Neujahrsansprache 2026
des Freiberger Bürgermeisters Martin Seltmann
Liebe Freibergerinnen und Freiberger, meine sehr geehrten Damen und Herren, liebe Gäste unseres Neujahrsempfangs,
sehr geehrter Herr Staatssekretär Dr. Handschuh, sehr geehrter Herr Oberberghauptmann Prof. Cramer, sehr geehrte Frau Prof. Dr. Emes
sehr geehrte Bundes- und Landtagsabgeordnete,
liebe Oberbürgermeister und Bürgermeister der umliegenden Gemeinden und a.D. unserer Stadt
liebe Ehrenbürger, Träger der Ehrenmedaille und Bürgerpreisträger,
Iiebe Stadträte und Städträtinnen, Vertreter der Kirchen, der Unternehmen, der Vereine, liebe Amtsleiter
liebe Freunde unserer Stadt,
ich freue mich sehr, Sie heute hier zu sehen. Und ich freue mich auch, dass die Nikolaikirche heute an diesem Winterabend – trotz der Wetterankündigungen – so gut gefüllt ist. Wir hatten ein wenig Sorge, dass der Neujahrsempfang aufgrund der Wetterlage weniger besucht ist.
Zu Beginn möchte ich Ihnen allen von Herzen ein gesundes, glückliches und friedvolles neues Jahr 2026 wünschen. Und damit Sie das Glück immer bei sich tragen, haben die Klaubejungen unserer HFBHK Ihnen am Eingang einen Glücks-Cent ausgeteilt. Diesen können Sie in Ihr Portemonnaie stecken und sich immer, wenn Sie ansehen, an den heutigen Neujahrsempfang erinnern.
Ich empfinde es als großes Geschenk, diesen ersten großen gemeinsamen Abend des neuen Jahres mit Ihnen erleben zu dürfen – mit Musik, mit Begegnung und mit Zeit füreinander.
Ein besonderer Dank gilt unserer Mittelsächsischen Philharmonie und ihrem Generalmusikdirektor José Luis Gutiérrez. Die Egmont-Ouvertüre von Ludwig van Beethoven, die wir eben gehört haben, hat mich sehr berührt. Diese Musik erzählt von Mut, von innerer Stärke, vom Durchhalten – selbst dann, wenn es nicht so gut aussieht und die Umstände schwierig sind. Das Jahr ging ungewiss zu Ende und es ging ungewiss weiter. Und vielleicht ist es genau das, was wir gerade brauchen: die Erinnerung daran, dass Haltung und Hoffnung zusammengehören.
Ein Sprichwort sagt: „Es ist besser, ein kleines Licht zu entzünden, als die Dunkelheit zu verfluchen.“
Als ich dieses Motto für unseren heutigen Empfang gelesen habe, wusste ich sofort: Das passt zu Freiberg. Denn diese Stadt lebt nicht von großen Gesten allein. Sie lebt von vielen kleinen Dingen. Von Menschen, die Verantwortung übernehmen. Von Menschen, die helfen, ohne sich in den Vordergrund zu stellen, ohne gesagt zu bekommen, es ist Hilfe notwendig. Von Menschen, die sagen:
Ich mache mit, das ist mein Ding. Weil Sie davon überzeugt sind.
Deshalb steht unser Neujahrsempfang 2026 unter dem Motto: „Ihr Engagement ist das Licht in unserem Freiberg.“
Und ich meine das ganz wörtlich. Wenn ich heute in diesen Saal schaue, sehe ich Vertreterinnen und Vertreter aus Vereinen, aus Wirtschaft und Wissenschaft, aus Kirchen, Sozialarbeit, Stadtgesellschaft und Bürgergesellschaft. Ich sehe Menschen, die ihre Zeit, ihre Ideen und oft auch ihre Kraft für uns alle einsetzen. Und weil Sie diese Last tragen, haben wir alle weniger zu tun.
Das erfüllt mich als Bürgermeister mit Dankbarkeit – und ganz ehrlich auch mit Stolz. Der Jahreswechsel ist für mich immer ein Moment, innezuhalten. Zurückzuschauen. Und Danke zu sagen. Danke für das, was im vergangenen Jahr gelungen ist. Danke aber auch für das, was vielleicht weniger perfekt war, aber trotzdem angegangen wurde.
Mein ganz persönlicher Dank gilt an dieser Stelle meiner Frau und meinen Kindern. Und ich weiß, vielen von Ihnen geht es genauso: Ohne Rückhalt, ohne Verständnis, ohne Geduld und ohne Kraft aus dem privaten Umfeld von Familie und Freunden wäre vieles von dem, was Sie öffentlich leisten, gar nicht möglich. Dafür möchte ich heute bewusst Danke sagen.
