurden durch Bänke und mehr Grün aufgewertet. Etwas später, in der Adventszeit, gab es erste Ergebnisse des Projektes "mehr Licht", indem seither Nikolaikirche und Donatsturm bei Dunkelheit angestrahlt werden. Vieles ist in Bewegung, vieles ist in Planung, doch es zeigt sich leider, dass ehrenamtliches Engagement wohl auch seine durch Gesundheitszustand und Alter gezogenen Grenzen hat. Denn zurzeit stehen andere und wenig angenehme Dinge für Eberhard Männchen im Vordergrund. Wie wir alle wissen, ist er ernstlich krank.

Wir freuen uns, dass Sie in dieser Stunde bei uns sein und die Ehrung selbst entgegennehmen können, weil die Ärzte Ihnen Urlaub gegeben haben. Ich werte das als gutes Zeichen. So wünschen wir Ihnen, lieber Herr Männchen vor allem eine baldige Besserung Ihres Gesundheitszustandes. Die einen wünschen Ihnen Gottes Segen, die anderen einfach viel Glück, die einen werden Ihnen vielleicht die Daumen drücken, die anderen werden Sie vielleicht in ihr Gebet einschließen. Vor allem aber möchten wir Ihnen Dank sagen für alle Ihre guten Gedanken für unsere Stadt, für all Ihr Mittun, und wir freuen uns über den Bürgerpreisträger 2002 der Stadt Freiberg, Eberhard Männchen.

Rainer Bruha
Dezernent
hielt die Laudatio für den Bürgerpreisträger 2002: Eberhard Männchen

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