Bundespräsident zu Gast

Danke Herr Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier für Ihre Zeit in unserer schönen Stadt. Wir wünschen eine gute Heimkehr.

Glück auf!

Besuch des Bundespräsidenten vom 6. bis 8. Dezember

Donnerstag, 8. Dezember

13.15 Uhr - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zeichnet neun Sachsen aus

Engagierte aus Sachsen, darunter eine Freibergerin, ehrte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland in der Freiberger Konzert- und Tagungshalle Nikolaikirche. 
Die Ausgezeichneten setzen sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Integration von Geflüchteten, in der Seniorenarbeit und in der Bildung, für die Förderung von Kindern, die Interessen von Frauen und Menschen mit Behinderungen sowie für den Umwelt- und Klimaschutz ein.

Die Ordensverleihung nimmt der Bundespräsident während der "Ortszeit Freiberg" vor. Sie ist seine fünfte Reise in der Reihe "Ortszeit Deutschland", bei der er seinen Amtssitz für einige Tage in verschiedene Regionen verlegt, um den direkten Austausch mit Menschen zu suchen. Diese Aufenthalte nutzt er, um all jenen zu danken, die sich seit Langem in herausragender Weise um das Gemeinwohl verdient machen.

Die Freibergerin Carmen Hartung erhält die Auszeichnung für ihr Engagement im Freiberger Verein Esther-von-Kirchbach für die Gleichstellung der Geschlechter und gegen Gewalt gegenüber Kindern und Frauen. Seit mehr als 25 Jahren ist sie ehrenamtliche Leiterin der intergenerativen Begegnungsstätte des Vereins, die in der Stadt Freiberg besonders für alleinstehende Seniorinnen und Senioren eine wichtige soziale Anlaufstelle ist. 
Die Begegnungsstätte verdankt Carmen Hartung nicht nur die administrative Konzeption, sondern vor allem die familiäre Atmosphäre. Ihr Einsatz zum Abbau von geschlechtsbezogener Gewalt führte Anfang der 1990er Jahre zum Aufbau einer Frauenschutzeinrichtung im Landkreis Mittelsachsen. Für das Schutzhaus übernimmt sie ehrenamtlich Rufbereitschaften außerhalb der regulären Geschäftszeiten und ist damit oft die erste helfende Ansprechpartnerin für die von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen.

Weiterhin wurden ausgezeichnet:
Julia Cissewski, Leipzig
Christine Hinkel, Annaberg-Buchholz
Stefan Mertenskötter, Dresden
Roland Schöne, Chemnitz
Christian Schramm, Bautzen
Immo Stamm, Frankenberg

Hanna Einenkel, Dresden, und Hannelore Hammerschmidt, Reichenbach im Vogtland, konnten zur Verleihung ihres Bundesverdienstkreuzes am Band nicht selbst anwesend sein. 

9.15 Uhr - Besuch der Böhme-Schule im Stadtteil Friedeburg

Mit einem Termin im Stadtteil Friedeburg startete heute der letzte Tag des Besuchs des Bundespräsidenten in Freiberg. In der Grundschule „Carl-Böhme“ empfing ihn Schulleiterin Kristin Borrmann. In dem anschließenden Gespräch griff er ein Thema auf, dass auch bei der „Kaffeetafel kontrovers“ die Bürger bewegte: die Folgen des Kriegs in der Ukraine. „Wie können wir die Kinder geflüchteter Familien aus der Ukraine in unser Schulsystem eingliedern“, fragte Steinmeier vor Ort nach. Die Böhme-Schule kann hier viele Erfahrungen einbringen. In zwei Klassen werden derzeit ukrainische Kinder unterrichtet. Dafür hat die Schule zwei ukrainische Lehrerinnen eingestellt, Olena Bäcker und Viktoria Pradiichuk. „Anfänglich haben wir versucht, das ukrainische Schulsystem zu übernehmen“, berichtet die Schulleiterin. Doch seit dem Sommer sei absehbar, dass der Krieg länger dauert und die Familien länger in Deutschland bleiben. Deswegen ist es das Ziel, die Kinder in das deutsche Schulsystem zu integrieren. Derzeit stehen neben Mathematik und Sachunterricht vor allem das Erlernen der deutschen Sprache auf dem Lehrplan. Doch dies ist nicht immer einfach, wie die ukrainischen Lehrerinnen berichten. „Wenn das Herz der Kinder bei ihrem Papa oder den Großeltern in der Ukraine ist, ist der Kopf nicht offen“, sagt Olena Bäcker.

