Persönlichkeiten

Berühmte Persönlichkeiten

Dr. Ines Lorenz: Bedeutende Persönlichkeiten aus Freibergs Vergangenheit

Die Stadt Freiberg hat im Laufe der Jahrhunderte namhafte Persönlichkeiten, die auf verschiedensten Gebieten tätig waren, hervorgebracht bzw. in ihren Mauern beherbergt. Einige dieser „Berühmtheiten“ werden nachfolgend vorgestellt.


Dietrich von Freiberg

Dietrich von Freiberg

um 1240 in Sachsen – nach 1311

Um 1240 dürfte der spätere Dominikanermönch geboren sein. Nur wenige Quellen geben über sein Leben Auskunft. Wahrscheinlich studierte Dietrich zwischen 1260 und 1270 Theologie und Philosophie an der deutschen Dominikaner-Studia. 1271 war er Lektor des Dominikanerkonvents in Freiberg. Von 1272 bis 1274 hielt er sich zu Studien in Paris auf. Sein Name als „lector vribergensis“ wird erstmals 1274 genannt. 1280/81 begegnete er als Lektor der Dominikaner in Trier, leitete ab 1293 die deutsche Ordensprovinz der Dominikaner und hatte von 1294 bis 1296 das Generalvikariat inne. Im akademischen Jahr 1296/97 hielt er an der Pariser Sorbonne Vorlesungen und erwarb den Titel „ Magister der Theologie“. Dietrich hat sich als Philosoph, Theologe und Naturwissenschaftler betätigt und gehört auf diesen Gebieten zu den bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit. Er lieferte eine Erklärung des Regenbogens, die noch heute Bestand hat. Dietrich von Freiberg ist um 1318/20 verstorben.

Lit.: Lexikon des Mittelalters. Bd. 3. München; Zürich, 1986. | Kandler, Karl-Hermann: Gestalten aus der Freiberger Geschichte. Freiberg, 1995. S. 9f.

Ulrich Rülein von Calw

Ulrich Rülein von Calw

Um 1465 in Calw – 1523

Um 1465 in Calw geboren, studierte Rülein ab 1485 in Leipzig, wurde Baccalaureus und Magister artium. Er studierte weiter Medizin und las Mathematik. Rülein war eine vielseitige, begabte Persönlichkeit. 1496 bekam er den Auftrag, einen Stadtplan für Annaberg zu entwerfen. Der Freiberger Rat berief ihn 1497 zum Stadtarzt. Hier befasste er sich auch intensiv mit dem Bergbau und gab um 1500 das erste deutschsprachige Fachbuch zum Bergbau heraus, „Ein nutzlich bergbuchleyn“, das über 20 Auflagen erfuhr. Er betrieb 1506 erfolgreich die Pestabwehr in Freiberg. 1508 erhielt er das Bürgerrecht, gehörte einige Jahre dem regierenden Rat an und war 1514 sowie 1517 Bürgermeister von Freiberg. 1515 gründete er die städtische Lateinschule, an die er namhafte Humanisten berief. Rülein ordnete die Anlegung eines Pestfriedhofes vor der Stadt an und verfasste 1521 zwei Pestschriften. Verärgert über die Anfeindungen seiner Schule legte er wohl 1519 sein Ratsamt nieder und ging als Professor der Medizin nach Leipzig. 1523 ist er verstorben. 

Lit.: Pieper, Wilhelm: Ulrich Rülein von Calw und sein Bergbüchlein. Berlin, 1955. | Kandler, Karl-Hermann: Gestalten aus der Freiberger Geschichte. Freiberg, 1995. S. 11f. | Lauterbach, Werner: Ulrich Rülein.- In: MFA H. 84, S. 19 ff. | Lexikon der Renaissance. Hrsg. v. Günter Gurst, Siegfried Hoyer u.a.. Leipzig, 1989.

