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Fest des Bergmanns läutet „Jahr des Klaubejungens“ ein
„Jahr des Häuers“ endet: Bergleute übergeben am 14. Dezember auf dem Freiberger Christmarkt Staffelstab an neues bergmännisches Gewerk 2026 – Verkaufsoffener Sonntag mit Glühwein-Aktion
Mit dem zweiten Fest des Bergmanns am Sonntag, 14. Dezember auf dem Freiberger Christmarkt beginnt in der Silberstadt das bergmännische „Jahr des Klaubejungens“. Mit einem kleinen Bergaufzug gegen 14 Uhr erhält die Gruppe den Staffelstab von den "Häuern", deren Jahr in Freiberg damit endet. Als Klaubejunge oder Scheidejunge (im Harz auch Pochjunge) wurden früher im Erzbergbau die Lehrlinge bezeichnet, die in der Erzaufbereitung tätig waren. In den Scheidestuben trennten sie täglich etwa neun Stunden lang das geförderte Erz vom tauben (nichterzhaltigen) Gestein.
Jedes Jahr rückt die Historische Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft (HFBHK) damit eines der bergmännischen Gewerke in den Fokus und stellt es vor. Sie bilden die Vorlage für das Glühwein-Dippl zum Freiberger Christmarkt und den Bergstadtfest-Sammel-Pin.
Musikalisch umrahmt wird die besondere Veranstaltung von den Freiberger Bergsängern und dem Chor der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft. Nach der Übergabe des Staffelstabs marschieren die Bergleute von der Bühne zur Bergmannsbaude. Dort läuten sie an der Hilliger Glocke das „Jahr des Klaubejungens“ offiziell ein, in dem auch zwei besondere Jubiläen anstehen: Die HFBHK feiert ihr 40-jähriges Jubiläum seit der Wiedergründung und das Bergmusikkorps Freiberg feiert mit 80 Jahre Orchester, 40 Jahre Bergparade und 35 Jahre Verein gleich drei mal. Anschließend stehen die Bergleute noch für Fotos mit Christmarkt-Besuchern zur Verfügung – so, wie jeden Abend nach dem Einläuten des Christmarkt-Feierabends.
Verkaufsoffener Sonntag mit Gratis-Glühwein am 14. Dezember
Bereits ab 12 Uhr laden Freibergs Innenstadthändler am 3. Advent zum gemütlichen Weihnachts-Shopping in die Altstadt ein. Wer für mind. 20 Euro einkaufen war, kann sich mit diesem Kassenzettel an der Silberstadt-Baude neben Ottos Hütte auf dem Christmarkt zwischen 15 und 17 Uhr einen gratis Glühwein oder Kinderpunsch abholen. Philipp Preißler, Büroleiter des Oberbürgermeisters, und Citymanagerin Nicole Schimpke schenken aus.
Einläuten von Feierabend und Weihnachtsruhe
Jeden Abend läuten Berg- und Hüttenleute mit der Hilliger-Glocke an der Bergmannsbaude den Feierabend auf dem Freiberger Christmarkt ein. Sonntags bis donnerstags um 20 Uhr sowie freitags und sonnabends um 22 Uhr. Am Montag, 22. Dezember laden sie noch einmal zum großen "Einläuten der Weihnachtsruhe" gegen 19 Uhr ein – gemeinsam mit Bergknappe Daniel, Freiberger Stadtgebläse und Weihnachtsengel. Der Christmarkt schließt am 22. Dezember um 20 Uhr für dieses Jahr seine Pforten.
Christmarkt-Programm zum Fest des Bergmanns am 14. Dezember in der Übersicht:
12 bis 18 Uhr verkaufsoffener Sonntag
15 bis 17 Uhr Glühweinaktion an der Silberstadt-Baude
11 Uhr Erzgebirgsensemble Aue präsentiert: Berggeist Knuffel erkundet das geheimnisvolle Weihnachtsland
13.45 Uhr Bergmännische Musik mit den Freiberger Bergsängern
14 Uhr Kleiner Bergaufzug mit Staffelstabübergabe zur Bekanntgabe des bergmännischen Gewerks 2026
15.15 Uhr Chor der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft
18 Uhr Blechbläser des Kirchenbezirks Freiberg
20 Uhr Bergleute läuten den Feierabend mit der Hilliger-Glocke an der Bergmannsbaude ein
www.freiberger-christmarkt.de
Das bergmännische Gewerk „Klaubejunge“
Als Klaubejunge oder Scheidejunge (im Harz auch Pochjunge) wurden früher im Erzbergbau die Lehrlinge bezeichnet, die in der Erzaufbereitung tätig waren. Für viele von ihnen war dies der Einstieg in das Arbeitsleben eines Bergmanns. Die Klaubejungen waren in den Scheidestuben tätig. Die tägliche Arbeitszeit betrug neun Stunden. Ihre Tätigkeit bestand darin, das geförderte Erz vom tauben (nichterzhaltigen) Gestein zu trennen. Diese Tätigkeit wurde auch als Reinscheiden, als erster Schritt in der Erzaufbereitung, bezeichnet. An den sogenannten Scheidebänken arbeiteten hauptsächlich Kinder im Alter von 8 bis 16 Jahren, aber auch Berginvaliden, die körperlich nicht mehr in der Lage waren Grubenarbeiten zu verrichten und vereinzelt auch Frauen. Beaufsichtigt wurden sie vom Scheidehutmann, vom Scheidemeister oder Scheidesteiger. In den Scheidestuben arbeiteten je nach Grubengröße bis zu 60 Klaubejungen. Nach einer Vorsortierung kam das Erz auf die Scheidebänke, wo die Klaubejungen mit den Scheidehammer (auch als Scheidefäustel bezeichnet) die Erzstücke zerkleinerten und nach Erzsorten in sogenannte Bergkörbe füllten. Die Arbeit wurde im Stehen verrichtet. An den Scheidebänken war es laut und staubig. Die Arbeitshaltung war beschwerlich, monoton und wirkte ermüdend, was mit der Zeit zu Nachlässigkeiten bei der Arbeit führte und durch den Scheidesteiger auch bestraft wurde. Bei der Arbeit in den Scheidestuben wurde notgedrungen, der in der Luft befindliche ungesunde Erzstaub eingeatmet, so dass die Klaubejungen meist mit Erreichen der Grubentauglichkeit mit 16 Jahren schon gesundheitlich angeschlagen waren. Nach Eduard Heuchler erhielten die Klaubejungen im 19. Jahrhundert im königlichen Erzbergbau, je nach Leistung, für ihre Arbeit einen Schichtlohn von drei bis vier Neugroschen. Kinder durften zur aktiven Zeit des Bergbaus nur in Ausnahmefällen an der Parade oder am Aufzug teilnehmen. Dies geschah zum Beispiel dann, wenn dem Landesherren ein Geschenk übergeben werden oder wenn ein Loblied vorgetragen werden sollte.