Nach dem Gespräch ließ sich Steinmeier die Klassenräume der Schule zeigen. Dort sprach er auch mit Grundschülern und nahm zahlreiche selbstgemalte Bilder mit auf den Weg. Dieser führte ihn zurück in die Innenstadt, wo er die Redaktion der Freien Presse besuchte.


Mittwoch, 7. Dezember

18.30 Uhr - Besuch im Dom: Orgelklänge beschließen Tag 2

Auch den ältesten Platz Freibergs, den Untermarkt, besuchte der Bundespräsident. Fast alle Gebäude hier stammen aus dem 16. Jahrhundert – und zeigen für die Zeit typische Ausstattungsmerkmale. Am auffälligsten: unser Dom Sankt Marien, eines der am reichsten ausgestatteten Gotteshäuser Sachsens. In diesem Denkmal von internationalem Rang war bis 1696 die kurfürstliche Grablege der Wettiner. Sensationell sind die Tulpenkanzel - sie wächst quasi als steinerne Pflanze aus dem Boden – und die große Silbermannorgel – eine der am besten erhaltenen Barockorgeln weit und breit. Sie stammt von Gottfried Silbermann – dem bedeutendsten mitteldeutschen Orgelbauer der Barockzeit – seine Werkstatt und seinen Lebensmittelpunkt hatte er hier in Freiberg. Vom Klang seiner Orgeln konnte sich Steinmeier ebenso überzeugen wie von dem der Kinderchöre aus Dom und Kita "Villa Kunterbunt". 
Für den Reichtum Freibergs im Mittelalter steht auch die berühmte Goldene Pforte – das reich geschmückte Portal, durch das einst die Markgrafen den Dom betraten. Steinmeier jedoch betrat und verließ das Gotteshaus durch dessen heutigen Eingang, um nun wieder zu seinem Amtssitz auf Zeit im Freyhof zurück zu kehren.

17.20 Uhr - Stadtbummel 2 durch historische Altstadt

Noch einmal nahm sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Zeit für die Geschäfte in der Freiberger Innenstadt - eine Altstadt angelegt im 12. Jahrhundert mit unzähligen denkmalgeschützten Häusern, engen Gassen, großen Plätzen, viel Charme und Tradition.
Dazu gehört in der Silberstadt auch erzgebirgische Volkskunst, die sich der Bundespräsident bei einer Stippvisite im Holzladen Martin ansah: Die Eigentümer erzählten stolz, wie sie ihr Geschäft 1995 selbst gründeten. Dann war  ein Familienunternehmen im Wandel der Zeit zu erleben – wie beispielsweise im Schreibwarenladen Steyer am Obermarkt. Hier gibt es seit fast zwei Jahrhunderten einen Papierhandel, dessen Angebot sich natürlich im Laufe der Zeit gewandelt hat: An Tradition und Geschichte erinnert hier vor allem die 1876 eingebaute metallene Galerie, die mit ihren wunderschönen Eisensäulen dem heutigen modernen Fachhandel für Schreibwaren das besondere Ambiente verleiht. Seit 1909 ist das Geschäft fest in Frauenhand. Von der Freiberger Frauenpower überzeugte den Bundespräsidenten Geschäftsinhaberin und Vize-Präsidentin des Handelsverbandes Sachsen Anke Krause, die eine besondere Gabe für Steinmeier hatte: ein Tintenlöscher aus dem "alten Laden", damit auch künftig Geschriebenes sicher bewahrt wird.
Gut Bewahrtes, bekannte und weniger bekannte Weltliteratur bringt Heike Wenige vom Taschenbuchladen mit wunderbaren Aktionen unter die Menschen, wie Lyriksalon, Kultur zum Mittag oder Lesung mit internationalen Buchautoren.
Nicht nur für ihre Ideen und ihren Charme, sondern ihre Literaturkenntnis und ihre besondere Art sie zu vermitteln, hat ihr Taschenbuchladen in der Silberstadt Freiberg bereits viermal den „Deutschen Bundhandlungspreis“ von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien erhalten.
Von diesem Laden musste sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei seinem Besuch in Freiberg selbst einen Eindruck verschaffen. Selbstverständlich verließ er ihn nicht ohne Buch - sogar mit zweien. Doch zum Lesen kommt der Bundespräsident vorerst nicht – denn nun steht der Dombesuch auf dem Programm …