Wolf Hilliger

Wolf Hilliger

30. November 1511 in Freiberg geboren – gestorben November 1576

Ein bedeutendes Mitglied der über Jahrhunderte in Freiberg ansässigen Gießerfamilie Hilliger war Wolf Hilliger. Am 30. November 1511 in Freiberg geboren, übernahm er 1544 die väterliche Gießhütte vor dem Peterstor und machte sich durch den Guß zahlreicher Glocken von besonderer Qualität einen Namen. Er lieferte Geschütze nicht nur für Herzog Heinrich in Freiberg und Kurfürst Moritz in Dresden, sondern weit über die Grenzen Sachsens hinaus. Acht Grabplatten aus seiner Werkstatt zieren noch heute die Begräbniskapelle im Dom. 1529 erwarb der das Freiberger Bürgerrecht, trat 1546 in den Rat ein, wurde später Stadtrichter und regierte wechselnd ab 1557 bis zu seinem Tod als Bürgermeister die Stadt. Er starb im November 1576 und wurde in der Petrikirche beigesetzt. Am Stammhaus der Familie in der Petersstraße 40 befindet sich noch heute das Wappen der Hilliger, ein Bär mit Tastzirkel. 

Lit.: Kandler, Karl-Hermann: Gestalten aus der Freiberger Geschichte. Freiberg, 1995. S. 25ff | Lauterbach, Werner: Oswald Hilliger.- In: MFA H. 84, S. 19 | Schmidt, Julius: Die Glocken- und Stückgießerfamilie Hilliger. In: MFA H. 4, S. 346ff. | Gerlach, Heinrich: Nachrichten über die ältesten bronzenen Kanonen Sachsens, insbesondere die von Wolf Hilger in Freiberg.- In: MFA H. 18, S. 43ff. | Hübner, Otto: Die Familie Hilliger. In: MFA H. 42, S. 15ff.

Kurfürst Moritz

Kurfürst Moritz

21.3.1521 Freiberg – 11.7.1553 Sievershausen

Herzog Heinrichs ältester Sohn wurde am 21. März 1521 auf Schloss Freudenstein in Freiberg geboren. Im Alter von 20 Jahren übernahm er die Regentschaft des Herzogtums Sachsen. Er war eine zielstrebige und politisch tatkräftige Persönlichkeit und gehört zu den bedeutendsten Landesherren Sachsens. Im Schmalkaldischen Krieg unterstützte er zunächst den Kaiser und erhielt nach der Schlacht bei Mühlberg 1547 die Kurfürstenwürde, die damit von den ernestinischen Wettinern in Wittenberg dauerhaft auf die albertinischen Wettiner in Dresden überging. Moritz gelang es, den Territorialbesitz der Albertiner beträchtlich zu erweitern. Innenpolitisch setzte er Verwaltungsreformen durch und förderte Kultur und Wirtschaft. Er erlag am 11. Juli 1553 einer Verletzung, die er sich in der Schlacht bei Sievershausen wenige Tage vorher zugezogen hatte. Ein prächtiges Grabmonument, in dem aber der Leichnam nicht beigesetzt wurde, ließ ihm sein Bruder Kurfürst August 1563 im Freiberger Dom errichten.

Lit.: Helfricht,Jürgen: Die Wettiner. Leipzig, 2003. | Lauterbach, Werner: Kurfürst Moritz.- In: MFA H. 84, S. 58 ff. | Kandler, Karl-Hermann: Gestalten aus der Freiberger Geschichte. Freiberg, 1995. S. 29f.

