23.01.2019 | Pressemitteilung

Kriegsgott Mars erobert Freiberg

Er ist wieder in Sachsen und erstmalig im Freiberger Stadt- und Bergbaumuseum zu sehen – der Dresdner Mars von Giambologna.

Eine knapp 40 Zentimeter hohe Bronzestatuette hielt die Kunst- und Kulturliebhaber in Atmen. Der Dresdner Mars des Renaissancekünstlers Giambolognas war einst ein Geschenk an den sächsischen Kurfürsten Christian I., der in der Grablege der Wettiner im Freiberger Dom seine letzte Ruhestätte fand. 

Die Statuette geriet in den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Privatbesitz und wäre am Ende in London im Auktionshaus Sotheby’s fast versteigert worden. Das konnte im letzten Moment von den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) verhindert werden. Diese erwarben den Mars. Doch bevor er nach Dresden in die Gemäldegalerie Alte Meister geht, reist er noch einmal durch Sachsen. In drei sächsischen Städten wird er gezeigt. Die Silberstadt Freiberg ist die erste Station. Dort ist die Bronze im Stadt- und Bergbaumuseum bis zum 31. März dieses Jahres zu sehen.

An der feierlichen Zeremonie zur Ausstellungseröffnung im Stadt- und Bergbaumuseum nahmen unter anderem Monika Gütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmar, Sachsens Kunstministerin Dr. Eva-Maria Stange, Generaldirektorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden Prof. Marion Ackermann, Generalsekretär der Ernst von Siemenskunststiftung Dr. Martin Hoernes und Generalsekretär der Länder Prof. Markus Hilbert sowie Oberbürgermeister Sven Krüger teil. Es herrschte Einigkeit darüber, dass der Mars ein nationales Kulturgut mit unschätzbarem kunsthistorischem Wert ist. 

„Nun sind Geschenk und Beschenkter nach über 400 Jahren wieder vereint und das an dem Ort: Freiberg. Unsere Silberstadt brachte einst Ruhm und Glanz für ganz Sachsen“, freut sich Oberbürgermeister Sven Krüger. 

Im Jahr 1587 veranlasste der toskanische Großherzog Francesco I. de‘ Medici eine Schenkung an den sächsischen Kurfürsten Christian I. Darunter befanden sich drei Kleinbronzen seines Hofbildhauers Giambologna. Der Bildhauer fügte eine weitere Bronze als persönliches Geschenk hinzu – den sogenannten „Dresdner Mars“. Der sächsische Kurfürst war so angetan von den Skulpturen, dass er die Grablege seiner Familie später mit dreizehn lebensgroßen Statuen versehen ließ. Diese schaffte Giambologna-Schüler Cesare del Palagio und sie stehen bis heute in der Grablege der Wettiner im Dom St. Marien. Der „Dresdner Mars“ war also prägend für das Gesamtbild des Fürstengrabs. Im Dom ist auch Kurfürst Christian I. bestattet. Für die Zeit der Ausstellung des Mars im Stadt- und Bergbaumuseum kann die sonst nicht zugängliche Fürstengrablege, die sich im Dom vis a vis des Museums befindet, ebenfalls besichtigt werden. Die Grablege rangiert laut Experten der SKD auf einer Stufe mit den Gräbern Kaiser Karl V. und König Philipp II. im spanischen Escorial sowie dem Grab Kaiser Maximilians I. in der Hofkirche in Innsbruck.

Der Mars hat eine lange Reise hinter sich und wäre letztes Jahr fast in London versteigert wurden. Er wurde 1924 im Rahmen der „Fürstenabfindung“ an den „Familienverein Haus Wettin“ abgegeben. Seitdem war er in Privatbesitz. Die Bayer AG erhielt das Kleinod 1983 als Schenkung und wollte die Bronze im Juli vergangenen Jahres im Londoner Auktionshaus Sotheby’s versteigern. Damit wäre das Kulturgut vermutlich wieder für viele Jahre aus der Reichweite der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden gerückt. Aber es kam anders: Durch gemeinschaftliches Engagement und die finanzielle Unterstützung des Freistaates Sachsen, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder sowie des Freundeskreises der SKD konnte der Mars erworben werden. Damit ist der Mars nach fast 100 Jahren wieder heimgekehrt – nach Sachsen – und nun für den Museumsverband und die Öffentlichkeit gesichert.

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, die den Mars zurückerworben haben, stellen dieses einzigartige Kulturgut in drei Städten Sachsens aus, bevor er ab Dezember in die Gemäldegalerie Alte Meister in Dresden geht und dort einen festen Platz erhält.

Stadt- und Bergbaumuseum
Am Dom 1
Geöffnet: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Sonderausstellung: „Ein Gott auf Reisen – der Dresdner Mars von Giambologna“
Die Ausstellung „Ein Gott auf Reisen – der Dresdner Mars von Giambologna“ zeigt die Bronze des Renaissancekünstlers Giambologna, diese war einst ein Geschenk an den sächsischen Kurfürst Christian I. 

Zur Sonderschau gibt es ein Kombiticket, welches die Besichtigung des „Dresdner Mars“, der Sonderausstellung „Freibergs Silber – Sachsens Glanz“ und der kurfürstlichen Grablege im Dom St. Marien umfasst. Die Ausstellung hat bis zum 31. März geöffnet.

Sonderausstellung: „Freibergs Silber – Sachsens Glanz“
Die Schau „Freibergs Silber – Sachsens Glanz“ spannt einen Bogen vom in Freiberg gewonnenen Silber bis hin zu kostbarsten Prunkgegenständen vom sächsischen Hof, die daraus gefertigt wurden. Erstmals werden in Freiberg Teile des Tafelsilbers von August dem Starken zu sehen sein. Die Ausstellung hat bis zum 31. März geöffnet.


Mittelsachsen – Freiberg mittendrin

Der Verwaltungssitz des Landkreises Mittelsachsen befindet sich in Freiberg. Für Bürger der 53 mittelsächsischen Kommunen, davon 21 Städte, ist er Ansprechpartner u.a. für KfZ-Zulassungen oder Kindergeldanträge und betreibt das Jobcenter Mittelsachsen.

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Herz aus Silber – Imagefilm

Zukunft aus Tradition: Silberstadt, Universitätsstadt, Wirtschaftstandort, Lebensmittelpunkt - werfen Sie einen Blick in den Imagefilm der Silberstadt Freiberg.

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