16.40 Uhr - Steinmeier setzt auf Dialogbereitschaft

Ein offenes Ohr für Freiberger Bürger hatte Bundespräsident Steinmeier bei der „Kaffeetafel kontrovers“. Im Café Hartmann konnten die geladenen Gäste Steinmeier ihre Gedanken, Meinungen und Sorgen äußern. Dabei bestimmten drei Themen die fast zweistündige Gesprächsrunde: die Corona-Politik, der Krieg in der Ukraine und seinen Auswirkungen auf Deutschland. Gemäß dem Motto der Kaffeetafel fanden dabei die gegensätzlichen Ansichten breiten Raum. Immer wieder fragte Steinmeier dabei nach den Meinungen der Teilnehmer.

„Dialogbereitschaft ist auch immer die Bereitschaft, sich bei einem Gespräch von einem Argument verunsichern zu lassen“, hob Steinmeier hervor. Er forderte, wieder zu einer gemeinsamen Diskussionskultur finden, in der auch gegensätzliche Meinungen geäußert, gehört und ausgehalten werden können. Die könne aber nur gelingen, wenn dies in einem respektvollen und auch kompromissbereiten Umgang erfolgt.
 

15 Uhr - Interview mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

MDR-Interview mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur fünften Station der "Ortszeit Deutschland" - hier aus Freiberg.

11.30 Uhr - Gespräch mit Nachwuchswissenschaftlern

Konstruktiv und international war das Gespräch mit Studenten und Wissenschaftlern im SIZ-Café. Im Mittelpunkt stand dabei das Thema „Ressourcen“. Wie kann Deutschland seine Abhängigkeit von einzelnen Ländern hinsichtlich der Importe von Energie und Rohstoffen ändern? Diese Frage des Bundespräsidenten stieß auf offene Ohren bei Teilnehmern vom Institut für angewandte Physik der TU Bergakademie und vom Helmholtz-Institut für Ressourcentechnologie. Gemeinsam forschen sie daran, vorhandene Rohstoffe nachhaltig zu nutzen und dessen Verbrauch zu verringern. Bei den Gesprächen wurde schnell deutlich: Freiberg verfügt hier über ein deutschlandweit einmaliges Know-How aus Industrie, Forschung und Technologieentwicklung. „Vor allem im Bereich der Halbleiterindustrie ist in Freiberg ein wichtiger Standort erhalten geblieben“, hebt Steinmeier hervor.
Und noch eines wurde deutlich: Freiberg ist für Forscher aus aller Welt ein attraktiver Ort. Studierende aus Venezuela, Brasilien und Bangladesch berichteten, warum ihre Studienwahl auf Freiberg fiel. Dabei spielte die lange montanwissenschaftliche Tradition eine wichtige Rolle. 

10.50 Uhr - Spannende Reise durch Laboratorien im Wandel der Zeit

Einst bekannt für den Handel für pharmazeutische Präparate, ist "Labor-Pilz" heute eine bekannte Adresse rund ums Labor, die auch Bundespräsident Steinmeier besucht hat. Das Familienunternehmen existiert seit mehr als 100 Jahren, davon mehr als 80 nah am Schloss Freudenstein: auf der Burgstraße – gleich vis a vis des SIZ, wo sich Steinmeier nun mit Studenten der TU Bergakademie trifft.

10.20 Uhr - Wirtschaftsstandort Freiberg: Hier wächst Zukunft

Einblick ins Silicon Saxony: Erster Termin am zweiten Tag seiner Ortszeit war für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Besuch beim Weltmarktführer Freiberger Compound Materials (FCM). Das Unternehmen stellt Wafer für die Halbleiterindustrie her und gehört zu den Top 5 der Waferhersteller weltweit. Die Wafer von FCM werden in Smartphones, Tablets, TV, Laser, WIFI und Kfz-Elektronik verbaut. So steckt in fast jedem Smartphone ein Stück Freiberg. Das Unternehmen gehört zum Silicon Saxony – und damit zum Hightechnetzwerk Sachsens, dass einen der größten Mikroelektronik- und IT-Cluster Europas bildet. 

