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„Betstubenorgel“: Himmlische Klänge im Museum
Erstes Konzert im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg nach Umbau am 4. Oktober
Nach ihrer Rückkehr in die neu gestaltete Dauerausstellung wird sie nun auch wieder hörbar: Am Sonntag, 4. Oktober, lädt das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg zum ersten Konzert auf der historischen „Betstubenorgel“ seit der Wiedereröffnung der Ausstellungsbereiche im ersten Obergeschoss ein. Das Konzert beginnt um 17.30 Uhr, Einlass ist ab 17 Uhr. In dem etwa einstündigen Konzert erklingen unter anderem Werke von Georg Muffat, Georg Böhm und Johann Sebastian Bach.
Für dieses besondere musikalische Ereignis konnte Domkantor und Domorganist Albrecht Koch gewonnen werden. Der gebürtige Dresdner ist seit 2008 Domkantor und Domorganist in Freiberg und prägt das Musikleben der Stadt weit über ihre Grenzen hinaus. Als Präsident der Gottfried-Silbermann-Gesellschaft, künstlerischer Leiter der Silbermann-Tage und des Gottfried-Silbermann-Orgelwettbewerbs sowie Präsident des Sächsischen Kultursenats engagiert er sich seit vielen Jahren für die Pflege und Vermittlung der sächsischen Orgelkultur.
Die „Betstubenorgel“ zählt zu den besonderen Schätzen der Sammlung des Stadt- und Bergbaumuseums. Das Orgelpositiv entstand vermutlich in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts und verfügt über 294 Pfeifen und sechs Register. Seinen barocken Prospekt schuf 1789 Johann Gottlieb Müller aus Oberneuschönberg, der mutmaßlich als Gehilfe Gottfried Silbermanns tätig war.
Ursprünglich diente das Instrument möglicherweise als Hausorgel einer adligen Familie. Später fand es seinen Platz in der Betstube der Himmelsfürst Fundgrube bei Brand-Erbisdorf. Dort begleitete es die sogenannten Betschichten – Andachten der Bergleute vor Schichtbeginn, die seit dem späten 16. Jahrhundert fester Bestandteil des Arbeitsalltags im sächsischen Bergbau waren. Nachdem die Orgel 1886 verstummte, gelangte sie 1904 in die Sammlung des Freiberger Altertumsvereins und wird seitdem im Museum bewahrt.
Im Zuge der Neugestaltung der Dauerausstellung wurde die historische Orgel von Fachleuten sorgfältig gewartet und neu gestimmt. Seit der Wiedereröffnung der Ausstellungsbereiche im ersten Obergeschoss ist sie dort wieder als bedeutendes Zeugnis der Freiberger Bergbau- und Musikgeschichte zu sehen. Beim Konzert am 4. Oktober ist nun erstmals auch wieder ihr charakteristischer Klang in den neuen Ausstellungsräumen zu erleben.
Da die Zahl der Plätze begrenzt ist, wird eine frühzeitige Reservierung bzw. Erwerb der Karten im Vorverkauf empfohlen. Karten sind an der Museumskasse erhältlich. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Reservierungen sind unter 03731 273 590 oder museum@freiberg.de möglich. Reservierte Karten müssen spätestens 30 Minuten vor Konzertbeginn an der Museumskasse abgeholt werden.
Kontakt:
Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg
Am Dom 1
09599 Freiberg
Tel. 03731 273 590
museum@freiberg.de
www.museum-freiberg.de

