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Neujahrsansprache

Neujahrsansprache 2021

des Freiberger Oberbürgermeisters Sven Krüger

Sehr geehrte Freibergerinnen und Freiber­ger, liebe Kollegen aus den Partnerstädten,

sehr geehrte Damen und Herren.

Sicher – gemeinsam - erfolgreich

Das sind Werte, für die Moritz von Sachsen stand. Es sind zugleich Werte, die uns als Ge­sellschaft durch die Corona-Krise leiten. Werte, die uns Kompass waren, während die Welt Kopf stand. Das tut sie noch!

Die Nähe zueinander musste der Distanz weichen. Abstand wurde ein Zeichen für Nähe. Wem man wirklich liebt, besucht man nicht.

Neu geordnet wurde unser Miteinander. Die Entscheidungen trafen Politiker auf Basis wissenschaftlicher Ratschläge und im Glauben daran, das Beste für die Gesellschaft zu tun. Von einem zum anderen Moment passierte das, was man für unmöglich hielt: Die Schul­pflicht wurde ausgesetzt und ist bis heute nicht zurückgekehrt. Die Grundlagen des markt­wirtschaftlichen Wettbewerbs wurden ausge­hebelt. Läden blieben geschlossen, Kinosäle dunkel, Orchester verstummten.

Eltern fanden sich in einer Doppelrolle wie­der, reiben sich seither auf zwischen ihrem Beruf auf der einen, dem Lehrer-Sein auf der anderen Seite. Wer zusätzlich noch Pflegebe­dürftige zu versorgen hat, quält sich mit Fra­gen: Wen kann ich treffen? Was kann ich ris­kieren?

Diese anhaltende Belastung laugt aus. Wer einen lieben Menschen an Corona verloren hat, sieht sich nicht selten mit der Frage der Schuld konfrontiert und findet kaum Trost ohne Nähe.

Manche von uns mussten ihre Arbeit ruhen lassen. Sie konnten ihre Tätigkeit seither nicht mehr - oder nur eingeschränkt - wieder auf­nehmen.

Ihr Alltag, ihr Einkommen und ihr Blick in die Zukunft haben sich verändert. Ich denke hier an Einzelhändler und Gastronomen, Ho­telbetreiber und Friseure, Künstler und Musiker - alle Betroffenen.

In unserem Zuhause verschwimmen die Grenzen. Es ist Ort des Lernens und Arbeitens, Rückzugsort und Urlaubsort zugleich. Wir ver­zichten auf Reisen, obwohl wir Erholung und Abwechslung dringend nötig haben.

Erzieher, Lehrer, Pflegekräfte, Mitarbeiter in medizinischen Bereichen – sie alle hielten un­sere Gesellschaft am Leben, kümmerten sich trotz körperlicher und seelischer Belastungen um unsere Familienangehörigen, um die wir uns nicht sorgen, die wir nicht besuchen konn­ten!

Sie alle erbringen für uns als Gesellschaft ein großes Opfer – darum wurden sie nie ge­beten, dazu wurden sie teilweise gezwungen. Für ihren Einsatz bedanke ich mich im Namen aller Bürgerinnen und Bürger!

Welche Folgen diese Entwicklungen für un­sere Zukunft haben, können wir derzeit nur erahnen. Fest steht, dass sich unser Miteinander verändert hat, dass das Virus ein Loch in unsere finanziellen Vorräte frisst und dass unsere Stadt nach Corona –eine andere sein wird, als vorher. Was wir auch nach 13 Monaten Pandemie noch nicht tätigen können, ist ein verlässlicher Aus­blick auf das Jahr! Was wir aber können, ist den Weg zurück in die Normalität gestalten. Und DAS, stimmt mich positiv.

Während wir bisher im Stillstand verharrten, können wir nun dank der Verfügbarkeit von Tests und Impfstoffen, nach vorne denken und handeln. Wir erleben hier einen Umschwung in der Pandemiebewältigung. Und ich rufe Sie dazu auf, nehmen Sie die Chancen wahr, die wir Ihnen bieten.

Was wir jetzt brauchen, ist Eigenständig­keit und Vertrauen in die Menschen vor Ort. Wir haben alles getan, um unser Stadt- und Bergbaumuseum, den Tierpark und die Bibliothek im Kornhaus aus dem Schlaf zu erwecken.

Gerade die letzten Monate haben gezeigt, dass wir eine Krise nicht alleine bewältigen können. Durch regelmäßige Gespräche auf Kreis- und Landesebene, mit Vertretern aus dem Einzelhandel, Unternehmen und Institu­tionen unserer Stadt, konnten wir unkompliziert schnelle Lösungen für einander finden – uns gegenseitig helfen.

