21.04.2020 | Pressemitteilung

Stilles Gedenken

zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg/ Außenstelle Freiberg

Wenn auch der Gedenkakt zum 75. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg abgesagt werden musste – zu dem sich mehr als 1.000 Gäste angemeldet hatten, darunter zwei Dutzend ehemalige Häftlinge und mehrere hundert Angehörige - so wird es dennoch kleine Akte der Erinnerung und des Gedenkens geben: in Flossenbürg wie auch einigen Außenstellen dieses KZs. Eine war in Freiberg.
Hier werden Landrat Matthias Damm und Oberbürgermeister Sven Krüger einige Minuten zum Stillen Gedenken innehalten:
am Donnerstag, 23. April, gegen 11.30 Uhr
an der Gedenktafel am Schachtweg 2 (BSZ „Julius Weisbach“).

Hier erinnert ein Tagebucheintrag der 14-jährigen Zwangsarbeiterin Helga Weissová an das Leid, das das KZ brachte: „Wenn nicht irgendein Wunder geschieht, halten wir es nicht aus. Hoffentlich ist bald Schluss.“  2015 war sie als Teilnehmerin der zeitgenössischen Kunstausstellung „We are still here“ in der Stadt Freiberg, die sie zuvor mehrmals zusammen mit anderen überlebenden Frauen besucht hatte.

Das Außenlager Freiberg existierte vom 31. August 1944 bis 14. April 1945. In mehreren Transporten waren 1.000 jüdische Frauen aus dem KZ Auschwitz nach Freiberg verbracht worden. Hier wurden sie zu Metallarbeiten an Flugzeugteilen für die Flugzeugfirma Arado, Potsdam (Deckname in Freiberg: Freia GmbH); gezwungen, wie auch zum Bau von Zielvorrichtungen für V2 für die Optik-Firma Max Hildebrand sowie zu Außenarbeiten (z.B. Christbaumschlagen vor Weihnachten) für die Stadt Freiberg. Acht Todesfälle sind in den Nummernbüchern dokumentiert.

Am 14. April 1945 war das Außenlager evakuiert worden. Die Frauen wurden nach Mauthausen gebracht, wo sie am 29. April ankamen und am 5. Mai 1945 von US-amerikanischen Truppen befreit wurden.

In Freiberg erinnert u.a. eine Gedenktafel am ehemaligen Verwaltungsgebäude der Fabrik an die Häftlinge dieses Außenlagers. Das Gebäude ist heute Sitz des Landratsamtes Freiberg. Hier kann das Gedenken in diesem Jahr wegen Bauarbeiten nicht stattfinden.


Mittelsachsen – Freiberg mittendrin

Der Verwaltungssitz des Landkreises Mittelsachsen befindet sich in Freiberg. Für Bürger der 53 mittelsächsischen Kommunen, davon 21 Städte, ist er Ansprechpartner u.a. für KfZ-Zulassungen oder Kindergeldanträge und betreibt das Jobcenter Mittelsachsen.

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