07.05.2026 | Pressemitteilung

140 Miniaturfiguren ziehen ins Museum

Übergabe einer bedeutenden Spende an das Stadt- und Bergbaumuseum

Das Stadt- und Bergbaumuseum erhielt am 6. Mai eine außergewöhnliche Schenkung: eine detailreiche Darstellung einer historischen Bergparade mit knapp über 140 Miniaturfiguren. Gefertigt wurde das Ensemble von der Traditionswerkstatt Werner Figuren in Seiffen, deren künstlerisches Schaffen seit 1957 die erzgebirgische Volkskunst prägt.
Die aus Holz gedrechselten und handbemalten Figuren zeigen die Bergparade anlässlich des berühmten Saturnfestes im Plauenschen Grund im Jahr 1719. Dieses Fest wurde zu Ehren des Einzugs des jungvermählten sächsischen Kurprinzenpaares Friedrich August II. und Maria Josepha von Österreich in Dresden veranstaltet. Das Ensemble umfasst neben den Figuren auch einen Reiter zu Pferd sowie sechs eindrucksvolle Bergmaschinen und bildet – bis auf die Reduzierung einzelner Fackelträgerreihen – nahezu die vollständige Parade ab.
Die Schenkung erfolgt durch die Stiftung Walter K. Werner. Die Stiftung hatte das Ensemble zuvor einem privaten Sammler aus Berlin abgekauft, um es dem Stadt- und Bergbaumuseum als bedeutende Ergänzung der Sammlung zur Verfügung stellen zu können. Unterstützt und vermittelt wurde dieser Prozess durch die Sächsische Landesstelle für Museumswesen.
„Wir sind der Stiftung Walter K. Werner sehr dankbar über diese wertvolle Bereicherung unserer Sammlung“, freut sich Museumsdirektorin Andrea Riedel. Die Schenkung stelle nicht nur eine bedeutende Erweiterung des Bestandes dar, sondern ermögliche auch eine noch anschaulichere Vermittlung sächsischer Bergbautraditionen.
Die Bergparade ist für Besucherinnen und Besucher im neu eröffneten Themenbereich „Freiberg im 17. & 18 Jahrhundert“ im Stadt- und Bergbaumuseum erlebbar. Dort fügt sich das Ensemble in die Präsentation bergmännischer Repräsentation und Tradition ein und eröffnet einen spannenden Zugang zur Geschichte der Bergaufzüge.

Historischer Hintergrund: Die Tradition der Bergparaden
Die Tradition der Bergaufzüge reicht bis ins 16. Jahrhundert zurück. Bereits 1557 ist erstmals belegt, dass Bergleute in festlicher Kleidung in Freiberg aufmarschierten. Aus diesen frühen Aufzügen entwickelte sich über die Jahrhunderte eine einzigartige Festkultur.
Besonders prachtvoll gestalteten sich die Paraden im Barock, etwa unter Johann Georg II. oder während des Saturnfestes 1719 unter Friedrich August I.. Bergparaden dienten dabei nicht nur der Repräsentation von Macht und Wohlstand, sondern auch als Ausdruck von Gemeinschaft und Identität.
Bis heute ist diese Tradition lebendig und wurde 2016 als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Zur Stiftung Walter K. Werner
Im Spielzeugdorf Seiffen entstand aus der Verbindung von Bergbau und Drechslerhandwerk eine weltweit bekannte Tradition erzgebirgischer Volkskunst. Walter K. Werner führte diese als Kunsthandwerker weiter und engagierte sich zugleich für den kulturellen Austausch mit Tschechien. Seine Söhne Christian, Wolfgang und Siegfried – allesamt Handwerksmeister mit eigenen Betrieben – setzen diese Tradition bis heute fort.
Die Stiftung Walter K. Werner hat sich zum Ziel gesetzt, die Vielfalt erzgebirgischer Volkskunst zu bewahren, ihre Qualität zu sichern und neue Impulse zu fördern. Grundlage ihrer Arbeit bildet das Buch „Seiffen in acht Jahrhunderten“ von Walter K. Werner. Darüber hinaus macht die Stiftung herausragende Einzelstücke seines Schaffens öffentlich zugänglich – darunter Dioramen, historische Szenen und kunstvoll gestaltete Bergaufzüge.

 


Mittelsachsen – Freiberg mittendrin

Der Verwaltungssitz des Landkreises Mittelsachsen befindet sich in Freiberg. Für Bürger der 53 mittelsächsischen Kommunen, davon 21 Städte, ist er Ansprechpartner u.a. für KfZ-Zulassungen oder Kindergeldanträge und betreibt das Jobcenter Mittelsachsen.

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