Gottfried Pabst von Ohain

Gottfried Pabst von Ohain

Tauftag 30.3.1656 Mohorn – 19.7.1729 Freiberg

Pabst von Ohain hatte nach seinem Studium an der Universität Wittenberg Reisen nach Holland, England, Italien und in die Schweiz unternommen. August der Starke, ab 1694 Kurfürst von Sachsen und ab 1697 König von Polen, berief ihn 1698 in seinen Dienst nach Freiberg. Als Bergrat erhielt er 1702 einen Sitz im Oberbergamt. Bergrat Pabst hatte wesentlichen Anteil an der Entwicklung des europäischen Porzellans. Bei der Kontrolle von Johann Friedrich Böttgers (1682–1718) vergeblichen Goldmacherversuchen erkannte er die Unmöglichkeit der Metallmutation. Mit dem Physiker Ehrenfried Walter von Tschirnhaus (1651–1708) und Oberberghauptmann Abraham von Schönberg (1640–1711) nahm er zielgerichteten Einfluß auf die Entwicklung des „weißen Goldes aus Sachsen“. Freiberger Hüttenleute unterstützten Böttger bei Brennversuchen mit Kaolinerde. 1707/08 lag rotes Böttgersteingut vor, 1709 Porzellan. 1710 wurde die Porzellanmanufaktur gegründet. 
1704/05 erwarb Pabst das Pragersche Vorwerk vor dem Kreuztor. Aus einer Wirtschaftssiedlung, aus „Gottfrieds Burg“, entstand die Siedlung Friedeburg, die heute ein beachtlicher Stadtteil von Freiberg geworden ist.

Gottfried Silbermann

Gottfried Silbermann

14.1.1683 Kleinbobritzsch – 4.8.1753 Dresden

Der bedeutendste Orgelbauer des Barocks in Mitteldeutschland. Nachdem er bei seinem Bruder Andreas in Straßburg den Orgelbau lernte, kehrte er 1711 nach Freiberg zurück, wo er seine Orgelwerkstatt eröffnete. Im Laufe seines Lebens schuf er etwa 50 Orgeln, von denen heute noch viele erhalten sind. Durch seine Arbeit prägte er nicht nur die Orgellandschaft in Sachsen, sondern setzte weltweit Maßstäbe. Seine Schüler und Mitarbeiter trugen sein handwerkliches Geschick und seine Intonationskunst ins Ausland. Und auch heute noch dienen Silbermanns Orgeln als Inspiration für moderne Orgelbauten.

Abraham Gottlob Werner

Abraham Gottlob Werner

25.9.1749 Wehrau am Queis, heute Osiecznica, Polen – 30.6.1817 Dresden

Am 25. September 1749 wurde A. G. Werner in Wehrau bei Görlitz, heute Osiecznica in Polen, geboren. Nach der Ausbildung zum Hüttenschreiber im Eisenhüttenwerk seiner Heimatstadt ging Werner 1769 bis 1771 zum Studium an die Freiberger Bergakademie, deren 52. Student er war. Später setzte er das Studium in Leipzig fort, vertiefte sich in Sprachen, Naturwissenschaften und Jura. 1775 erhielt Werner die Berufung zum Inspektor und Lehrer der Mineralogie an der Bergakademie, an der er fortan 42 Jahre hervorragend wirkte. Er lehrte Mineralogie, Bergbaukunde, Gebirgslehre und Eisenhüttenkunde. Seine Vorlesungen werden als äußerst lebendig geschildert. Unter Werners Schülern waren so bedeutende Persönlichkeiten wie Alexander von Humboldt, Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg (Novalis) und Theodor Körner. Mit seinen Studenten vermochte er sich in 10 Sprachen zu verständigen. Werner war Mitbegründer der modernen Mineralogie und Geologie und wird deshalb auch als „Vater der Geologie“ bezeichnet. Er führte ein genaues Mineralbestimmungsverfahren nach äußeren Merkmalen ein, das sich weltweit durchsetzte. Bergrat Werner verstarb am 30. Juni 1817 in Dresden. Sein Grab befindet sich am Kreuzgang des Freiberger Domes. Ein Denkmal in den Promenaden erinnert ebenfalls an ihn.

Lit.: Döring, Reinhard: Geehrt als „Vater der Geowissenschaften“.- In: Freie Presse v. 24.9.1999. | Beck, Richard: Abraham Gottlob Werner. In: Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen im Königreiche Sachsen 1917, S. A 3 ff.

