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28.04.2015

Bewegende Ausstellung gegen das Vergessen

„We are still here“ noch bis 17. Mai in Nikolaikirche und Theater – Konzert am 7. Mai

„Warum?“ nannte Helga Hoskova-Weissova dieses Bild, das noch bis 17. Mai in der Nikolaikirche zu sehen ist. (Druck Ausstellungskatalog)

Ein kleiner Zettel mit der Aufschrift „´Vernichtung durch Arbeit´ has failed. We are still here“ war der Auslöser für eine bewegende Ausstellung in Freiberg, die am 11. April in der Nikolaikirche eröffnet worden und noch bis Mitte Mai zu sehen ist.

Geschrieben hatte diesen Zettel Jana Zimmer im September 2007, als sie an der Gedenktafel für die rund 1000 Zwangsarbeiterinnen des Freiberger Außenlagers des KZ Flossenbürg am heutigen Landratsamt aufsuchte. Sie ist eine der drei Künstlerinnen aus drei Generationen und drei Ländern, die in dieser Exposition ihre Werke anlässlich des 70. Jahrestages von Kriegsende und Befreiung zeigen.

„We are still here“ nannten die Geschichtswerkstatt Freiberg des Regionalen Bildungszentrums Eckert gGmbH, das Bildungswerk Weiterdenken der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen und die Stadt Freiberg dies Kunst- und Begegnungsprojekt mit internationaler, zeitgenössischer Kunst. Initiiert hat es der Freiberger Bürgerpreisträger Dr. Michael Düsing, der zur Vernissage berührende Worte fand – für eine Zeit, die in der Freiberger Geschichtsschreibung nahezu still geschwiegen worden sei, für das erlittene Leid der rund 1000 Zwangsarbeiterinnen in Freiberg und für die Kraft der Überlebenden sowie das Engagement der anwesenden Künstlerinnen.

„We are still here“ sei „ein Bekenntnis zu Menschenwürde und Toleranz und macht stark in der Auseinandersetzung mit dem Terror unserer Gegenwart“, betonte Oberbürgermeister Bernd-Erwin Schramm zur Vernissage. „Mehr denn je seit Ende des 2. Weltkrieges ist die Mahnung angemessen: Wer in einer Demokratie einschläft, kann in einer Diktatur aufwachen!“

Im Mittelsächsischen Theater Freiberg sind zeitgleich Kinderzeichnungen aus dem Ghetto Theresienstadt zu sehen, die als „Zeitzeugenschaft“ der nationalsozialistischen Verfolgung Einblicke in die Realität verfolgter jüdischer Mädchen geben: der Zyklus „Zeichne, was Du siehst” mit Kinderzeichnungen der 12-jährigen Helga Weiss und die Theresienstädter Kinderzeichnungen von Marketa Zimmerová, der 1944 in Auschwitz ermordeten Halbschwester von einer der ausstellenden Künstlerinnen, Jana Zimmer.

Die Künstlerinnen

Helga Hoskova-Weissova, hier zur Vernissage in der Nikolaikriche, war als 14-Jährige eine der jüngsten Zwangsarbeiterinnen der Freia GmbH in Freiberg. Foto: PS

Helga Hošková aus der Tschechischen Republik, Jana Zimmer aus den USA und die Deutsche Stefanie Busch sind selbst biografisch oder in ihrer künstlerischen Arbeit mit der jüngeren Geschichte Freibergs als Ort von Judenverfolgung und Zwangsarbeit verbunden. Helga Hošková war als 14-Jährige eine der jüngsten Zwangsarbeiterinnen der „Freia GmbH“, Jana Zimmers Mutter überlebte dieses Lager. Stefanie Busch schuf als junge Dresdner Künstlerin im Jahr 2013 zusammen mit Freiberger Schülerinnen und Schülern eine Gedenkwand am heutigen Berufsschulzentrum „Julius Weisbach“ am Schachtweg: Hier, am einstigen Ort des KZ Freiberg, wird seitdem an die Leiden jener Mädchen und Frauen erinnert.

Zu sehen ist das Kunst- und Begegnungsprojekt noch bis 17. Mai, jeweils von Mittwoch bis Sonntag, 11 bis 17 Uhr in der Konzert- und Tagungshalle Nikolaikirche. Im Mittelsächsischen Theater sind die Ausstellungsstücke zu den Vorstellungen zu sehen.


Konzert
Donnerstag, 7. Mai 2015, 19:30 Uhr
Nikolaikirche: We are still here – das Konzert mit den weltberühmten tschechischen Interpreten
Dominika Weiss Hošková (Violoncello) & Jiøí Hošek (Violoncello & Klavier)

Konzert- und Tagungshalle Nikolaikirche
An der Nikolaikirche 1, 09599 Freiberg, Telefon: 03731/ 200 270
Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag: 11 bis 17 Uhr

Mittelsächsisches Theater
Borngasse 1, 09599 Freiberg, Telefon 03731/ 35 820

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