Sicher – gemeinsam - erfolgreich

Deshalb sollten wir uns eingestehen: Wenn wir erfolgreich sein wollen, müssen wir zu­sammenhalten und Kompromisse eingehen, wo uns Streit und damit Stillstand zurückwer­fen! Vertrauen in die Wissenschaft und an die Kompetenzen vor Ort können uns an dieser Stelle stark machen!

Es sind die großen Ziele, die wir bei all den Meinungsverschiedenheiten nicht aus den Au­gen verlieren dürfen!

Wie haben es schon die Altvorderen mah­nend an das Donatstor geschrieben: Eintracht bricht Not. Zwietracht bringt Tod.

Investitionen in die Zukunft

Diese Einigkeit bewiesen wir in Freiberg, als wir im März für unser Investitionsprogramm die große Zustimmung des Stadtrates erhielten. 90 Millionen Euro werden wir in den nächsten fünf Jahren in Freiberg investieren – Damit leisten wir uns finanzielle Einsätze, weit über dem sächsischen Durchschnitt. Und schon heute ist Freiberg in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation ein starker Partner für Unternehmen.

Doch eine gewisse Unsicherheit bleibt. Wie sieht unsere Stadt nach der Pandemie aus? Las­sen Sie mich gemeinsam mit Ihnen einen Blick in Freibergs Zukunft werfen. Wie sieht Freiberg in den nächsten Jahren aus?

Durchwandern wir in der Zukunft die Gassen der Innenstadt, entdecken wir Jahrhunderte der Baukunst auf engstem Raum, Seite an Seite mit Bauwerken modernster Architektur:

In dem Zwischenbau am Stadt-und Berg­baumuseum empfängt ein attraktives, touris­tisches Zentrum die Gäste aus allen Teilen der Welt. Seite an Seite berichten die Mitarbeiter des Museums mit denen des Doms Touristen von unserer Bergbaukultur und Geschichte. Durch die Zusammenarbeit hat der Untermarkt an Bedeutung gewonnen.

Direkt daneben sind die Bauarbeiten am Herderhaus abgeschlossen. Der riesige Kran ist aus dem Stadtbild verschwunden. Schenkungen des verstorbenen Ehrenbürgers Heinrich Douffet haben nun einen festen Standort. Die Mitar­beiterinnen des Stadtarchivs bereiten sich auf die ersten Besucher vor.

Der Weg in die äußeren Stadtteile führt über gut fahrbare Straßen: die Tschaikowskistraße, Albert-Einstein-Straße, die Pfarrgasse und die Schönlebestraße – alle werden saniert.

In der Mehrzweckhalle Friedeburg trainieren Schulen und Vereine. Besucher strömen zu den Spielen der HSG. Das Münzbachtal schützt ein Hochwasserrückhaltebecken und unsere Stadt vor Überschwemmungen. Im Gebäude des ehe­maligen Porzellanwerks befinden sich Büros für moderne Forschungs- und Industrieunter­nehmen.

In Halsbach werden die neuen Straßen am Siedlersteg und der Fußweg an der B 173 rege genutzt. Auch die Obere Straße nehmen wir in Angriff. In Kleinwaltersdorf und Zug werden die Bürgerhäuser und Sportplätze gut besucht. Die Kindertagesstätten sind voll belegt. In Zug schallt Kinderlachen durch die Vorgärten der frisch bezogenen Einfamilienhäuser.

Dort, wo im letzten Winter der Wald gerodet werden musste, wachsen nun Aspen, Eichen und Buchen. Jung und Alt griffen dafür zum Spaten.

Sehr geehrte Damen und Herren, Sie merken: Das Freiberg von morgen ist zum Greifen nah! Es liegt an uns, wie wir es gestalten.

Mit den neuen Investitionen können wir all diese Ziele erreichen! Denn in den letzten Jahren haben wir bereits die Basis dafür geschaffen. Mit der Sanierung und dem Neubau von Schu­len und Kitas schritten wir in Freiberg beispiel­los voran.

Kinder fit für Technik machen

Alle Schulen und Kitas sind saniert.

2020 weihten wir die Mensa an der Ober­schule „Clara Zetkin“ ein. Im selben Jahr gaben wir den Schlüssel der neuen Oberschule „Pabst von Ohain“ in die Hände des Schulleiters.