Alexander von Humboldt

Alexander von Humboldt

1769 – 1859

Einer der renommiertesten deutschen Naturwissenschaftler und Geologen. Er studierte in Frankfurt/Oder, Göttingen und ab 1791 in Freiberg bei Werner. Zu seinen wissenschaftlichen Meriten gehören u.a. Temperaturmessungen unter Tage in Feibergs Gruben. 1792-96 obliegt Humboldt die Reorganisation mehrerer Bergbaureviere als Oberbergmeister. 1833 erstellt er das Gutachten für die Projektierung eines Stolln zwischen Freiberg und Meißen. Bis heute gilt Alexander von Humboldt als der bekannteste Student der Bergakademie Freiberg.

Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg (Novalis)

Friedrich Leopold Freiherr von Hardenberg (Novalis)

2. Mai 1772 in Oberwiederstedt bei Mansfeld geboren – 1801 in Weißenfels gestorben

Der Sohn des Salinendirektors Erasmus von Hardenberg wurde am 2. Mai 1772 in Oberwiederstedt bei Mansfeld geboren. Seine ersten dichterischen Versuche unternahm er als 16jähriger. Er studierte neben Mathematik und Jura in Jena bei Friedrich von Schiller Geschichte und Philosophie, ergänzt um juristische Studien in Leipzig und Wittenberg. 1794 verlobte sich der als Aktuarius in Bad Tennstedt tätige v. Hardenberg, doch seine junge Braut verstarb bald. In seinen „Hymnen der Nacht“ drückt er Todessehnsucht aus. 1797 nahm er das Studium an der Bergakademie auf. Er hörte auch Vorlesungen bei dem großen Mineralogen Abraham Gottlob Werner, den er sehr verehrte. Außerdem schrieb er Gedichte, naturwissenschaftliche Abhandlungen und Romane. Sein Pseudonym „Novalis“ benutzte er erstmalig während seines Aufenthaltes in Freiberg. 1798 verlobte er sich in Freiberg mit Julie von Charpentier, der Tochter des Bergrates. Am Wohnhaus der Familie von Charpentier in der Burgstraße 9 erinnert eine Tafel an ihn. Novalis ging 1799 in sein Elternhaus nach Weißenfels zurück und verstarb dort 1801 im Alter von nur 29 Jahren. Als Dichter der Frühromantik ist er unvergessen.

Lit.: Lauterbach, Werner: Friedrich von Hardenberg (Novalis).- In: MFA H. 85, S. 99f.

Siegmund August Wolfgang Freiherr von Herder

Siegmund August Wolfgang Freiherr von Herder

1776 – 1838

Herder, Siegmund August Wolfgang Feiherr von (1776-1838), Sohn des Weimarer Gelehrten und Dichters Johann Gottfried Herder; Studium an Universität Jena, Bergakademie Freiberg (1797- 1800) und Wittenberg; Schüler von Werner und Charpentier; ab 1802 im sächsischen Staatsdienst, erwarb er sich große Verdienste um die Modernisierung des sächsischen Bergbaus; 1819 Vizeberghauptmann; ab 1826 Oberberghauptmann; führt als oberster Beamter des Sächsischen Berg- und Hüttenwesens dieses zu neuer Blüte; Plan für einen Elbstolln (späterer Rothschönberger Stolln) für das gesamte Freiberger Revier; führt Steinkohle an Stelle der Holzkohle in das sächsische Hüttenwesen ein; gründet 1828 die Antonshütte bei Schwarzenberg; veranlaßt 1827 Herausgabe eines Kalenders für den Sächsischen Berg- und Hüttenmann (ab 1873 Jahrbuch für das Berg- und Hüttenwesen im Kgr. Sachsen); Förderer der Künste, insbesondere Musik und Dichtkunst; gründet 1829 den Bergmusikverein; Grabstätte "Herders Ruh" nach Entwurf von Heuchler.

