15.06.2021 | Pressemitteilung

Schalom-Jahr: Facettenreiches Programm in Freiberg vorgestellt

#2021JLID: Jüdische Kultur und jüdisches Lebens in Freiberg - zum Kennenlernen und Lernen, zum Erinnern und Gedenken

„Schalom“ heißt es in der Universitätsstadt Freiberg in diesem Jahr häufiger als je zuvor: Zahlreiche Veranstaltungen zeigen 2021 die vielfältigen Facetten jüdischen Lebens in Freiberg. Unter Federführung der Stadtverwaltung beteiligen sich acht Freiberger Institutionen mit Ausstellungen, Vorträgen, Diskussionsrunden, Kinoabenden, Konzerten und Mitmach-Aktionen unter dem Motto „Schalom“ am bundesweiten Themenjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“. Dank der Fördermittelzusage in Höhe von 55.000 Euro durch den gleichnamigen Verein kann das geplante Freiberger Jahresprogramm jetzt umgesetzt werden. Daran beteiligen sich mit eigenen Veranstaltungen der Verein Freiberger Zeitzeugnis, das Mittelsächsische Theater, die Gemeinden Petri-Nikolai sowie Dom St. Marien, die evangelisch-kirchliche Gemeinschaft, die TU Bergakademie, das Kinopolis sowie die Stadtbibliothek. Gemeinsam stellten sie das Programm heute im Freiberger Schloss Freudenstein vor. In verschiedenen Formaten beleuchten sie jüdisches Leben in der Silberstadt und knüpfen damit an die seit 1996 regelmäßig initiierten Schalom-Tage an. Dabei liegt der Fokus sowohl auf deutschlandweit bekannten, als auch auf Freiberg-spezifischen Themen, wie dem Leben jüdischer Freibergerinnen und Freiberger, darunter Wissenschaftler, Unternehmer und Zwangsarbeiter in Freiberg.

Freiberger und Gäste sind eingeladen, sich auf Spurensuche jüdischen Lebens in Freiberg zu begeben und sich zugleich der jüdischen Kultur zu nähern – zum Kennenlernen und Lernen, zum Erinnern und Gedenken. Im Mittelpunkt stehen die jüdische Geschichte und Kultur. Ziel ist durch die Vielfalt an Möglichkeiten für alle Menschen einen Zugang zur jüdischen Kultur zu schaffen. Oberbürgermeister Sven Krüger betont: „Mit dem Festjahr wollen wir einen Beitrag gegen Antisemitismus leisten und zugleich Verbindungen zwischen den Kulturen aufzeigen. In Zeiten, in denen antisemitische Bedrohungen und die Konfrontation mit Verschwörungstheorien zum Alltag vieler Jüdinnen und Juden gehören, ist das Bekenntnis zur jüdischen Geschichte in unserer Stadt und zu unserer israelischen Partnerstadt Ness-Ziona wichtiger denn je.“

2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands. Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und dem Namen #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland werden 2021 bundesweit rund 1.000 Veranstaltungen ausgerichtet. Die Initiative der Bundesregierung bezieht sich mit dem Begriff „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ auf einen Erlass des Kaiser Konstantin vom 11. Dezember 321, in welchem er festlegt, dass Juden Ämter in der Kurie der Stadtverwaltung Kölns bekleiden dürfen.

Programm in Freiberg

Die Stadtbibliothek bietet seit März eine thematische Medienecke an und lädt gemeinsam mit dem Taschenbuchladen zur musikalischen Lesung mit André Herzberg am 23. September ein. Zwei Angebote richten sich speziell an Jugendliche: die Vorträge für Schulen „Antisemitismus im Rap“ und „‘Heimat‘ in rechter Musik“ analysieren Liedtexte neurechter und neonazistischer Rapper während die „Schreibwerkstatt Stolpersteine“ in Form von professionell geleiteten Workshops in den Herbstferien kreative Texte entstehen lassen soll. Zum Abschluss zeigt die Fotoausstellung "Schalom - Drei Fotografen sehen Deutschland" von Dezember bis Februar Bilder namhafter jüdischer Fotografen: Holger Biermann, Rafael Herlich, Beyamin Reich - in Zusammenarbeit mit der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. www.bibliothek-freiberg.de

Der Freiberger Zeitzeugnis e.V. organisiert zwei Ausstellungen im Themenjahr. „Verwoben - Jüdisches Leben und Wirken in Freiberg vom 13. bis zum 20. Jahrhundert“ zeigt die vielfältigen, dennoch kaum bekannten Facetten jüdischen Lebens in Freiberg vom 13. Jahrhundert bis in die Gegenwart, von der mittelalterlichen Ansiedlung und Vertreibung bis zur Erinnerungskultur. Ab der Vernissage am 18. Juni um 19 Uhr öffnet sie Do. bis So. 11 bis 17 Uhr (außer 19.06., 26.06., 02.07., 08.07. und 10.07.) in der Nikolaikirche.
Im September und Oktober stellt die Ausstellung „Wenn nicht ein Wunder geschieht, halten wir es nicht aus“ in der Stadtbibliothek dar, wie jüdische Mädchen und Frauen des KZ-Außenlagers Freiberg das Kriegsende und die Befreiung 1945 erlebten. Beide sind gleichzeitig digital zu besichtigen: www.freiberger-zeitzeugnis.de

„Schalom – jüdisches Leben im Film.“ Das Kinopolis Freiberg zeigt in Kooperation mit der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Petri-Johannis in der Filmreihe „Kino5-Programm“ unterschiedliche Aspekte jüdischen Lebens im Kinoformat. Von Juli bis Oktober sind mittwochs vier Filme geplant: „Alles auf Zucker“, „Rabbi Wolff“, „Im Himmel unter der Erde“ und „Oma & Bella“. Tickets: Kinopolis und www.kinopolis.de