In diesem Jahr eröffnen wir zwei neue Kitas: Für die Erzieher und Kinder der Pusteblume heißt es bald Kisten packen. Sie dürfen auf der Berthelsdorfer Straße ihr neues Gebäude be­ziehen.

Auch auf der Lessingstraße werden schon bald wieder Kinder zum Straßenbild gehören. Unsere Jüngsten, die vorrübergehend noch in der Kita Friedeburger Straße betreut werden, können dann die fast gewohnte Umgebung zu­rückerobern. Mit dem Neubau der Villa Kun­terbunt leisteten wir einen weiteren Beitrag zur Aufwertung von Friedeburg.

Doch wir dürfen bei all dem Fortschritt im Bau nicht vergessen, was uns die Pandemie schmerzlich vor Augen führte: Die Digitalisie­rung muss in den Schulen ankommen! Wir müssen unsere Kinder fit für die Technik und die Zukunft machen.

Für die technische Ausstattung der Schulen nehmen wir in Freiberg über 2,5 Millionen Euro in die Hand. Die Schulen „Pabst von Ohain“ und „Georgius Agricola“ sind umgerüstet. In den anderen Schulen gilt es nun die Voraus­setzungen zu schaffen: Breitbandanschluss, di­gitale Tafeln, PC und I-Pads.

Und damit sind wir bei einer weiteren Schwachstelle, die uns die Pandemie aufzeigt: In Zeiten der Krise, werden die Abstände zwi­schen Arm und Reich, zwischen Kindern mit stabilen und fragilen sozialen Verhältnissen größer. Dem wollen wir entgegenwirken. Lap­tops können an Schulen geliehen werden. Kin­der, die zusätzliche Hilfe benötigen, erhalten Frühförderung in den Kitas.

Der dritte Punkt, den wir als Erkenntnis aus der Pandemie mitnehmen sollten, ist die große Bedeutung von vielfältigen Erholungsangebo­ten direkt vor der Haustür. Im nächsten Winter können Langläufer rund um die Stadt frisch gespurte Loipen nutzen. Wir wollen den Tier­park um zusätzliche Gehege erweitern. Bald werden Alpakas einziehen. Ein Spielplatz sowie ein Imbiss sollen die Aufenthaltsqualität für Familien im Waldbad verbessern. Ziel ist es das gesamte Gebiet als Freizeitort für Familien aus­zubauen.

Gleichzeitig wollen wir den Aufschwung des innerdeutschen Tourismus auch für uns nutzen. Dabei kommt dem Bahnhof eine zen­trale Bedeutung zu. Mit dem Kauf des Bahn­hofsgebäudes sind wir 2019 angetreten, um dieses Eingangstor Freibergs komplett neu zu denken: Als Dreh- und Angelpunkt der sich im Umbruch befindenden Bahnhofvorstadt. Er ist zugleich das Eingangstor unserer Stadt und Region. Reisende sollen in Freiberg einen ein­maligen Einstieg ins UNESCO-Welterbe vor­finden.

Es wird in Zukunft auch darum gehen im Wettstreit mit den anderen Welterbezentren der Montanregion unsere Vorteile noch deutlicher herauszustellen.

Gleichzeitig wird das lokale Handeln, das Miteinander vor Ort, das lokale Einkaufen und Investieren in den nächsten Jahren wichtiger denn je! Ein jeder kann einen Beitrag leisten, um die Vielfältigkeit in der Innenstadt zu er­halten. Ich sehe darin eine Chance, denn wir Freibergerinnen und Freiberg sind bereit Ver­antwortung zu tragen.

Dadurch ist unsere Stadt seit Jahren wider­standsfähig gegenüber äußeren Einflüssen! Das macht uns auch in der derzeitigen Krise stark. Wichtig dafür wird es in Zukunft sein, die Blicke für Gemeinsamkeiten zu öffnen. Uns alle eint doch das Ziel Freiberg voranzubringen – für uns, unsere Kinder und Enkel!

Sicher, gemeinsam, erfolgreich - für Freiberg!

Glück auf!


Mittelsachsen – Freiberg mittendrin

Der Verwaltungssitz des Landkreises Mittelsachsen befindet sich in Freiberg. Für Bürger der 53 mittelsächsischen Kommunen, davon 21 Städte, ist er Ansprechpartner u.a. für KfZ-Zulassungen oder Kindergeldanträge und betreibt das Jobcenter Mittelsachsen.

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Herz aus Silber – Imagefilm

Zukunft aus Tradition: Silberstadt, Universitätsstadt, Wirtschaftstandort, Lebensmittelpunkt - werfen Sie einen Blick in den Imagefilm der Silberstadt Freiberg.

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