Welche Kleidung die Kinder dabei trugen ist leider nicht überliefert. Die Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft ist mit der Teilnahme der Kindergruppe an den Aufzügen von der Tradition abgewichen. Das Ziel ist dabei, Kinder an das schöne und interessante Hobby der Traditionspflege und an die Geschichte des Montanwesens heranzuführen. Heute sehen wir in den jüngsten Uniformträgern in den Gewerken oftmals Mitglieder, die Jahre zuvor in der Kindergruppe angefangen haben. Bei der Auswahl der Bekleidung der Klaubejungen wurde sich an den Zeichnungen von Eduard Heuchler orientiert. Die Bekleidung der Kinder besteht aus einem schwarzen Schachtkittel, wie ihn Jugendliche tragen mussten, wenn sie mit der Lehre im Bergbau begannen. Dazu tragen sie schwarze lange Hosen und schwarze Schuhe. Auf dem Kopf tragen die Kinder einen schwarzen Krempenhut, wie ihn auch der Bergmann zu seiner Arbeitskleidung trug. Der Hammer in der Hand der Kinder soll die Verbindung zum Klaubejungen ausdrücken.
Die Christmarkthütten sind nicht nur bergmännisch gestaltet, sie tragen auch die Namen der bergmännischen Gewerke. So finden Besucher u.a. auch die bisherigen Gewerke der vergangenen Jahre wie Pochjungen, Häuer und Amalgamierer.
Alle Gewerke im Überblick:
www.freiberger-christmarkt.de/original-bergmaennisch/bergmaennische-berufe.html
Die bergmännischen Gewerke in der Übersicht
Seit 2017 nutzt die Stadt Freiberg die bergmännischen Gewerke als Vorlage für Christmarkt-Tasse bzw. -Dippl und Bergstadtfest-Sammel-Pin. Die Vorlage bildet jeweils eine geschnitzte Figur, die anschließend in Schaufenstern der Freiberger Altstadt ausgestellt ist – inkl. einer Beschreibung des Berufs. Die Figur des aktuellen Gewerks „Häuer“ steht in der Tourist-Information.
· Klaubejunge (2026)
· Häuer (2025) - Schloßplatz 6, Tourist-Information
· Amalgamierer (2024) - Petersstraße 33
· Bergschmied (2023) - Kesselgasse 9
· Bergakademist (2022) - Korngasse 12
· Hüttenknappschaftsältester (2021) - Korngasse 4
· Bergmaurer (2020) - Kesselgasse / Borngasse
· Schwefelhüttenarbeiter (2019) - Figur steht in der SAXONIA Freiberg Stiftung
· Knappschaftsältester (2018)
· Zimmerling (2017)
Der Klaubejunge als Figur auf dem Silberweg
Im November 2024 enthüllte die Stadt den „Klaubejungen“ als letzte Figur auf dem Silberweg. Seitdem erzählen insgesamt elf silberne Figuren in der Altstadt Stadtgeschichte(n) zum Staunen, Anfassen und Fotografieren - digital per App und mit einem Rätselblock für Kinder.
Die Stadt Freiberg hatte die Enthüllung der Figur zum Anlass genommen, um auf das Thema der Kinderrechte und deren Stärkung aufmerksam zu machen. Denn in den Freiberger Bergwerken arbeiteten die Jungen – manchen von ihnen erst sechs und sieben Jahre alt – hart. Sie sortierten die Roherze vor und bereiteten es somit für die weitere Verarbeitung vor. Staub und Lärm belastete ihre Gesundheit.
Als Beispiel für die Mitbestimmung von Kindern sprachen Mitglieder des Freiberger Kinder- und Jugendparlaments über das Besondere ihres Gremiums und beschrieben ausgewählte Projekte. Gleichzeitig ist die Postkarten-Aktion „Kinderrechte ins Grundgesetz“ beendet worden. Dafür konnten Postkarten mit Wünschen ausgefüllt werden. Die Kinder schickten sie zusammen mit einem Brief noch vor Ort symbolisch an den Bundeskanzler.

