24.09.2021 | Pressemitteilung

Museum: Historisches Kunstwerk trifft auf Ingenieurwissenschaften

Sommerschule untersucht an Freiberger Gemälde Einfluss des Klimas auf Kunstwerke

Das Institut für Statik und Dynamik der Tragwerke der TU-Dresden (ISD), unter Leitung von Prof. Michael Kaliske, veranstaltet zusammen mit der Hochschule für Bildende Künste Dresden eine Sommerschule. Thema ist die Frage, welchen Einfluss Klima auf die Kunstwerke hat. Anhand eines spätgotischen Tafelgemäldes aus dem Stadt- und Bergbaumuseums Freiberg werden Technologien erprobt, die im Wesentlichen auf Computersimulationen basieren.

Am Mittwoch, 29. September, besichtigen die Teilnehmerinnen der Sommerschule das Objekt, eine Tafel des Kirchbacher Altars. Das Gemälde wird untersucht und mittels eines 3D-Scanverfahrens erfasst.

Weitere Information:
Kunstwerke aus Holz reagieren sehr empfindlich auf Schwankungen des Klimas. Um Schäden vorzubeugen, gibt es strenge Regeln für die Aufbewahrung solcher Objekte. Bislang orientieren sich die Klimakorridore an empirisch gewonnen Daten, also an den Erfahrungen der Personen, die mit den Objekten umgehen. Experimente an den Objekten, die auf wissenschaftlicher Basis Daten für Grenzen des zulässigen Klimakorridors liefern, verbieten sich, da an historischen Objekten keine Experimente, die potenziell Schäden verursachen, gemacht werden können.

Mit einer realitätsnahen theoretisch-numerischen Abbildung der Strukturen virtuell im Rechner, basierend auf der Finite Elemente Methode (FEM), ist es möglich, ein Berechnungsmodell für Holzobjekte zu erstellen und deren Veränderung bei Holzfeuchte- bzw. Klimaschwankungen vorherzusagen. Je besser es dabei gelingt, die tatsächlichen Eigenschaften der Materialien zu erfassen, desto genauer sind die Prognosen für Veränderungen, bis hin zur Vorhersage von Kriechen und dauerhaften Schäden. So können virtuell Experimente durchgeführt werden, bei denen die Grenzen überschritten werden, ohne dass die „echten“ Objekte Schaden nehmen.

Bei diesem interdisziplinären Projekt arbeiten Ingenieurwissenschaftler des Institutes für Statik und Dynamik der Tragwerke der TU-Dresden (ISD) und Konservierungswissenschaftler der Fachrichtung Restaurierung der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) und die Materialwissenschaftler des Instituts für Holztechnologie Dresden (IHD) eng zusammen.

Ziel des VirtEx-Projektes ist es nicht nur, die bestehenden Verfahren weiterzuentwickeln, sondern auch deren Anwendung in der Praxis zu erproben. Deshalb Grund findet eine Sommerschule im Rahmen des VirtEx-Projektes statt. Anhand eines konkreten historischen Objektes kann das Verfahren getestet und mit der „klassischen“ restauratorischen Herangehensweise verglichen werden. Ein Flügel des spätgotischen Altarretabels „Kirchbach“ aus dem Stadtmuseum Freiberg ist ein Tafelgemälde aus Nadelholz, das starke Deformationen aufweist. Der Altar wurde vor 25 Jahren in der Restaurierungsabteilung der Hochschule für Bildende Künste restauriert und ist daher sehr gut dokumentiert. Die anstehende Verlagerung des Standortes und die besondere Klimaempfindlichkeit sind der konkrete Anlass, exemplarisch eine Tafel zu untersuchen, zu modellieren und das Ergebnis mittels FEM virtuellen Experimenten zu unterziehen, die dann in Empfehlung zum Klima münden. Parallel dazu wird mittels restauratorischen Untersuchung in „klassischer“ Manier ein Konzept entwickelt. Begleitet von erfahrenen Fachleuten auf dem jeweiligen Forschungsfeld werden Studierende des ISD und der HfBK gemeinsam an dieser Aufgabe arbeiten. Einen wichtigen Teil der Sommerschule nimmt die 3D-Erfassung und die Erkundung der Möglichkeiten der Dokumentation von dreidimensionalen Veränderungen von Holztafelgemälden durch die „Structure from Motion“-Methode ein. Durch eine Mitarbeiterin des Instituts für Photogrammetrie und Fernerkundung (IPF) der TU-Dresden erhalten die Teilnehmer eine Einführung in die diese Technik.

Beginnen wird die Sommerschule mit einführenden Vorträgen zum Thema FEM und Präventiver Konservierung sowie der Vorstellung des Objektes. Nach intensiver Arbeit, einer Exkursion zum Objekt in Freiberg und in die Labore des IHD werden die Ergebnisse präsentiert und diskutiert.

Veranstalter: ISD, HfBK
Vortragende:
Prof. Dr. habil. Michael Kaliske (ISD, TU-Dresden)
Prof. Dr. Andreas Schulze (HfBK Dresden)
Dr. Melanie Elias (IPF, TU-Dresden)
Daniel Konopka (ISD, TU-Dresden)
Oliver Tietze (ISD, TU-Dresden)


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