2025 war schon spannend und 2026 startet noch spannender. Es war ein Jahr voller politischer Diskussionen, voller Entscheidungen, voller Aufmerksamkeit. Wahlen prägen Stimmungen. Sie schärfen Meinungen. Und sie fordern uns als Gesellschaft heraus. Aber bei allem, was diskutiert wurde, ist eines nie passiert – nicht in der Gesellschaft und auch nicht im Rathaus: Freiberg ist nicht stehen geblieben. Während über Politik gesprochen wurde, wurde gearbeitet. In Verwaltungen. In Betrieben. In Werkstätten. In Vereinen. In Feuerwehrgerätehäusern. In Sporthallen. In sozialen Einrichtungen. Überall in dieser Stadt haben Sie – unsere Bürgerinnen und Bürger - dafür gesorgt, dass das Licht nicht ausgeht. Das letzte Jahr war aufregend für uns alle. Und im Rückblick war es ein positives Jahr.
Wir haben Straßen erneuert und Wege sicherer gemacht. Unser Bahnhof wurde abgerüstet und hat außen schon ein neues Gesicht bekommen – als erstes Willkommen für unsere Gäste und auch unsere Bürgerinnen und Bürger. Im Stadt- und Bergbaumuseum wird weiter daran gearbeitet, unsere Geschichte für kommende Generationen zu bewahren.
Ein besonderer Augenblick war auch das Richtfest für das neue Ortszentrum in Zug, das wir in diesem Jahr zu Ende bringen möchten. Damit entsteht ein Ort, der künftig Gemeinschaft stiften wird. Das alles ist kein Zufall. Das ist das Ergebnis von Engagement, von Zusammenarbeit und von Vertrauen von Menschen, die sich engagieren. Und dafür möchte ich heute ausdrücklich Danke sagen.
Demokratie lebt vom Austausch. Sie lebt vom Streit um den besten Weg. Das hat uns erst gestern wieder die Stadtratssitzung gezeigt. Wir haben sachlich und mit Respekt diskutiert. Ich wünsche mir für Freiberg, dass wir uns auch nach kontroversen Debatten noch in die Augen schauen können. Dass wir uns zuhören – nicht, um sofort zu antworten, sondern um zu verstehen. Denn nur so bleibt das Feuer der Diskussion ein wärmendes, erfolgreiches Feuer. Wir haben in Freiberg sehr viele engagierte Menschen. Ein Großteil der heute hier Anwesenden engagiert sich ehrenamtlich.
Ich denke an unsere Freiwilligen Feuerwehren, die ausrücken, wenn andere noch schlafen. Ich denke an die Sportvereine, die Kindern Halt geben und Gemeinschaft schaffen – und an 75 Jahre Glück-auf-Stadion, einen Ort voller Emotionen. Ich denke an 600 Jahre Knappschaft, an Tradition, Verantwortung und Zusammenhalt. Ich denke an soziale Initiativen, an die Tafel, an den Kinderschutzbund, an das Kipa, an die Nachbarschaftshilfe. Und ich denke an all jene, die in keinem Verein sind, weil sie einfach helfen – still und selbstverständlich. Engagement passiert nicht, weil man Zeit übrig hat. Man nimmt sie sich, bewusst. Neben Beruf. Neben Familie. Neben eigenen Sorgen. Und stellt eigene Belange zum Wohl anderer zurück. Dass Sie das tun, verdient Respekt. Und Anerkennung. Deshalb sage ich heute von Herzen:
Danke.
Als Stadt haben wir die Pflicht, Ihnen das Leben nicht schwerer zu machen, als es ohnehin ist. Wir müssen zuhören, Hürden abbauen und Ihr Engagement sichtbar machen. Daran werden wir auch 2026 weiter arbeiten – versprochen. Und das Jahr 2026 ist der richtige Anlass. Denn 2026 ist das Jahr des Ehrenamtes. Und am vom Bundespräsidenten ausgerufenen „Ehrentag“ am 23. Mai werden wir uns mit Ihnen beteiligen.
Unser Blick endet dabei nicht an der Stadtgrenze. Unsere Städtepartnerschaften – von Amberg, Clausthal-Zellerfeld, Darmstadt über Gentilly, Ness Ziona bis zu Pribram und Walbrzych – sind echte Verbindungen zwischen echten Menschen, die durch echtes Engagement gelebt werden. Gerade in einer Welt, die oft gespalten wirkt, sind solche Brücken unbezahlbar.
Seit 10 Jahren ist Freiberg Fairtrade-Town. Dieses Jubiläum erinnert uns daran, dass Verantwortung auch global gedacht werden muss. Als kleines Zeichen dieser Haltung erhalten die Bürgerpreisträger heute Präsente aus fairem Handel – als Dank und als Symbol unserer Verbundenheit.