Mit zwei Vorträgen bringt sich die Evangelisch-kirchliche Gemeinschaft Freiberg ins Programm ein. In „Vom jüdischen Leben in Deutschland zum jüdischen Leben in Israel“ am 30. Juni und „Wer sind die Messianischen Juden? An was glauben sie? Zurück zu den Wurzeln des Glaubens?“ am 30. September spricht Michael Schneider davon, dass die Geschichte Israels nicht erst 1948 mit der Staatsgründung beginnt, sondern vielmehr bereits schon im Alten Testament davon berichtet wird. Er zeigt Parallelen zwischen Geschichte und Bibel auf und berichtet davon, dass der Gott der Bibel Eretz Israel nie vergessen hat und wird. Die Vorträge können sowohl vor Ort besucht als auch auf Youtube angesehen werden. www.ekg-freiberg.de

Dr. Norman Pohl, Leiter des Historicums der TU Bergakademie Freiberg, lädt am 12. Juli zu seinem Online-Vortrag „Dr. Moritz - Don Mauricio - Hochschild sowie die Entwicklung der jüdischen Kultur in der deutschen Geschichte“. Im Wintersemester ist eine Vortragsreihe „Jüdische Kultur als Grundlage aktueller deutscher Welterbeanträge“ geplant. www.tu-freiberg.de

Die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Petri-Johannis organisiert den Vortrag „Die rabbinische Bibelauslegung“ von Dr. Timotheus Arndt am 19. Juli in der Petrikirche. Ende September lädt sie in den Garten St. Johannis ein, Sukkot XXL - das jüdische Laubhüttenfest mitzufeiern. Sukkot ist hebräisch und bedeutet Laubhütte. Zum Auftakt zeigt das Kinopolis einen Film, gefolgt vom Konzert der Dresdner Gruppe Wirbeley und dem Gottesdienst zum Sukkot mit Prof. Dr. Rüdiger Lux aus Leipzig, Experte in alttestamentlicher Forschung.

Eingeladen vom Amt für Kultur-Stadt-Marketing, ist am 16. November der Leipziger Synagogalchor mit jüdischen Kostbarkeiten zu Gast in der Petrikirche. Er ist das einzige deutsche Ensemble, das sich ausschließlich auf jüdische Chormusik in all ihren Facetten spezialisiert hat. In Freiberg bringt er die Vielfalt jüdischer Musik – synagogal und jiddisch, von der Renaissance-Motette bis zum derben Trinklied – zum Klingen: Meisterwerke der Synagoge von Salomone Rossi, Louis Lewandowski, Samuel Lampel, sowie jiddische Lieder in neuen Arrangements. Tickets: Tourist-Information

Die Ev.-Luth. Kirchgemeinde am Dom wird am 30. September zum Diskussionsforum „Kreuzganggespräch zum Antisemitismus“ einladen, gemeinsam mit der Ev. Akademie Sachsen. Zwei Vorträge im Freiberer Dom St. Marien folgen. In „Kirche und Israel“ beschäftigt sich Superintendent Sebastian Feydt, Leipzig, am 6. Oktober mit dem Verhältnis von Christen und Juden, Deutschen und Israelis. Der ehem. Dresdner Frauenkirchenpfarrer studierte an der Hebräischen Universität Jerusalem. Der Vortrag „Gewalt. Der Novemberpogrom in Freiberg 1938“ von Daniel Ristau am 9. November ist Schwerpunkt der Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht. Er greift dabei auch auf Forschungsergebnisse des kürzlich verstorbenen Freibergers Michael Düsing zurück. www.freiberger-dom.de

Mit dem Musical „Heute Abend: Lola Blau“ holt das Mittelsächsische Theater die Geschichte der jüdischen Künstlerin auf die Bühne. Zur Premiere am 17. September und am 9. Oktober erwählen unterhaltsame, melancholische, kabarettistische Lieder im Stück von Georg Kreisler den Lebensweg der Schauspielerin, des Show-Stars, der Chansonette Lola Blau (Susanne Engelhardt) durch Höhen und Tiefen, von 1938 bis in die Nachkriegszeit. Zum Sinfoniekonzert am 26. und 27. Oktober spielt die Mittelsächsische Philharmonie Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, Fanny Hensel, Gustav Mahler und Aaron Copland. Tickets: Theaterkasse, www.mittelsaechsisches-theater.de

Änderungen vorbehalten. Veranstaltungen können nur durchgeführt werden, wenn es die dann gültigen Corona-Schutz-Verordnungen zulassen.

Informationen zum Programm

www.schalom-freiberg.de

Universitätsstadt Freiberg
Amt für Kultur-Stadt-Marketing
SG Kultur
Tel. 03731 / 273 682
kultur@freiberg.de
#2021JLID


Touristische Informationen

Tourist-Information Silberstadt® Freiberg
Schloßplatz 6 | 09599 Freiberg
Tel. 03731 / 273 664
tourist-info@freiberg.de
www.freiberg.de/tourismus


Mittelsachsen – Freiberg mittendrin

Der Verwaltungssitz des Landkreises Mittelsachsen befindet sich in Freiberg. Für Bürger der 53 mittelsächsischen Kommunen, davon 21 Städte, ist er Ansprechpartner u.a. für KfZ-Zulassungen oder Kindergeldanträge und betreibt das Jobcenter Mittelsachsen.

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