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Laudatio für den Bürgerpreisträger 2007 - Jörg Kuka

„Lebensengagement, um Barrieren zu überwinden“



Lieber Herr Kuka,
liebe Frau Kuka,
sehr geehrte Damen und Herren als Honoratioren des Landes Sachsen
und der Stadt Freiberg,
liebe Gäste!


Wenn ich Sie jetzt auffordern würde, sich zu erheben und Beifall dem wunderbaren Bergmusikorchester für seine Darbietungen zu spenden, dann müssten manche sitzen bleiben, auch Herr Kuka.
Wie kommt man damit zurecht, dass man nicht all das kann, was andere können und vor allem das, was das menschliche Leben mit ausmacht: Das Gehen und Laufen, die Fortbewegung ohne fremde Hilfe, das selbstverständliche Aufstehen nach dem nächtlichen Schlaf, nach den Mahlzeiten, nach dem Fernseh- oder Leseabend.

Wie kommt man damit zurecht, dass man plötzlich eingeschränkt ist in seinen Möglichkeiten, das Lebensumfeld nicht mehr stimmig ist, berufliche Barrieren bestehen, man sich als Außenseiter fühlt und abhängig von anderen ist?

Herr Kuka könnte uns dazu berichten. Dass es anfangs ein trauriger Bericht würde, versteht sich von selbst. Seitdem Herr Kuka Patientenberater in der Rehaklinik Kreischa für Menschen ist, die wie er selbst, nun ihr Leben mit einem Rollstuhl meistern müssen, erlebt er diese traurigen Schilderungen wöchentlich.
Doch dabei bleibt es nicht, denn er kann viel weitersagen und weitergeben. Dass das Leben ohne eigenständiges Laufen lebenswert ist, hat er selbst erfahren. So, nach seiner Meinung, gibt es trotzdem genügend Dinge, die man allein schafft und die möglich sind:

Dass man ein Studium beendet, dass man einen eigenen Haushalt führt, eine Ehepartnerin findet und in ehelicher Gemeinschaft lebt, dass man einem Verein vorsteht, als sachkundiger Einwohner im Technikausschuss des Stadtrates und im Behindertenbeirat des Landkreises mitarbeitet, als Mitglied in der Beiratsarbeitsgruppe Baubegleitung tätig ist, ehrenamtlich für die Stadt Freiberg Internetseiten entwirft und am touristischen Projekt „Barrierefreier Stadtrundgang“ mitwirkt, dass man aktiv Sport treibt, man auf anderen Kontinenten Urlaub macht und und und …

Die vorgenommene Aufzählung seiner Aktivitäten gilt durchaus nicht durchschnittlich für uns als Menschen, die körperlich wesentlich besser konstituiert sind.
Herr Kuka organisiert sein Leben, wie wir es wohl alle tun und getan haben oder getan haben sollten. Für dieses Lebensengagement hat er im Gegensatz zu uns, Barrieren zu überwinden.

Deshalb engagiert er sich dafür, dass Barrieren abgebaut oder gar nicht erst aufgebaut werden. Barrieren betreffen viele Bevölkerungsgruppen:
Familien mit Kinderwagen, Kinder mit dem Roller, Frauen in Stöckelschuhen, Radfahrer, Senioren mit dem Gehstock und Menschen mit Behinderungen.

Es geht nicht um Extras für Menschen mit Behinderungen, sondern den Einzug des barrierefreien Bauens als Normalität. Dafür ist noch viel zu tun. Und trotzdem ist Herr Kuka stolz darauf, dass Freiberg sich auf einem guten Weg befindet. Dass der Behindertenbeirat als Fachgremium gefragt ist und gefragt wird, schätzt er sehr und dies ist mit sein Verdienst. Dafür sei ihm gedankt. Dank auch dafür, dass er anderen Behinderten durch sein gelebtes Engagement viel Mut macht und Orientierung gibt.

Lassen Sie mich abschließend eine Bitte aussprechen: Gehen Sie achtsam mit Ihren Mitmenschen um, treffen Sie achtsame Entscheidungen, denn nur durch unser aller Achtsamkeit ermöglichen wir allen Menschen ein Leben entsprechend ihren Möglichkeiten. Herr Kuka beweist uns, dass durch seine Achtsamkeit vieles angestoßen wurde und durch unsere Achtsamkeit manches verändert wurde.

Er hat viele Steine ins Rollen gebracht, denn er kann am besten einschätzen, was das Rollen bedeutet.

Monika Hageni
Leiterin des Amtes für Sozial- und Wohnungswesen
hielt die Laudatio für den Bürgerpreisträger 2007: Jörg Kuka

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