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- Ausstellungen
Von Anilin bis Zwangsarbeit. Zur Entstehung und Entwicklung der deutschen chemischen Industrie
- Donnerstag, 4.06.2026
- Universitätsbibliothek der TU Bergakademie Freiberg

Ausstellung der IG Farben: Die Universitätsbibliothek „Georgius Agricola“ der TU Bergakademie Freiberg zeigt bis 22. August eine Wanderausstellung über die Rolle des Chemie- und Pharmakonzerns IG Farben im Nationalsozialismus. Dabei steht auch das studentische Engagement für die historische Aufarbeitung ab 1990 im Mittelpunkt – und eine kritische Einordnung aus heutiger Perspektive.
Anfang der 1990er-Jahre sorgten Chemie-Studierende verschiedener deutscher Universitäten für Aufruhr, als sie sich daran machten, die Rolle des Chemie- und Pharmakonzerns IG Farben im Nationalsozialismus aufzuarbeiten und die Verbrechen gegen die Menschlichkeit öffentlich zu präsentieren. Sie schufen eine Wanderausstellung, die jetzt von Chemie-Studierenden nach Freiberg geholt wurde.
Gerade weil zeitgleich auch die historische Forschung zur Zwangsarbeit bei der IG Farben einsetzte, schaut die Geschichtswissenschaft heute kritisch auf die studentische Ausstellung – denn wissenschaftlich sauber war die Arbeit der jungen Engagierten damals nicht immer. Dennoch zeigt die Universitätsbibliothek Freiberg sie wieder, um den Einsatz der Studierenden und Chemie-Fachschaften gegen damalige Widerstände der Universitäten zu würdigen – im Original, samt Kontext und kritischer Einordnung. Eine Webseite, die über QR-Codes erreichbar ist, bietet Kommentare und Hintergründe. Möglich macht das ein interdisziplinäres Seminar zur Wissenschaftskommunikation im Rahmen des Studium generale während des WS 25/26. Hier erarbeiteten Studierende und junge Forschende gemeinsam mit UB-Direktorin Dr. Julia Meyer die Konzeption der heutigen Ausstellung und sorgen für die Umsetzung.
Veranstaltungsort
Winklerstr. 3
09599 Freiberg
Veranstalter
Winklerstr. 3
09599 Freiberg