Otto Leonhard Heubner

Otto Leonhard Heubner

17.1.1812 Plauen – 1.4.1893 Dresden-Blasewitz

Als der junge Jurist Heubner 1842 als Kreisamtmann nach Freiberg berufen wurde, galt er in Sachsen als der „Turnvater des Vogtlandes“. Er gründete sofort nach dem Vorbild des Turnvaters Jahn auch in Freiberg einen Männerturnverein. Als Demokrat und aktives Mitglied im Vaterlandsverein wählte ihn der Kreis Frauenstein zum Abgeordneten in die deutsche Nationalversammlung in die Frankfurter Paulskirche, später in die erste Kammer des sächsischen Landtages. Während des Aufstandes in Dresden wurde Heubner mit S.E. Tschirner (1812–1865) und K. G. Todt (1809–1852) zum Mitglied der Provisorischen Regierung gewählt. Als die Revolutionäre weichen mußten, floh Heubner mit Richard Wagner (1813–1883) aus Dresden nach Freiberg. Freiberg war am 9.Mai 1849 der Sitz der provisorischen Regierung. Wagner gelang die Flucht ins Ausland, Heubner wurde verhaftet und verbüßte eine 10jährige Zuchthausstrafe in Waldheim. Nach der Entlassung wirkte er als Rechtsanwalt und Stadtrat im Dresdener Stadtparlament für die Verbesserung des Schulwesens. 

Freiberg ehrte ihn und alle „Neunundvierziger“ mit einem Denkmal am Schloßplatz (von Bildhauer Gottfried Kohl, 1948), einem Straßennamen und der Namensgebung „Heubner-Sporthalle“.

Clemens Winkler

Clemens Winkler

26.12.1838 Freiberg – 8.10.1904 Dresden

C. Winkler wurde am 26. Dezember 1838 in Freiberg geboren. Nach dem Studium an der Bergakademie 1857/59 fand er Anstellung in Blaufarbenwerken und promovierte 1864 an der Universität in Leipzig. Die Bergakademie verpflichtete ihn 1873 als Professor für Chemie. Neben dem Platinkontaktverfahren zur Herstellung von Schwefelsäure und der Erforschung von Verfahren zur Verhütung von Hüttenrauchschäden besteht seine größte wissenschaftliche Leistung in der Entdeckung des Elements Germanium im Jahre 1886. Der bedeutende russische Chemiker Dmitri Mendeleeff besuchte Winkler 1894 in Freiberg. Von 1896 bis 1899 war Winkler Direktor der Bergakademie. Aufgrund seiner hervorragenden Leistungen wurde er zum Ehrenmitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften und zum Geheimen Bergrat ernannt. Die Stadt Freiberg verlieh ihm 1899 das Ehrenbürgerrecht. 1902 schied Winkler aus dem Universitätsdienst aus, zog nach Dresden und verstarb dort am 8. Oktober 1904. Heute erinnern die Clemens-Winkler-Gedenkstätte in der Brennhausgasse sowie ein Denkmal im Albertpark an seine Person.

Lit.: Clemens Winkler. Berlin, 1954. (Freiberger Forschungshefte; D8)

Friedrich Robert Helmert

Friedrich Robert Helmert

31.7.1843 Freiberg – 15.6.1917 Potsdam-Babelsberg

Am Hause Nonnengasse 17 in Freiberg erinnert eine Gedenktafel daran, dass in diesem Hause am 31. Juli 1843 Friedrich Robert Helmert geboren wurde. Auch ein Platz trägt den Namen des Mannes, der in der Wissenschaftsgeschichte Deutschlands einen Ehrenplatz einnimmt. 
Helmert hat bereits als Student des Polytechnikums in Dresden maßgeblich an der Einrichtung des Triangulationsnetzes in Sachsen mitgearbeitet. Nach erfolgreicher Tätigkeit an der Sternwarte in Hamburg, Dozent an der TH Aachen folgte 1886 die Berufung zum Direktor des Geodätischen Institutes an der Universität Berlin und zum Leiter des Zentralbüros der Internationalen Erdmessung. Er gilt als der Begründer von Theorien zur Erforschung der Erdfigur, des Geoids. Seine 1901 am Schreibtisch durchgeführte Berechnung der Differenz von 130 Meter zwischen der nördlichen und südlichen Halbachse der Erde wurde erst durch moderne Satellitenmessungen um einen geringfügigen Wert korrigiert.

