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„EISENREICH und bitterarm“: über das Leben der Knappen im Voralpenland
Begleitprogramm zur Sonderausstellung im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg: Vortrag und Führung am 15. Oktober
Ein ganz besonderer Gast aus einem anderen Bergbaumuseum wird im Begleitprogramm der Sonderausstellung "Licht im Schacht. Die KNAPPSCHAFT 600 Jahre in Freiberg" am 15. Oktober erwartet: Dr. Ulrike Laufer nimmt die Besucherinnen und Besucher an diesem Abend mit in die besondere Arbeits- und Lebenswelt des oberbayerischen Erzbergbaus. Laufer ist Kultur- und Technikhistorikerin mit Schwerpunkt Bergbau sowie Kuratorin und Museumspädagogin. Sie kuratierte die 2025 eröffnete neue Dauerausstellung „EISENREICH“ des Bergbaumuseums Achthal im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land.
Unter dem Titel „EISENREICH und bitterarm – vom Leben der Knappen im Erzbergbau des Voralpenlandes“ referiert sie über das Arbeiten und Leben der Bergleute in einer Region außerhalb Sachsens. Denn der Bergbau prägte nicht nur Freiberg und das Erzgebirge. Auch im Voralpenland wurden über Jahrhunderte Bodenschätze gewonnen. Im Gegensatz zu Regionen wie dem Erzgebirge, die durch Silberfunde zu großem Reichtum gelangten, wurde rund um Achthal vorrangig Eisenerz gefördert. Der Abbau sicherte Arbeitsplätze und die regionale Versorgung, bedeutete für die Menschen, die das Erz aus dem Berg holten, jedoch keineswegs Wohlstand.
Der Vortrag nimmt das Publikum mit auf einen kulturgeschichtlichen Streifzug durch fast vier Jahrhunderte Bergbau- und Unternehmensgeschichte an Standorten im ehemaligen Erzstift Salzburg sowie in Oberbayern. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die Menschen. Die Belegschaften waren vergleichsweise klein und selbst in der Hochphase um 1850 nur rund 120 Mann stark. Ihr Alltag war geprägt von schwierigen Arbeits- und Lebensbedingungen, aber auch von Erfindungsreichtum, Durchhaltewillen sowie einer starken Heimat- und Werksverbundenheit. Auch die katholische Geistlichkeit hatte großen Einfluss auf das Leben der Bergleute und ihrer Familien.
Grundlage des Vortrags ist umfangreiches Quellenmaterial. Historische Dokumente sowie Grund- und Saigerrisse vom 17. bis zum 20. Jahrhundert eröffnen dabei Einblicke in die Entwicklung des Bergbaus und die Arbeit der Knappen.
Der Vortrag beginnt um 19 Uhr. Die Teilnahme kostet 3 Euro pro Person. Er ist Teil des After-Work-Donnerstags zur aktuellen Sonderausstellung „Licht im Schacht – Die KNAPPSCHAFT 600 Jahre in Freiberg“. Thematisch knüpft der Abend an die aktuelle Sonderausstellung „Licht im Schacht“ (bis 2. Februar 2027) und deren europäische Perspektive an. Die Ausstellung widmet sich der Geschichte der Knappschaft und verbindet lokale Entwicklungen mit Beispielen aus dem Fürsterzbistum Salzburg und Oberbayern. Sie zeigt, wie harte Arbeit, Gefahr und Zusammenhalt eine einzigartige Sozialkultur und eine der ältesten Sozialversicherungen hervorbrachten.
Einstimmung mit Führung durch „Licht im Schacht“
Bereits um 18 Uhr bietet das Museum eine öffentliche Führung durch die Sonderausstellung an. Sie gibt Einblicke in die über 600-jährige Geschichte der Knappschaft. Die Führung bietet damit zugleich eine passende Einstimmung auf den anschließenden Vortrag.
Die Teilnahme an der Führung ist im Eintrittspreis enthalten (Erwachsene 8,50 Euro, erm. 4,50 Euro; nur Sonderausstellung: 5 Euro, erm. 3 Euro). Eine Anmeldung ist erforderlich unter museum@freiberg.de oder 03731 273 590.
Der After-Work-Donnerstag findet regelmäßig am dritten Donnerstag im Monat statt. An diesen Tagen ist das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg von 10 bis 19 Uhr geöffnet und lädt dazu ein, Kultur und Geschichte auch nach Feierabend zu entdecken.
Kontakt:
Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg
Am Dom 1
09599 Freiberg
Tel. 03731 273 590
museum@freiberg.de
www.museum-freiberg.de