Dabei gab es für den Bundespräsident in Begleitung des Sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer neben Einblicken in die Waferherstellung auch eine Besichtigung der Produktionshalle. Hier kam auch Michael Federmann dazu. Federmann ist Ehrenbürger der Stadt Freiberg. Mit dieser Ehrung wurden 2014 eine Verdienste um Freiberg als Hochtechnologie-Standort und damit für Sachsen geehrt. Das Familienunternehmen Federmann Enterprises Ltd. war der erste israelische Großinvestor in der Industrie der neuen Bundesländer. Damit hat das Engagement der Familie Federmann in Freiberg mit Blick auf die deutsche und jüdische Geschichte eine besondere Dimension.

Auch Federmanns Engagement ist es zu verdanken, dass sich die Freiberger Compound Materials GmbH zu einem hochmodernen High-Tech-Unternehmen entwickelt hat und mit der Qualitätsmarke „Freiberger“ zu einem Weltmarktführer bei Galliumarsenid-Substraten wurde.

Diese Entwicklung des Umstrukturierens vom einstigen VEB Spurenmetalle Freiberg zu den drei Halbleiterunternehmen FCM, Siltronic und Meyer Burger war Thema des Wirtschaftsgespräches zum Standort Freiberg.

Für Oberbürgermeister Sven Krüger liegt klar auf der Hand, dass „die Halbleiterindustrie die Basis unseres Wohlstandes in den letzten 30 Jahren" ist. 
Und „je größer, je prosperierender Freiberg wird, desto mehr Menschen wird es anziehen", ergänzt Dr. Michael Harz, Geschäftsführer FCM.

Mehr Menschen am Standort Freiberg könnten auch dafür sorgen, dass der Fachkräftemangel gemindert werde. Denn die Sorge um die Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern und Lehrlingen war ebenso Thema des Wirtschaftsgesprächs wie die neuerliche Initiative, mit der die Ausbildung wieder an die hiesige Berufsschule geholt werden soll.

Das Engagement der Unternehmen und die Entwicklung des Wirtschaftsstandortes lobte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier: „Hier wächst Zukunft.“


Dienstag, 6. Dezember

20.10 Uhr - Durch malerische Altstadtgassen zum Christmarktbesuch

Durch die malerischen Gassen der Freiberger Altstadt ging es für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vom Untermarkt zum Christmarkt auf dem Obermarkt. Wunderbar in vorweihnachtlicher Stimmung zeigte sich die Silberstadt dem hohen Besuch: viele Fenster leuchteten adventlich geschmückt und manche Gasse, wie Pfarr- und Domgasse sowie die Moritzstraße strahlten mit ihren durch bürgerschaftliches Engagement angebrachten Sternen entlang der Straßenzüge besonders heimelig.
Nieselregen und Kälte machten Bundespräsident und Oberbürgermeister beim Bummel über den Christmarkt nichts aus. Bratwurst und Glühwein gehörten ebenso zum Programm wie unzählige freundliche Gespräche. Und ganz nebenbei blieb auch Zeit für schöne Entdeckungen auf dem Christmarkt: traditionelle Volkskunst, ein Konzert mit dem Bergmusikkorps Saxonia, ein Treffen mit Silberstadtkönigin Celine-Chiara – oder eine Hilliger-Glocke. Denn in der Freiberger Oberstadt, einer Planstadt, die Ende des 12. Jahrhunderts nach reichen Silberfunden einstanden ist, hatte seit Beginn des 15. Jahrhunderts die Glockengießerdynastie Hilliger ihre Werkstätten. Ihre Glocken erklingen bis heute in Jahrhundertbauwerken wie dem Freiberger Dom und der Dresdner Frauenkirche. Ein originaler Nachbau kann zu besonderen Anlässen erklingen - u.a. auf dem Freiberger Christmarkt. Denn hier ist es Tradition, dass Berg- und Hüttenleute in ihren traditionellen Uniformen allabendlich das Schließen des Markttreibens mit Schlagen der Glocke verkünden. Der Bundespräsident ließ es sich nicht nehmen, sie heute dabei zu unterstützen. Damit geht sein erster Tag in der Silberstadt zu Ende.

