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Laudatio für den Bürgerpreisträger 2005 - Dr. Heinrich Douffet

"Nimmermüde, mutig und erfolgreich zum Wohle der Heimatstadt"



Sehr geehrte Damen und Herren,
will man das jahrzehntelange Engagement von Dr. Heinrich Douffet und die Ergebnisse seiner vielfältigen Anstrengungen auf einen kurzen Nenner bringen, so den, dass es ihm auf seine ganz eigene unnachahmliche Weise gelang, eine Vielzahl von unersetzbare Denkmalen zu retten. Dem Jubilar gebührt zugleich das Verdienst, das Anliegen der Denkmalpflege seit den frühen sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts immer fester im öffentlichen Bewusstsein verankert und der Geschichtspflege insgesamt viele Impulse vermittelt zu haben. Erlauben Sie mir, den Lebensweg und die auf Freiberg bezogenen Leistungen von Heinrich Douffet in gebotener Kürze zu skizzieren. Dr. Heinrich Douffet wurde 1934 im böhmischen Teplitz-Schönau geboren. Nach der Ausweisung der Familie aus der CSR im Jahr 1945 ließ sich seine Mutter in Freiberg nieder. Hier prägte sich die Verbundenheit
des Jungen mit seiner neuen Heimatstadt schnell aus. Seinem zweiten großen Interessengebiet folgend, studierte Heinrich Douffet von 1952 bis 1957 an der Bergakademie Freiberg Geologie. Anschließend arbeitete er im Geologischen Dienst Freiberg, dem späteren VEB Geologische Forschung und Erkundung. Hier beschäftigte er sich viele Jahre mit der Erkundung von Lagerstätten. 1977 promovierte er auf seinem Fachgebiet an der Universität Greifswald. Da er sich dem politischen Druck nicht zu beugen gewillt war, musste sich Heinrich Douffet 1983 eine andere Arbeitsstätte suchen. Für mehrere Jahre fand er einen neuen beruflichen Wirkungskreis im Bezirkskunstzentrum Karl-Marx- Stadt. Im Mai 1990 wurde er in die letzte Volkskammer der DDR gewählt. Ende des gleichen Jahres folgte er dem Ruf des sächsischen Ministers für Wissenschaft und Kunst nach Dresden, wo er das Referat Museen/Denkmalpflege aufbaute und bis zu seiner Pensionierung 1999 leitete. Bereits in den späten fünfziger Jahren wuchs bei Heinrich Douffet immer stärker der Wunsch, aktiv an der Erhaltung und Erforschung historischer Sachzeugen mitzuwirken. So beteiligte er sich in dieser Zeit ehrenamtlich an den archäologischen Grabungen im Dom. Im Interesse der Sache bekleidete er bald mehrere ehrenamtliche Funktionen. So berief ihn im Jahr 1963 der Rat des Kreises zum Beauftragten für Denkmalpflege in Stadt und Kreis Freiberg, eine Position, die er bis 1990 innehatte. Außerdem erhielt er vom damaligen Landesmuseum für Vorgeschichte in Dresden
seine Berufung zum Bodendenkmalpfleger. In den zentralen Gremien des Kulturbundes arbeitete er seit 1966 mit vielen kompetenten Denkmalpflegern zusammen. Aus der stattlichen Reihe Freiberger Denkmale, die untrennbar mit dem Namen Heinrich Douffets
verbunden sind, sollen hier exemplarisch die Altstadt insgesamt, mehrere Häuser am Petriplatz, der Dom sowie die Gebäude Kaufhausgasse 9 und Obermarkt 1 aufgeführt werden. 1979 erreichte Dr. Douffet sogar die Aufnahme der Freiberger Altstadt und der Bergbauanlagen in die Bezirksdenkmalliste und die zentrale Denkmalliste der DDR. Die Lebensleistung Heinrich Douffets auf die Denkmalpflege zu reduzieren, würde allerdings seinem Wirken nicht gerecht werden. So widmete er sich beispielsweise ebenfalls der Museumsarbeit. Nicht zuletzt galt und gilt seine Aufmerksamkeit den hiesigen Museen. Seit vielen Jahren engagiert er sich außerdem als Redaktionsmitglied der „Sächsischen Heimatblätter“ für die Vermittlung historischer Kenntnisse. Des Weiteren initiierte er das Projekt Aufnahme der Montanregion Erzgebirge in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes, für dessen Realisierung er sich seit Jahren einsetzt. Seine gewonnenen fachlichen Erfahrungen und Erkenntnisse auf den Gebieten Denkmalpflege und Geschichte publizierte Heinrich Douffet in bisher etwa 80 Buch- und Zeitschriftenveröffentlichungen. Exemplarisch seien seine Grundsatzbeiträge in der Freiberger Denkmaltopographie genannt. Nach wie vor sprüht Dr. Douffet voller Ideen, hat sein Einsatz nicht nachgelassen. Er bemüht sich beispielsweise um die Bewahrung historischer Sachzeugen und betreut das kräftezehrende und langwierige Vorhaben des Altertumsvereins zur Edition einer Landkreischronik. Keinesfalls vergessen werden darf seine weitere Mitarbeit an der Denkmaltopographie. Darüber hinaus fühlt er sich seit Jahren als Stadtrat dem Wohl und Wehe seiner Heimatstadt generell verpflichtet und setzt sich intensiv für die kommunalen Belange ein, so etwa im Rahmen des Gesamtprojektes für Sanierung und Nutzung von Schloss Freudenstein.

Lieber Heinrich,
die Stadt Freiberg dankt dir für dein jahrzehntelanges, nimmermüdes, mutiges und erfolgreiches Engagement zum Wohle deiner Heimatstadt mit ihrer höchsten Auszeichnung, mit der Verleihung des Bürgerpreises für das Jahr 2005. Mit tiefem Respekt stehen
wir vor deinem beispielhaften, umfangreichen Werk. Es ist ein Glück für unsere Stadt, dass dich das Schicksal in seine Mauern führte, du hier sesshaft wurdest und in dir das Feuer bürgerschaftlichen Engagements entbrannte, das auch kein politischer, wirtschaftlicher und bürokratischer Gegenwind zum Erlöschen bringen konnte. Mit dem herzlichsten Dank für das Geleistete verbinde ich zugleich den Wunsch, dass du dein Werk noch lange Zeit fortführst, dein Herz mit der gleichen jugendlichen Begeisterung für Geschichte und Kultur unserer Stadt weiter so schlagen möge.

Dr. Ulrich Thiel
hielt die Laudatio für den Bürgerpreisträger 2005: Dr. Heinrich Douffet

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