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Laudatio für den Bürgerpreisträger 2010 - Hermann Fleischer

„Traditionen mit Leben erfüllen“ ... zum Filmporträt



Lieber Hermann, liebe Familie Fleischer,
sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
liebe Gäste,


nach dem Ende des Films über Hermann Fleischer in unserem Bordfernsehen teile ich Ihnen mit, der heutige Flug „über den Wolken“ muss an dieser Stelle unterbrochen werden. Wir sind zu einer Zwischenlandung gezwungen, denn unser nächstes Ziel sind die Untertagebereiche Freibergs.

Das edle Metall aus dem Erz der Erde war es, das Freiberg Reichtum brachte und Sachsen über die Grenzen hinaus bekannt gemacht hat und die, die es förderten, haben Jahrhunderte lang die Traditionen ihres Berufsstandes bewahrt. Und noch heute, nach dem das Berggeschrey schon lange verklungen ist, sind es Menschen wie Hermann Fleischer, die diese Traditionen weiter mit Leben erfüllen. Obwohl er als Schlosser und Meister nie im Bergbau gearbeitet hat, gilt sein Interesse seit Jahren der Geschichte des Montanwesens.

So fand Hermann Fleischer im Jahr 1991 den Weg in den Freiberger Knappenverein. Ihm war von Anfang an klar, nur in einer schmucken Uniform durch die Bergstädte zu ziehen, langt nicht. Er wollte und will die Traditionen des Montanwesens mit Leben erfüllen. Getreu seinem Lebensmotto „Du bist nichts im Ganzen, wenn du ihm nicht dienst“ war er dabei, als 1993 der Chor unsere Vereins seine ersten Gesangsstunden nahm. Nach kurzer Vereinszugehörigkeit übernahm Hermann die organisatorische Leitung des gemischten Chores und unterstützt damit den musikalischen Leiter. Dabei war sein Ziel, nicht nur zu üben, sondern das umfangreiche Liedgut der Bergleute auch anderen Menschen bekannt zu machen. Es entstanden Veranstaltungen, die in der Weihnachtszeit aus Freiberg kaum noch wegzudenken sind, wie das vorweihnachtliche Konzert im Stadt- und Bergbaumuseum. Mit weiteren Vereinsmitgliedern ist er seit vielen Jahren dabei, wenn die Freiberger Weihnacht organisiert und dann hier in der Nikolaikirche aufgeführt wird. Als im Vorstand die Idee geboren wurde, ein Vereinsliederbuch zu schreiben, war allen klar, wer dies umsetzt. Heute hat jedes Vereinsmitglied das schwarze Heftchen aus der Feder von Hermann Fleischer in seinem Besitz. Nur mit der Umsetzung gibt es Probleme, denn die meisten Vereinsmitglieder beherrschen zwar ihr „Glück-auf-Lied“, doch solche schönen Bergmannslieder wie „Wenn schwarze Kittel scharenweise“ gehen noch nicht so über die Lippen. Vielleicht eine neue Aufgabe für den heute Geehrten.

Wenn Hermann Fleischer mit mehreren Mappen unter dem Arm zur Vorstandssitzung der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft erscheint, wissen alle – die Weihnachtsparaden stehen vor der Tür. Für jede dieser und aller anderen Aufzüge, an denen die Mitglieder des Vereins teilnehmen, hat er in der Vorbereitung den Hut auf – und dies nun schon seit 14 Jahren. Damals, im Jahr 1997 zur Vorstandswahl wurde mit Zustimmung aller Mitglieder aus dem Häuer Hermann Fleischer der 2. Vorsitzende des Vereins, und in dieser Eigenschaft ist er im Paradeband einer der Beamten, der Assessor des Freiberger Bergamtes. Ob Hermann damals schon wusste, was als 2. Vorsitzender auf ihn zukommt, kann nur er beantworten. Eine Rentnerruhe ist es nicht geworden, doch das wollte er bestimmt auch nicht.

Als Vereinschef kann ich Hermann zu jeder Zeit anrufen und um Unterstützung bitten, und da ist es ganz gleich, ob ein Auftritt mit 50 und mehr Leuten zu organisieren ist oder wie vor Weihnachten, als eine bergmännische Begleitung für den Fernsehauftritt des OB benötigt wurde. Wenn Sie liebe Gäste, aufmerksam die Einladung mit dem für Bergleute untypischen Beförderungsmittel betrachtet haben – auch dieser Bergmann wurde auf dem kurzen Weg von Hermann zum Termin beordert.

Innerhalb der Knappschaft wird die Verbindung zu den Partnerstädten Freibergs, deren Ursprünge ebenfalls im Bergbau zu finden sind, belebt. Für die Verbindung zu unserer Partnerstadt Waldenburg ist Hermann Fleischer verantwortlich. Dabei ist es für ihn selbstverständlich, im Partnerschaftskomitee der Stadt mitzuarbeiten. Mehrmals besuchte er die ehemalige Kohlebergbaustadt in Schlesien, und zwischen ihm und dem Vorsitzenden des Bergbauvereins Waldenburg hat sich in den Jahren eine Freundschaft entwickelt. Die sehr gute Zusammenarbeit würdigten die polnischen Kumpels mit seiner Aufnahme als Ehrenmitglied ihres Vereins – nun darf er sich in seinem Alter junger Fuchs nennen. Diese Aufnahme, die mit einem traditionellen Ablauf zur Barbarafeier 2006 durchgeführt wurde, hat die Verbindung zwischen unseren Vereinen noch verstärkt, und wenn die polnischen Kumpels zum Bergstadtfest nach Freiberg kommen, ist Hermann meist in ihrer Mitte.

Wenn ich auf meine Uhr schaue, sehe ich, dass wir in wenigen Minuten wieder starten werden. Damit das gut gelingt, erhalten wir Unterstützung durch die Mitglieder des Chores der Knappschaft, die heute mal ohne die Familie Fleischer auskommen müssen. Was ist für einen Start besser geeignet als ein Lied über unsere Berg- und Universitätsstadt – „Freue Dich Freiberg“ – dies nicht aus den Wolken, sondern von der zweiten Empore dieses Hauses.

Lieber Hermann, in diesem Jahr begeht unser Verein sein 25-jähriges Jubiläum, es wird viel Arbeit geben, und ich kann nur sagen, packen wir es mit einem für Freiberg typischen

Glück auf.

Knut Neumann
1. Vorsitzender der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft
hielt die Laudatio für den Bürgerpreisträger 2010: Hermann Fleischer

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