15.45 Uhr - Steinmeier bezieht seinen Freiberger Amtssitz

Gegen 15.45 Uhr bezog Frank-Walter Steinmeier seinen vorübergehenden Amtssitz: im Hotel Freyhof am Untermarkt. Bis dieses Haus ein Hotel war, hatte es eine bewegte Geschichte: Erwähnt erstmals um 1500 beherbergte das Gebäude, das direkt ans ehemalige Franziskanerkloster grenzte, Bürgermeister, fungierte aber auch als Armenhaus, später als Kindergarten. Seit 2016 werden hier im Hotel Gäste aus aller Welt begrüßt – wie heute unser Bundespräsident.
Große Männer wirkten schon viele in unserer Stadt Freiberg -  in der mit der Bergakademie die älteste Montanuniversität der Welt beheimatet ist. Hier ganz in der Nähe des Freyhof steht das Clemens-Winkler-Haus. Der Chemniker entdeckte hier in Freiberg das Element Germanium  – und hatte hier auch seine Laboratorien. Und im Gebäude gleich gegenüber ist schon der nächste große Name der Stadt zu lesen: Abraham Gottlieb Werner – er brachte Ordnung in die Welt der Minerale und Gesteinsschichten und gilt als Begründer der Geognosie, dem Vorläufer der Geologie. Werner lockte bedeutende Persönlichkeiten in unsere Stadt – wie  Alexander von Humboldt – einen der bekanntesten Freiberger Studenten der Bergakademie. Im Wernerhaus ist eine beeindruckende technische Mineraliensammlung zu finden.  Die weltgrößte Schau-Sammlung von Mineralien ist übrigens auch in der Silberstadt beheimatet: die terra mineralia im Schloss.

15 Uhr - Steinmeier informiert sich über Flüchtlingshilfe

Interessiert am Engagement der Domgemeinde für Flüchtlinge zeigte sich  Bundespräsident Steinmeier, die er am Untermarkt besuchte: Seit die ersten Flüchtlinge in diesem Frühjahr aus der Ukraine nach Freiberg gekommen sind, bietet die Gemeinde ein Sprachcafé für sie an, bei der sie auch Hilfe bekommen. So können manche Probleme rascher oder einfacher gelöst werden. Außerdem gibt es wöchentlich drei Sprachkurse für jeweils 40 bis 60 Frauen und Männer aus der Ukraine – gehalten ausschließlich durch ehrenamtliche Helfer.

Einen Blick warf Steinmeier auch in den Kinder- und Jugendtreff Tee-Ei, wo gerade ein Nikolaus-Nachmittag stattfand.

14.30 Uhr - Stadtbummel durch historische Altstadt

Mit ihrem geschlossen historischen Altstadtkern mit den vielen, oft inhabergeführten Geschäften lädt Freiberg wunderbar zum Bummeln ein, auch Bundespräsident Steinmeier konnte sich dem nicht entziehen.   
Neben Atmosphäre und vielen herzlichen Begegnungen gab es viele gute Tipps und Anregungen.
So schenkte ihm Goldschmiedemeisterin Andrea Gerlach einen Anhänger für den Weihnachtsbaum. Dieser soll ihn stets daran erinnern, auch ein Ohr fürs Handwerk zu haben. Damit er auch Freiberg in glänzender Erinnerung behält, gab´s noch ein kleines Silbernugget dazu.


13.30 Uhr - Steinmeier zieht erstes Zwischenfazit: „Kaum eine Stadt ist so der Zukunft zugewandt wie Freiberg“

Bevor Frank-Walter Steinmeier nun zu einem Stadtspaziergang aufbricht, zog er ein erstes Fazit zur aktuellen Station seiner bundesweiten Begegnungsreise „Ortszeit Deutschland“, mit der er sich Zeit nimmt, Freiberg kennenzulernen und mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen. Er ist begeistert von der Offenheit der Freiberger, die auf ihn zukommen und mit ihm ins Gespräch kommen.
Freiberg ist seine fünfte Ortszeit nach Altenburg in Thüringen, Quedlinburg in Sachsen-Anhalt, Rottweil in Baden-Württemberg und in Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern.


