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Gründerpreis künftig mit Publikumspreis für kreative Geschäfte
Aus dem Stadtrat - Juni 2026
Mit der Kriminalstatistik der Polizei 2025, dem Bericht des Kommunalen Präventionsrates und dem Einsatzbericht des Stadtordnungsdienstes 2025 sowie der Fragestunde der Einwohner hat die 20. Stadtratssitzung am 4. Juni begonnen. Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils standen u.a. der Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan des Lidl-Marktes, der Beschluss der Satzung, die die Vergabe des Gründerpreises der Stadt Freiberg regelt und der Beschluss, dass die Stadt Freiberg mit der kommunalen Wärmeplanung nach dem bundesweiten Wärmeplanungsgesetz startet.
Grünes Licht für Lidl-Markt an der Dresdner Straße
Der Stadtrat hat grünes Licht für den Bau des neuen Lidl-Marktes an der Dresdner Straße gegeben. Nun ist noch die Genehmigung des Landkreises Mittelsachsen erforderlich. Erst danach kann der Bebauungsplan rechtskräftig werden. Die Stadträte votierten einstimmig.
Mit dem Beschluss endet ein mehrjähriges Planungsverfahren, das 2022 begonnen hatte. Gebaut werden soll ein moderner, großflächiger Lidl-Markt. Darüber hinaus soll entlang der Jungestraße ein Wohngebiet entwickelt werden. Das Plangebiet umfasst mehrere Flurstücke zwischen Dresdner Straße, Erzweg und Bundesstraße 173.
Bereits Anfang 2024 wurden Behörden, Träger öffentlicher Belange und Nachbargemeinden frühzeitig beteiligt. Gleichzeitig konnten Bürgerinnen und Bürger die Planunterlagen einsehen und Stellungnahmen abgeben. Im Juni und Juli 2025 bestand erneut die Möglichkeit, Anregungen und Einwände vorzubringen. Insgesamt wurden 65 Hinweise berücksichtigt. Für die Stadt Freiberg ist dies ein weiterer Baustein in der städtebaulichen Entwicklung des östlichen Stadtgebietes und ein Projekt, das sowohl die Nahversorgung als auch das Wohnungsangebot stärken wird.
Innovative Geschäftsideen künftig alle zwei Jahre prämiert
Mut, Ideenreichtum und Unternehmergeist prämiert die Stadt Freiberg seit zehn Jahren mit dem Gründerpreis. 2016 wurde er erstmals vergeben. Zum Jubiläum im vergangenen Jahr gab es mit dem Publikumspreis bereits eine Neuerung. Nun haben die Stadträte diese Neuerungen in Form gegossen und in einer Satzung festgeschrieben. Der Beschluss fiel mehrheitlich aus. Das Ziel bleibt: Der Gründerwettbewerb „Lebendige Stadt“ soll weiterhin dazu beitragen, die Freiberger Innenstadt zu stärken, innovative Geschäftsideen zu unterstützen und die wirtschaftliche Entwicklung im gesamten Stadtgebiet voranzubringen. Eine der wichtigsten Neuerungen ist, dass der Gründerpreis künftig im zweijährigen Rhythmus vergeben wird.
Der Gründerpreis wird in zwei Kategorien vergeben:
Kategorie A – Freiberger Altstadt
Prämiert werden innovative Geschäftsideen bzw. fehlende Handelszweige in der Freiberger Altstadt, die neu eröffnet oder weitergeführt werden. Q2Gewinner erhalten einen Mietzuschuss von bis zu 400 Euro monatlich für maximal zwölf Monate.
Kategorie B – Gesamtes Stadtgebiet
Ausgezeichnet werden innovative Gewerbe und Geschäfte im gesamten Stadtgebiet. Der Preis ist mit 1.500 Euro dotiert.
Bewerben können sich Einzelpersonen und auch Gründerteams, die Rechtsform ist künftig egal, die ein Geschäft eröffnen oder weiterführen möchten. Auch Geschäftsideen und Konzepte können eingereicht werden, selbst wenn das Unternehmen noch nicht gegründet oder eröffnet wurde.
Kategorie C – Sonderpreis Entwicklung (Publikumspreis)
Der Publikumspreis wird zusätzlich in jedem Wettbewerbsdurchgang vergeben. Dieser soll an bestehende Geschäfte in der Freiberger Altstadt vergeben werden, die sich mit kreativen Ideen erfolgreich weiterentwickeln und wachsen. Der Sonderpreis ist mit 1.500 Euro dotiert.
Über die Auszeichnungen entscheidet weiterhin eine Jury aus Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft, Wissenschaft, Stadtverwaltung und Gewerbe. Mit dabei sind unter anderem die Industrie- und Handelskammer, die Sparkasse Mittelsachsen, das Gründernetzwerk SAXEED, die Wirtschaftsjunioren Freiberg sowie Mitglieder des Stadtrates.
Bewertet werden unter anderem die Bedeutung für die Innenstadt beziehungsweise das Stadtgebiet, der Innovationsgrad der Geschäftsidee, die Qualität und Schlüssigkeit des Konzeptes sowie die wirtschaftliche Tragfähigkeit und Plausibilität der zugrunde liegenden Planungen.
Die drei bestplatzierten Bewerbungen jeder Kategorie werden zu einer öffentlichen Präsentationsrunde eingeladen. Anschließend bestimmt die Jury die jeweiligen Preisträger.
Interessierte Gründerinnen und Gründer können ihre Bewerbungen bis zum 31. August des jeweiligen Wettbewerbsjahres bei der Stadt Freiberg, Bereich Citymanagement, einreichen. Der nächste Gründerwettbewerb startet 2027.
Freiberg startet mit kommunaler Wärmeplanung
Freiberg startet die kommunale Wärmeplanung nach dem bundesweiten Wärmeplanungsgesetz (WPG). Das hat der Stadtrat mehrheitlich beschlossen. Ziel ist es, eine langfristig sichere, bezahlbare und klimafreundliche Wärmeversorgung für die Stadt und ihre Ortsteile zu entwickeln. Die Wärmeplanung soll zeigen, wie künftig geheizt wird und welche Lösungen in Freiberg sinnvoll und wirtschaftlich umsetzbar sind. Dabei werden erneuerbare Energien und lokale Ressourcen besonders berücksichtigt.
Die Planung soll Klarheit schaffen, damit zukünftige Entscheidungen und Investitionen besser vorbereitet werden können. Für die Ortsteile wird besonders geprüft, welche dezentralen Lösungen geeignet sind, zum Beispiel Nahwärmenetze, Wärmepumpen oder gemeinschaftliche Energieprojekte. Die Stadt Freiberg ist für die Planung verantwortlich. Die Stadtwerke Freiberg AG soll, soweit rechtlich möglich, die Erstellung der Wärmeplanung koordinieren und umsetzen. Ein begleitender Lenkungskreis wird eingerichtet. Dort arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus Stadtverwaltung, Wohnungswirtschaft, Wissenschaft, Stadtwerken, Unternehmen sowie Stadtratsmitglieder zusammen. Der Lenkungskreis soll den Prozess fachlich begleiten und den Austausch zwischen allen Beteiligten sicherstellen. Die Stadt prüft Fördermittel von Bund und Freistaat Sachsen, um die Erstellung der Wärmeplanung finanziell zu unterstützen. Die CDU-Stadtratsfraktion hatte den Antrag zur Wärmeplanung eingereicht.
Die nächste Stadtratssitzung ist am 2. Juli und beginnt 16 Uhr im Ratssaal.
