04.10.2022 | Pressemitteilung

Depotgeflüster: Grabsteine, Inschrifttafeln und Reliefs kehren heim

Stadt- und Bergbaumuseum: Bis zu 800 Jahre alte Architekturteile beziehen neu ausgestattetes Depot in Freiberg


Fast 150 steinerne Zeitzeugen aus Freibergs Stadtgeschichte kehren in die Silberstadt zurück. Die Architekturteile aus der Sammlung des Stadt- und Bergbaumuseums ziehen nun aus dem Zwischenlager in Nassau in das neue Außenlager in Freiberg - darunter Elemente von Freiberger Kirchen und Wohngebäuden, Reste von historischen Grabsteinen oder von Inschrifttafeln aus Bergwerken, Reliefs mit bergmännischen Darstellungen, verwitterte und ersetzte Einzelstücke vom Schwedendenkmal und Grenzsteine. Die ältesten Teile sind über 800 Jahre alt und stammen aus den Anfängen der Stadt.

Sie alle erzählen Geschichten von Freiberg. So zeigt ein Bruchstück aus Sandstein Reste des kursächsischen Wappens. Überliefert ist, dass es am Erbischen Tor verbaut war. Nach dem Abbruch des Stadttors im 19. Jahrhundert wurde der Stein wohl als Baumaterial weitergenutzt. Zuletzt war er im Hof des Grundstücks Erbische Straße 15 vermauert und gelangte vielleicht im Zuge von Bauarbeiten am Grundstück ins Museum.

Die Sammlung von Architekturteilen bildet eine wichtige Grundlage für  denkmalpflegerische und wissenschaftliche Forschungen. Manchmal kehren Objekte sogar an ihren originalen Standort zurück, wie beispielsweise eine erhaltene Hermenfigur aus Sandstein, die zukünftig wieder im sanierten und umgebauten Herderhaus zu sehen ist.

Die Teilsammlung lagerte bis 2018 unter der Pergola im Innenhof des Museums. In Vorbereitung der Bauarbeiten für den neuen Ergänzungsbau - dem künftigen Eingangsbereich des Museums – wanderten die Stücke in das Zwischenlager in Nassau. Jetzt gehen die steinernen Reste erneut auf Reisen – und damit auch das kursächsische Wappen vom Erbischen Tor. Ihr neues Außendepot befindet sich am Stadtrand von Freiberg. Und nicht nur die Räume sind neu, auch die Regale: Für die Lagerung stehen nagelneue Schwerlastregale bereit.

In der Reihe „Depotgeflüster“ veröffentlicht das Stadt- und Bergbaumuseum Neuigkeiten aus dem Depot sowie interessante oder unbekannte Objekte aus der Sammlung. Den Anfang machte im Mai 2020 eine unbekannte Maschine, die Dank Mithilfe fachkundiger Bürger als handbetriebene Lederspaltmaschine identifiziert wurde.

Weitere Informationen auf www.museum-freiberg.de/depotgefluester

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