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Laudatio für den Bürgerpreisträger 2003 - Dr. Werner Lauterbach

"Begeisterungsfähiger Mittelsmann von historischem Wissen"

Wir schreiben den 26. Juni 1993. Die feierlich geschmückte Mehrzweckhalle der Moselgemeinde Bruttig-Fankel ist mit etwa 800 festlich gekleideten Personen bis auf den letzten Platz gefüllt. Der Bürgermeister bittet Herrn Dr. Werner Lauterbach auf die Bühne zu seinem Festvortrag über Petrus Mosellanus. Der Humanist Mosellanus, geboren 1493, ist der größte Sohn von Bruttig-Fankel. Von 1514-15 wirkte er als hervorragender Gelehrter an der eben durch Ulrich Rülein gegründeten Freiberger Lateinschule. Als Werner Lauterbach mit seinem Festvortrag in Bruttig-Fankel begann, herrschte höfliche Aufmerksamkeit. Bereits nach wenigen Worten jedoch war es ihm gelungen, alle Anwesenden in seinen Bann zu ziehen. An den Fakten orientiert, spannend, aus seinem sehr umfangreichen Allgemeinwissen zusätzlich schöpfend, selbst in höchstem Maße von den historischen Ereignissen begeistert, faszinierte er seine Zuhörer. Wohl noch nie erhielten sie historisches Wissen so interessant vermittelt. Die atemlose Gespanntheit während der Rede wie der stürmische Beifall nach deren Beendigung sprachen Bände. So, wie ich Werner Lauterbach damals erleben durfte, trat und tritt er unermüdlich in der Öffentlichkeit als enthusiastischer Vermittler von Geschichte auf. Mitreißender Schwung und spannende Erzählung sind zwei seiner wichtigsten Markenzeichen. Einen begeisterungsfähigeren Mittelsmann von historischem Wissen kann sich der Freiberger Altertumsverein, ebenso die Stadt wie auch die Region Freiberg wahrlich nicht wünschen.
Kaum jemand sieht bei dieser lockeren Darstellung allerdings die Mühen vieler Tage, Wochen und Monate, das große Verständnis und die ständige Unterstützung durch seine Ehefrau, ehe ein Manuskript oder ein Vortrag entstanden ist. Wer wie Werner Lauterbach sein Herz der Göttin Klio geschenkt hat, weiß natürlich um die viele Arbeit und nimmt sie im Interesse des Zieles in Kauf.

Das Interesse an Geschichte wurde bei Werner Lauterbach, geboren 1930 in Cunnersdorf bei Hainichen, bereits in sehr jungen Jahren geweckt. Im Alter von 14 Jahren las er sächsische heimatgeschichtliche Literatur, insbesondere von Max Kästner. Sein Interesse daran blieb in den folgenden Jahrzehnten bestehen, auch wenn er sich bis 1992 mit Leib und Seele in Freiberg dem Lehrerberuf verschrieb.
Seit Anfang der neunziger Jahre widmete er sich dann, wiederum mit ganzem Einsatz, der Geschichte. Es begann, wie er scherzhaft sagt, sein zweites Berufsleben. Die vor allem seither von Dr. Werner Lauterbach durch die Beschäftigung mit der Historie für jung und alt erbrachten Leistungen sind alle Ehren wert.
Die Zeit würde nicht ausreichen, alle Ergebnisse seiner so überaus engagierten Tätigkeit aufzuzählen, So beschränke ich mich auf exemplarisches:

1. Werner Lauterbach gehörte 1990 zu den Gründungsmitgliedern des Freiberger Altertumsvereins, hielt seither als Vorstandsmitglied das Schiff mit auf Kurs und half, so manche Klippe zu umschiffen.

2. Seit Beginn an, also seit 1992, ist Werner Lauterbach der verantwortliche Redakteur der Mitteilungen des Freiberger Altertumsverein und Vorsitzender des Redaktionskollegiums. Seiner unermüdlichen Arbeit verdanken wir die Herausgabe von insgesamt 22 neuen Heften, die mit ihren Forschungsergebnissen in Sachsen wie auch der gesamten Bundesrepublik in Fachkreisen und darüber hinaus Anerkennung finden.

3. Mit seinem Namen verbinden sich eine ganze Reihe von Forschungen. Nennen möchte ich wenigstens die zu Christlieb Ehregott Gellert, zur Geschichte des Freiberger Brauwesens, zu einheimischen Persönlichkeiten und zu Paracelsus.

4. Als Publizist von historischen Geschehnissen ist Werner Lauterbach wahrscheinlich vielen von Ihnen ein Begriff. Seine Reihe über historische Freiberger Personen gehört zu den meistgelesenen Rubriken im „Freiberger Blick“. Ausführlicher ging er auf die Lebenswege in insgesamt vier speziellen Mitteilungsheften des Freiberger Altertumsverein ein. Sie gehören zu den gefragtesten und meistgelesenen Publikationen unseres Vereins. Er verfasste einen Stadtführer, ein Freiberger Forschungsheft und viele weitere Druckschriften, in allererster Linie über Freiberg.

5. Als Leiter der Arbeitsgruppe Biergeschichte nahm er über Jahre die Koordination der Forschungen und Veröffentlichungen vor und pflegte die sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit der Freiberger Brauhaus AG.

6. Als Referent über Geschichtsthemen ist er nicht nur in Freiberg gern gesehen, sondern etwa auch bei der Deutschen Bombastus - Gesellschaft. Seine Stadtführungen sind ebenfalls sehr kurzweilig und höchst interessant.

Dr. Werner Lauterbach hat vielen Menschen historische Geschehnisse auf unnachahmliche Weise mit Herz, Verstand und hohem Einsatz nahe gebracht, sie emotional an Geschichte herangeführt, ihnen das Tor zu einer vorher abgelehnten, wenig beachteten oder fremden Welt aufgestoßen, die aber Teil unseres Kulturerbes und wichtig für unsere Identität ist. Er hat seine Heimatstadt Freiberg im In- und Ausland vertreten und mit Erfolg für sie geworben.
Dafür gebührt ihm unser tiefster Dank.

Dr. Ulrich Thiel,
Direktor des Stadt- und Bergbaumuseums
hielt die Laudatio für den Bürgerpreisträger 2003: Dr. Werner Lauterbach

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