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11.01.2015

Laudatio für den Bürgerpreisträger 2014 - Dr. Volker Bannies

"Erhalt Sachsens ältester Schulbibliothek ist kein Selbstlauf"



Verehrte Gäste, lieber Volker Bannies,

in Freiberg gibt es vielfach Gelegenheit, von Superlativen zu reden. 500 Jahre Gymnasium, beginnend mit der Lateinschule, und 450 Jahre Andreas-Möller-Schulbibliothek gehören in diesem Jahr in besonderer Hinsicht dazu. Da ist es doch gewissermaßen auch ein Symbol, das Jahrzehnte lange, erfolgreiche Wirken von Dr. Volker Bannies als Kustos dieser einmaligen historischen Bibliothek zu würdigen.

Geht es doch um die letzte Schulbibliothek Sachsens, die Jahrhunderte, stürmische Zeiten und gesellschaftliche Umbrüche nur überdauerte, weil sich in unserer Stadt immer wieder Menschen wie Volker Bannies sich dieser Aufgabe und der damit verbundenen Verantwortung gestellt haben. Mehr als 6400 Bände, darunter allein über 300 Handschriften und mehr als 500 Wiegendrucke sind heute ein unschätzbarer Wert. Große, renommierte Museen würden sich mit diesen Juwelen glücklich schätzen. Der Erhalt dieser Kostbarkeiten ist allerdings kein Selbstlauf. Mit großem Engagement gelang es Volker Bannies immer wieder, Spenden von Privatpersonen und Unternehmen sowie Fördermittel einzuwerben, um dringende Restaurierungsarbeiten zu finanzieren und damit einmalige Bücher und Schriften für die Nachwelt zu erhalten. Die Stiftung Kunst und Kultur der Sparkasse Mittelsachsen hat sich im Verbund mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung besonders engagiert. Ich habe persönlich erlebt, wie überzeugend, mit welcher Fachkompetenz Dr. Bannies als Kustos geradezu unausweichlich agiert und welche Gabe er besitzt, andere für „seine“ bibliophilen Schätze zu begeistern, ja mitzureißen. Seine Fähigkeiten als besonders beliebter Geschichtslehrer, Zuhörer durch Worte, Mimik und Gesten zu bannen, ist wahrscheinlich auch ein Grund, dass Besucher der historischen Bibliothek regelmäßig einen persönlichen Beitrag für die Erhaltung des Bücherschatzes leisten wollen.

Im musealen Bereichen fühlen sich handelnde Personen ja oft in einem Konflikt zwischen Bewahren und Präsentieren. Denn es erscheint ihnen unvereinbar, einerseits der Verantwortung zum Schutz der unermesslichen Werte gerecht zu werden und andererseits - wie hier - die Schönheit von Handschriften, Frühdrucken und anderen kostbaren Werken, den Schülern und einem breiten Publikum immer wieder unmittelbar vor Augen zu führen.

Hat unser Kustos aber denn eine Chance gegen die Möglichkeiten der Digitaltechnik? Volker Bannies hat, weil er kann, auch wenn anderen Orts darüber diskutiert wird, dass Bibliotheken bald im Internet verschwinden. Wir reden darüber, wie diese wunderbare Schulbibliothek möglichst noch weitgehender zugänglich sein kann. Dr. Bannies hat als Autor gemeinsam mit dem Fotografen Volkmar Herre den Bildband „Freiberger Bücherschätze", also „Bücher im Buch“ als faszinierendes Printmedium ermöglicht, und ohne sein persönliches Engagement würde der Bestand der nicht öffentlichen Bibliothek als Quelle für wissenschaftliche Forschungen den vielen Interessenten aus Deutschland und dem Ausland nicht im gewünschten Umfang zur Verfügung stehen. Er hat die Kostbarkeiten der Bibliothek einem breiten Publikum zugänglich gemacht und damit den Bestand als ein Juwel der deutschen Bibliothekslandschaft gewürdigt. Die Stadt Freiberg, unser Gymnasium und die Bibliothek haben dadurch berechtigte Aufmerksamkeit weit über die Grenzen Sachsens hinaus.

Die Rekonstruktion des Schulgebäudes machte damals übrigens auch eine Auslagerung des Buchbestandes erforderlich; und wer Umzüge kennt, der weiß, dass Freundschaften oft nicht nur beim Geld, sondern schon beim Tragen von Bücherkisten enden. Heute sind die Mühen und Schmerzen des Umzuges auch dank des Engagements von Volker Bannies längst vergessen. Besucher sind beeindruckt von der ästhetischen Ausstrahlung der Räume und würdigen die Präsentation der einmaligen Kostbarkeiten der Andreas-Möller-Bibliothek im Haus Albertinum unseres Geschwister Scholl Gymnasiums. Kein Wunder, das wurde mit Herz-Blut gemacht.

Dr. Bannies, ich danke Ihnen!

Bernd-Erwin Schramm
Oberbürgermeister,
hielt die Laudatio für den Bürgerpreisträger 2014: Dr. Volker Bannies

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