Auszug aus seinem ersten Fazit:
„Heute habe ich meinen Amtssitz an den Fuß des Erzgebirges verlegt. Ich freue mich auf die Ortszeit hier in Freiberg zur Adventszeit, in der die Stadt in besonderem Glanze erscheint. […] Schon der Empfang war spektakulär mit der Berg- und Hüttenknappschaft, die uns hier in traditioneller Kleidung empfangen hat. Und das ist gleichzeitig ein Symbol für die Stadt – 800 Jahre Geschichte dieser Stadt geprägt vor allen Dingen durch die Geschichte des Bergbaus.
Wir befinden uns in einer alten, einer sehr alten Montanregion. Und hier in Freiberg - über die Grenzen der Stadt und des Landes hinaus -  bekannt ist die älteste montanwissenschaftliche Hochschule, die Bergakademie Freiberg. […] … und die viele Menschen, die die Traditionen der Region hoch halten.
Der Bergbau ist Tradition, der Bergbau ist zum überwiegenden Teil Vergangenheit. Aber diese Stadt Freiberg lebt eben nicht in der Vergangenheit, sondern kaum eine Stadt, kaum eine Region wie diese ist so der Zukunft zugewandt wie Freiberg.
Die Halbleiterindustrie ist hier eben nicht nur erhalten, sondern man hat sie ausgebaut. Viele internationale Unternehmen sind hier tätig und die Verbindungen der Halbleiterindustrie in Freiberg in die ganze Welt sind heute wirtschaftliche Grundlage für das Wachstum und für viele Arbeitsplätze hier. […]“

12.20 Uhr - Bundespräsident Steinmeier trägt sich ins Ehrenbuch der Stadt ein

Neuer Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt Freiberg: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trug sich heute ins Goldene Buch der Silberstadt ein - hier auf der historischen Ratsdiele im Freiberger im Beisein von Oberbürgermeister Sven Krüger (re.) und Vertretern der Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft.  
Sich ins Goldene Buch einer Stadt einzuschreiben, gehört mit zu den höchsten Ehren. Eintragen dürfen sich hier hochrangige Persönlichkeiten, die sich entweder in besonderer Weise oder durch herausragende Leistungen verdient gemacht haben oder deren Besuch für die Stadt von sehr ehrenhafter, zeithistorischer Bedeutung ist.
Im Goldenen Buch der Stadt Freiberg stehen u. a. neben Oberbürgermeistern a.D. und Ehrenbürgern wie u.a. Nobelpreisträger Prof. Günter Blobel, Peter Altmaier, ehemaliger Bundesminister für besondere Aufgaben, Bundesministerin für Kultur und Medien Prof. Monika Grütters sowie der einstige Bundesminister der Verteidigung Dr. Thomas de Maizière. Aber auch Sachsens Ministerpräsidenten Kurt Biedenkopf, Stanislaw Tillich und Michael Kretschmer haben sich hier eigetragen.

12.10 Uhr - Spannender Einblick in Silberkammer

Sehr beeindruckt hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Historische Ratsarchiv mit seinen 96 Kammerkästchen, deren Funktion ihm die stellvertretende Stadtarchivarin Annett Brodauf erläuterte. Steinmeier hatte zahlreiche Fragen an die Fachfrau zu vielen Details der einstigen Silberkammer und den dort sicher verwahrten papiernen Schätzen im Freiberger Rathaus am Obermarkt.
Die Silberkammer diente ab Mitte des 17. Jahrhunderts als Gedächtnis der Stadt Freiberg. Der besonders sichere Ort trug mit dazu bei, dass das Stadtarchiv Freiberg heute zu den bedeutendsten Sachsens gehört – mit Dokumenten, die bis ins Jahr 1224 zurückgehen. Sie belegen Freibergs spannende Geschichte, die eng mit dem Bergbau verbunden ist. Denn in der Silberstadt Freiberg kommt wahrlich alles vom Silber her. Heute wird für die rund 2.000 Regalmeter Archivgut ein modernes Haus gebaut: Die Sanierungsarbeiten am einstigen Wohnsitz des Oberberghauptmanns Siegmund August Wolfgang Freiherr von Herder (1776-1838) sind nahezu abgeschlossen, der Umzug erfolgt in den kommenden Monaten.