2026 liegt vor uns und es wird Aufgaben geben. Es wird Entscheidungen geben. Und es wird Herausforderungen geben. Wir wollen das Stadt- und Bergbaumuseum fertigstellen. Wir wollen Ideen für die Zukunft unseres Bahnhofs entwickeln. Wir werden weiter in Straßen, Wege und die Substanz unserer Stadt investieren. Dafür bekommen wir immer viel Lob und wollen daran festhalten.
2025 war ein anstrengendes Jahr. Und ich sage auch offen: Ich wünsche mir für dieses Jahr Klarheit an der Stadtspitze. Eine gerichtliche Entscheidung zur Situation um die Wahlen und damit eine Entscheidung zum Diskurs des Wahlsiegers Philipp Preißler getroffen wird, der uns hilft, den Blick wieder vollständig auf das zu richten, was wirklich zählt – die sachliche und gemeinsame Gestaltung unserer Stadt.
Ich bin zuversichtlich. Nicht, weil alles einfach wird. Sondern weil ich weiß, dass wir Menschen haben, die Verantwortung übernehmen. Menschen wie Sie.
Meine Damen und Herren,
lassen Sie uns das neue Jahr mit Zuversicht beginnen. Auch Unsicherheiten werden wir bewältigen. Lassen Sie uns die kleinen Lichter sehen – und selbst eines davon sein. Ich danke Ihnen für Ihr Kommen bei diesem Wetter, für Ihr Engagement und für Ihre Verbundenheit mit unserer Stadt. Ich freue mich nun auf die Vorführung des Theaterjugendclubs unter der Leitung von Katharina Landsberg zum Thema Engagement und Ehrenamt.
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Meine Damen und Herren,
bevor wir zum nächsten Höhepunkt des Abends kommen, möchte ich mich ganz herzlich beim Theaterjugendclub für diese beeindruckende Aufführung bedanken. Ihr habt uns gezeigt, wie viel kreative Energie und Leidenschaft in der jungen Generation unserer Stadt steckt – vielen Dank für diesen tollen Beitrag!
Um Engagement und Ehrenamt – um das ‚Licht‘ in unserer Stadt, von dem ich eben sprach – geht es auch ganz konkret im nächsten Programmpunkt: der Verleihung der Bürgerpreise der Stadt Freiberg. Ich freue mich, dass wir so eine gute Wahl getroffen haben.
Wir wollen heute Menschen ehren, die sich in besonderer Weise um das Gemeinwohl verdient gemacht haben. Wir beginnen mit einer Persönlichkeit, die sich seit vielen Jahren unermüdlich für unsere Stadt bemüht und engagiert.
Begleiten Sie mich nun zum ersten Preisträger des heutigen Abends. Wir starten mit einem Filmbeitrag über Andreas Schwinger – Film ab!
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Ein herzliches Dankeschön noch einmal an die Mittelsächsische Philharmonie. Wir hörten eben die kraftvolle ‚Olympic Fanfare‘ von John Williams – ein Werk, das den Mut und die außergewöhnliche Ausdauer feiert, und damit zu jedem passt, der sich engagiert.
Das passt ganz hervorragend zu unserem heutigen Abend, denn wir haben in diesem Jahr noch einen zweiten Preisträger zu ehren – oder besser gesagt: eine ganze Gruppe von Menschen, die ein ganz besonderes Licht in unsere Stadt tragen.
Es sind die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter der Diakonie Freiberg.
Lassen Sie uns nun gemeinsam schauen, was diese wertvolle Arbeit ausmacht. Video ab!
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Ein herzliches Dankeschön an die Mittelsächsische Philharmonie für Griegs ‚In der Halle des Bergkönigs‘.
Meine Damen und Herren, wir neigen uns dem Ende eines tollen Abends zu. Ein ganz herzliches Dankeschön an alle Akteure auf, vor und hinter der Bühne, die diesen Empfang möglich gemacht haben.
Bevor wir nun gleich den Steiger singen noch ein letzter Hinweis:
Nach dem Steiger beräumen wir die Kirche zügig für das Buffet. Bitte geben Sie unseren Mitarbeitern kurz Platz, damit wir die Stuhlverbindungen lösen, die Stühle stapeln und Stehtische aufstellen können.
Ich wünsche Ihnen ein gutes Jahr 2026. Ändern Sie nicht viel, bleiben Sie so, wie im letzten Jahr. Seien Sie für die Menschen, die Sie kennen weiterhin da, dass hat uns immer geholfen.
Nun aber: Das Steigerlied.
Glück auf!