Werner Hartenstein

Werner Hartenstein

6.5.1879 Saarburg/Lothringen – 11.2.1947 Lager Jamlitz

Erst nach 1990 konnte durch möglich gewordene Forschung eine Würdigung des Lebens von Werner Hartenstein für Freiberg erfolgen. Hartenstein studierte Rechtswissenschaft und Volkswirtschaft an den Universitäten Freiburg im Breisgau und Leipzig und war als promovierter Jurist an den Amtsgerichten Radeberg und Pirna tätig. Er wurde Regierungsassessor und Polizeirat, diente als Hauptmann im ersten Weltkrieg und seine Bewerbung um die Stelle als Oberbürgermeister von Freiberg wurde 1924 bestätigt. 
Es waren schwere Dienstjahre für ihn, die Weltwirtschaftskrise und die steigende Massenarbeitslosigkeit belasteten die Entwicklung der Stadt. Obwohl er Mitglied der NSDAP wurde, schien er doch kein „fanatischer Kämpfer“ gewesen zu sein. Er bewies dies besonders in den letzten Kriegsmonaten, als er sich im Einverständnis mit dem Leiter des Wehrmeldeamtes Freiberg, Oberstleutnant Carl Redlich, dem Befehl des Reichsführers der SS, Heinrich Himmler, widersetzte, Freiberg bis zum „letzten Mann“ zu verteidigen. Hartenstein übergab am7. Mai 1945 vormittags Freiberg kampflos der Roten Armee. Hartenstein wurde im August 1945 verhaftet und verstarb im Internierungslager Jamlitz. Die Stadt Freiberg ehrte ihn mit einer Gedenktafel an seinem Wohnhaus Beethovenstraße.

Esther von Kirchbach

Esther von Kirchbach

26. Mai 1894 in Berlin geboren – 19. Februar 1946 gestorben

Esther von Carlowitz wurde am 26. Mai 1894 in Berlin geboren. Ihre Eltern waren der sächsische Offizier und spätere Kriegsminister Adolph von Carlowitz und Priska von Stieglitz. Nach dem Tod ihres ersten Ehemannes 1916 studierte sie in Marburg und Leipzig Philosophie, Deutsch, Geschichte, Mathematik und Theologie. 1921 heiratete sie den Pfarrer Arndt von Kirchbach und kam vermutlich als er 1936 zum Superintendenten von Freiberg bestellt wurde mit der Familie hierher. Esther von Kirchbach war eine sehr engagierte, warmherzige und kluge Frau. Sie beteiligte sich an der ökumenischen Bewegung während des Ersten Weltkrieges, organisierte in den 20er Jahren in Dresden eine staatliche Eheberatung und nahm 1934 am internationalen Frauenkongress in Budapest teil. Während der NS-Zeit arbeitete sie in der bekennenden Kirche. Sie publizierte Aufsätze und schrieb Biografien. 1945 nahm sie zahlreiche Flüchtlinge auf und bemühte sich um deren Unterbringung. Sie lebte in Freiberg bis zu ihrem frühen Tod am 19. Februar 1946. 50 Jahre später benannte die Stadt Freiberg das neu entstandene Frauenhaus nach ihr. In Würdigung des Lebenswerkes erschien 2002 eine Briefmarke mit ihrem Porträt. 

Lit.: Lauterbach, Werner: Esther von Kirchbach.- In: MFA H. 92, S. 106ff. | Esther von Kirchbach : Unser Gästebuch 1945. Ebersbach, 1989. | Stadtarchiv, Ortschronik


Mittelsachsen – Freiberg mittendrin

Der Verwaltungssitz des Landkreises Mittelsachsen befindet sich in Freiberg. Für Bürger der 53 mittelsächsischen Kommunen, davon 21 Städte, ist er Ansprechpartner u.a. für KfZ-Zulassungen oder Kindergeldanträge und betreibt das Jobcenter Mittelsachsen.

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Herz aus Silber – Imagefilm

Zukunft aus Tradition: Silberstadt, Universitätsstadt, Wirtschaftstandort, Lebensmittelpunkt - werfen Sie einen Blick in den Imagefilm der Silberstadt Freiberg.

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