12 Uhr - Berg- und Hüttenmänner begrüßen hohen Gast

Kaum auf dem Obermarkt, sieht sich der Bundespräsident in mitten von zahlreichen Gästen des Freiberger Christmarktes, einem der schönsten Weihnachtsmärkte Deutschlands, und wird begrüßt von Mitgliedern des Historischen Freiberger Berg- und Hüttenknappschaft e.V. Sie stehen stolz für ihn Spalier auf der Rathaustreppe in ihren originalgetreuen Uniformen. Denn mit ihnen leben die Traditionen des Bergbaus in Freiberg fort, obwohl dieser seit Jahrzehnten eingestellt ist.

Doch dass das Freiberger Revier mehr als acht Jahrhunderte ein bedeutendes Zentrum des Bergbaus und wichtigster sächsischer Silberlieferant war, ist in der Silberstadt allerorten zu spüren – so auch für Bundespräsident Steinmeier.

11.45 Uhr - Ankunft in Freiberg

Es war ihm nicht anzumerken, ob er vielleicht etwas erschrocken war: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier traf 11.24 Uhr mit der Bahn für einen dreitägigen Besuch in der Silberstadt Freiberg ein. Sein erstes Bild: das Bahnhofsgebäude, das noch gar nicht so recht zum Glanz der Silberstadt passen will. Doch auf dem Weg in die historische Altstadt Freibergs, deren Silber einst Ruhm und Glanz für ganz Sachsen brachte, erklärte ihm Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger, die baldige Bestimmung des Hauses. Denn die Stadt hat das marode Gebäude erworben und will es nun zum glänzenden Entree für Bahnreisende in die Silberstadt ausbauen, die seit 2019 mit weiteren 21 Bestandteilen den Welterbetitel UNESCO-Welterbe Montanregion Erzgebirge/ Krušnohoří trägt.

Dafür wird ein Welterbe-Besucherzentrum gebaut. Im Herzen der Altstadt auf der Petersstraße. Doch auch hier ist noch nichts vom künftigen Glanz zu spüren, wartet das baufällige Gebäude noch auf seine "Erweckung". Große Schilder weisen aber nicht nur dem Bundespräsidenten auf das gewaltige Vorhaben hin, das in den nächsten zwei Jahren realisiert werden soll. Es wird eins von insgesamt vier Welterbezentren der Region. Und es ist eins von mehr als 500 Einzeldenkmalen der Altstadt. Die Petersstraße selbst beeindruckt Steinmeier. Doch noch mehr der von dort schnell erreichte Obermarkt, der größte der vier äußerst repräsentativen Stadtplätze.

8.25 Uhr - Freiberg erwartet den Bundespräsidenten

Alles ist vorbereitet. "Wir freuen uns, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier heute zur 'Ortszeit' in unserer Silberstadt Freiberg und unserem historischen Rathaus begrüßen zu dürfen", blickt Oberbürgermeister Sven Krüger auf die kommenden drei Tage voraus, an denen sich der Berliner Besuch mit der Stadt und ihren Einwohnern bekannt machen möchte.

Kontakt

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Stabsstelle)

Obermarkt 24
09599 Freiberg

Tel.: 03731 273 180
Fax: 03731 273 73 180
E-Mail: Pressestelle@freiberg.de

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlegt seinen Amtssitz vom 6. bis 8. Dezember nach Freiberg. Die drei Tage wird er nutzen, um die Silberstadt, ihre Einwohner und das Leben in der Universitätsstadt kennenzulernen. Neben dem geplanten Programm nimmt er sich dabei auch viel Zeit, um mit den Menschen vor Ort ins Gespräch zu kommen.

Die Stadt Freiberg berichtet über seinen Besuch aktuell hier im Live-Ticker.

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Mittelsachsen – Freiberg mittendrin

Der Verwaltungssitz des Landkreises Mittelsachsen befindet sich in Freiberg. Für Bürger der 53 mittelsächsischen Kommunen, davon 21 Städte, ist er Ansprechpartner u.a. für KfZ-Zulassungen oder Kindergeldanträge und betreibt das Jobcenter Mittelsachsen.

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Herz aus Silber – Imagefilm

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