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Bergstadtfest-Jubiläums-Pin mit drei Figuren
Ab sofort ist der Bergstadtfest-Jubiläums-Pin erhältlich. Mit ihm können alle das Bergstadtfest unterstützen. Freiberg feiert vom 25. bis 28. Juni in der gesamten historischen Altstadt und erwartet rund 100.000 Gäste.
In diesem Jahr zieren den Pin gleich drei bergmännische Figuren - weil sogar vier Jubiläen gefeiert werden: Der Klaubejunge zum 30-jährigen Jubiläum der Kindergruppe der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft (HFBHK), ein Musiker, der 35 Jahre Bergmusikkorps Freiberg und 80 Jahre Orchester symbolisiert, sowie der Standartenträger zu 40 Jahren HFBHK seit der Wiedergründung.
In einer Auflage von 1.500 Stück ist er seit heute in der Tourist-Information Freiberg, am Schloßplatz 6, sowie dem Stadt- und Bergbaumuseum, Am Dom 1, für 3,50 Euro erhältlich. Auch die Pins der Vorjahre sind noch in der Tourist-Info im Angebot.
Bergstadtfest-Programm: www.bergstadtfest.de
2026 ist "Jahr des Klaubejungen" in Freiberg
Jedes Jahr rückt die Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft (HFBHK) eines der bergmännischen Gewerke in den Fokus und stellt es vor. Seit 2017 nutzt die Stadt Freiberg die bergmännischen Gewerke als Vorlage für Christmarkt-Tasse bzw. -Dippl und Bergstadtfest-Sammel-Pin. Die Vorlage bildet jeweils eine geschnitzte Figur, die anschließend in Schaufenstern der Freiberger Altstadt ausgestellt ist – inkl. einer Beschreibung des Berufs. Die Figur des aktuellen Gewerks „Klaubejunge“ steht in der Tourist-Information.
Auf dem Freiberger Christmarkt wird jährlich zum Fest des Bergmanns der Staffelstab vom aktuellen bergmännischen Gewerk auf das neue fürs das kommende Jahr übergeben. Mit einem kleinen Bergaufzug erhielten die "Klaubejungen" den Staffelstab von den
"Häuern", deren bergmännisches Jahr in Freiberg damit im Dezember 2025 endete.
Als Klaubejunge oder Scheidejunge (im Harz auch Pochjunge) wurden früher im Erzbergbau die Lehrlinge bezeichnet, die in der Erzaufbereitung tätig waren. In den Scheidestuben trennten sie täglich etwa neun Stunden lang das geförderte Erz vom tauben (nichterzhaltigen) Gestein.
Übersicht der bergmännischen Gewerke inkl. aktuellem Standort der geschnitzten Figuren:
- Klaubejunge (2026) - Tourist-Information, Schloßplatz 6
- Häuer (2025) - Lederwaren May, Burgstraße/Enge Gasse 2
- Amalgamierer (2024) - Bergstadt-Atelier, Petersstraße 33
- Bergschmied (2023) - Nähkessel, Kesselgasse 9
- Bergakademist (2022) - Stickerei Kühn, Korngasse 12
- Hüttenknappschaftsältester (2021) - Dein Bild, Korngasse 4
- Bergmaurer (2020) - Kesselgasse / Borngasse
- Schwefelhüttenarbeiter (2019) - SAXONIA Freiberg Stiftung
- Knappschaftsältester (2018)
- Zimmerling (2017)
Der Klaubejunge als Figur auf dem Silberweg
Im November 2024 enthüllte die Stadt den „Klaubejungen“ als letzte Figur auf dem Silberweg. Seitdem erzählen insgesamt elf silberne Figuren in der Altstadt Stadtgeschichte(n) zum Staunen, Anfassen und Fotografieren - digital per App und mit einem Rätselblock für Kinder. Die Stadt Freiberg hatte die Enthüllung der Figur zum Anlass genommen, auf das Thema der Kinderrechte und deren Stärkung aufmerksam zu machen. Denn in den Freiberger Bergwerken arbeiteten die Jungen – manchen von ihnen erst sechs und sieben Jahre alt – hart. Sie sortierten die Roherze vor und bereiteten es somit für die weitere Verarbeitung vor. Staub und Lärm belastete ihre Gesundheit. Als Beispiel für die Mitbestimmung von Kindern sprachen Mitglieder des Freiberger Kinder- und Jugendparlaments über das Besondere ihres Gremiums und beschrieben ausgewählte Projekte. Gleichzeitig ist die Postkarten-Aktion „Kinderrechte ins Grundgesetz“ beendet worden. Dafür konnten Postkarten mit Wünschen ausgefüllt werden. Die Kinder schickten sie zusammen mit einem Brief noch vor Ort symbolisch an den Bundeskanzler.
Das bergmännische Gewerk „Klaubejunge“
Als Klaubejunge oder Scheidejunge wurden früher im Erzbergbau die Lehrlinge bezeichnet, die in der Erzaufbereitung tätig waren. Für viele von ihnen war dies der Einstieg in das Arbeitsleben eines Bergmanns. Sie arbeiteten täglich neun Stunden in den Scheidestuben. Sie trennten das geförderte Erz vom tauben (nichterzhaltigen) Gestein. Dieser erste Schritt in der Erzaufbereitung nennt sich Reinscheiden. An den sogenannten Scheidebänken arbeiteten hauptsächlich Kinder im Alter von 8 bis 16 Jahren, aber auch Berginvaliden, die körperlich nicht mehr in der Lage waren Grubenarbeiten zu verrichten und vereinzelt auch Frauen. Beaufsichtigt wurden sie vom Scheidehutmann, vom Scheidemeister oder Scheidesteiger. Nach einer Vorsortierung kam das Erz auf die Scheidebänke, wo die Klaubejungen mit dem Scheidehammer (auch als Scheidefäustel bezeichnet) die Erzstücke zerkleinerten und nach Erzsorten in sogenannte Bergkörbe füllten. Die Arbeit wurde im Stehen verrichtet. An den Scheidebänken war es laut und staubig.
Die Arbeitshaltung war beschwerlich, monoton und ermüdend, was mit der Zeit zu Nachlässigkeiten bei der Arbeit führte und durch den Scheidesteiger auch bestraft wurde. Bei ihrer Arbeit atmeten die Klaubejungen notgedrungen den ungesunden Erzstaub ein, so dass sie meist mit Erreichen der Grubentauglichkeit mit 16 Jahren schon gesundheitlich angeschlagen waren. Nach Eduard Heuchler erhielten die Klaubejungen im 19. Jahrhundert im königlichen Erzbergbau, je nach Leistung, für ihre Arbeit einen Schichtlohn von drei bis vier Neugroschen.
Kinder durften zur aktiven Zeit des Bergbaus nur in Ausnahmefällen an der Parade oder am Aufzug teilnehmen. Dies geschah zum Beispiel dann, wenn dem Landesherren ein Geschenk übergeben werden oder wenn ein Loblied vorgetragen werden sollte.
Welche Kleidung die Kinder dabei trugen ist leider nicht überliefert. Die Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft ist mit der Teilnahme der Kindergruppe an den Aufzügen von der Tradition abgewichen. Das Ziel ist dabei, Kinder an das schöne und interessante Hobby der Traditionspflege und an die Geschichte des Montanwesens heranzuführen. Heute sind in den jüngsten Uniformträgern in den Gewerken oftmals Mitglieder, die Jahre zuvor in der Kindergruppe angefangen haben, zu sehen.
Bei der Auswahl der Bekleidung der Klaubejungen wurde sich an den Zeichnungen von Eduard Heuchler orientiert. Die Kinder tragen einen schwarzen Schachtkittel, wie ihn Jugendliche tragen mussten, wenn sie mit der Lehre im Bergbau begannen, schwarze lange Hosen, schwarze Schuhe und einen schwarzen Krempenhut, wie ihn auch der Bergmann zu seiner Arbeitskleidung trug.

